Absturz der Mehrwertsteuer-Einnahmen in Griechenland

20. Juni 2016 / Aufrufe: 2.897
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Nicht nur auf Mykonos, sondern auch auf den anderen mondänen Inseln Griechenlands wird ein rapider Rückgang der Einnahmen aus der Mehrwertsteuer verzeichnet.

Einen enormen Rückgang verzeichnen die Einnahmen aus Steuern und speziell aus der Mehrwertsteuer auf den touristischen, kosmopolitischen Inseln Griechenlands.

Es ist bezeichnend, dass der Rückstand von Einnahmen aus den touristischen Gebieten des Landes, die auch als die „krisenfestesten“ gelten, alle Rekorde brach.

Einbruch der MwSt.-Einnahmen um bis zu 62%

Wie auf newmoney.gr berichtet wurde, zeigt die Bilanz der Einnahmen aus der Mehrwertsteuer (die eine Art Barometer für Markt und Steuerhinterziehung sind) ab Januar bis einschließlich April 2016 einen riesigen Rückstand bei den vorgesehenen Einnahmen.

Detaillierter stellt das Defizit bei den erwarteten MwSt.-Einnahmen sich nach Inseln differenziert folgendermaßen dar:

  • Mykonos: -62%
  • Paros: -39%
  • Rhodos: -39%
  • Zakynthos: -39%
  • Lefkada: -39%
  • Santorin: -37%
  • Kos: -36%
  • Kerkyra: -30%
  • Kefallonia: -22%

Überbesteuerung und Existenznot zwingen zur Steuerhinterziehung

Heftig sind auch die Beunruhigungen über die Dimensionen und die Auswirkungen des Phänomens der Verweigerung der Ausstellung von Quittungen seitens der Unternehmer und Gewerbetreibenden des ganzen Landes.

Und dies, obwohl (beginnend von Mykonos) die Kontrollen der letzten Monate große Erfolge verzeichneten und dutzende Unternehmen „in flagranti“ mit „getürkten“ Registrierkassen erwischt wurden, die anstatt gesetzmäßiger Zahlungsbelege einfach nur „Zettel“ ausstellen. Trotzdem haben die Entschärfung der Geldstrafen für alle, die dabei entwischt werden, keine Quittung auszustellen, die „Entmachtung“ des SDOE, aber auch die Not, gegenüber der Steuersafari der Regierung zu überleben, viele Gewerbetreibende dazu geführt, ihre Registrierkassen zu „deaktivieren“.

(Quelle: Imerisia)

  1. Cyr
    20. Juni 2016, 12:06 | #1

    Das war von vorneherein klar. Viele Produkte sind auf dem Festland billiger, warum soll man dann auf den Inseln einkaufen gehen. Auch die Verweigerung kann nicht überraschen. In eine Rezession wird eben viel mehr Steuer hinterzogen. Wenn ein Händler seine Produkte billiger ohne Quittungen verkauft, wird kaum einer Nein dazu sagen.

  2. windjob
    20. Juni 2016, 12:22 | #2

    Dies hätte doch jedem klar sein müssen. Vielleicht sollte man mal den gegenteiligen Versuch machen und die MwSt. auf 15% senken. Würde sich echt mal lohnen. Aber so denken unsere Politiker halt nicht.

  3. LiFe
    21. Juni 2016, 21:36 | #3

    Überbesteuerung und Existenznot zwingen zur Steuerhinterziehung. Die Schließung der Banken und Limits bei den Abhebungen haben diese Ängste noch mehr verstärkt. Was hat dieser Spardiktat eine ganze Nation zerstört! Nach dem Motto: Entziehe der Kuh das Futter, kürze ihre Wasserrationen, desto mehr Milch gibt sie.

  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.