Neue Touristen-Abzocke in Griechenland

21. Mai 2016 / Aufrufe: 8.166
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In Griechenland soll ab 2018 auf die Nutzung touristischer Unterkünfte eine neue sogenannten Aufenthaltssteuer in Höhe von bis zu 4 Euro pro Tag erhoben werden.

Einen harten Schlag für die touristischen Träger in Griechenland stellen die Bestimmungen (der aktuell im Parlament debattierten Multi-Gesetzesvorlage) dar, die eine neue – nach „Sternen“ bzw. „Schlüsseln“ gestaffelte – sogenannte Aufenthaltssteuer vorsehen, die ab 2018 auf alle Hotelunterkünfte, Fremdenzimmer und Ferienwohnungen erhoben werden soll.

Konkret ist bezüglich der Erhebung und Höhe der neuen Aufenthaltssteuer (die praktisch ein Pendant zu der in Deutschland bekannten „Übernachtungssteuer“ darstellt) vorgesehen:

Höhe und Erhebung der neuen „Aufenthaltssteuer“ in Griechenland

1. Gemäß den Bestimmungen des gegenwärtigen Artikels wird zu Gunsten des Fiskus eine sogenannte „Aufenthaltssteuer“ erhoben. Diese Aufenthaltssteuer wird pro Tag der Nutzung des Zimmers, der Suite, der Wohnung oder eines einheitlichen Hauses wie nachstehend erhoben:

  1. Auf Haupt-Hotelunterkünfte des Unterfalls aa) des Falls a) des § 2 des Artikels 1 des Gesetzes N. 4276/2014 (A‘ 155) folgendermaßen:
    • 1-2 Sterne: 0,50 €
    • 3 Sterne: 1,50 €
    • 4 Sterne: 3,00 €
    • 5 Sterne: 4,00 €
  2. Auf möblierte Fremdenzimmer – Wohnungen des Unterfalls cc) des Falls b) des § 2 des Artikels 1 des Gesetzes 4276/2014 folgendermaßen:
    • 1-2 Schlüssel: 0,25 €
    • 3 Schlüssel: 0,50 €
    • 4 Schlüssel: 1,00 €

2. Die Aufenthaltssteuer wird von den Unternehmen des vorstehenden Paragraphen bei der gemäß den bestehenden Bestimmung erfolgenden Ausstellung des steuerlichen Belegs (sprich der jeweiligen Quittung / Rechnung) erhoben und mittels monatlicher Deklarationen, die bis zum letzten Werktag des Folgemonats ab der Ausstellung eines jeden steuerlichen Belegs einzureichen sind, an die Steuerverwaltung abgeführt.
Im Fall einer kostenlosen Erbringung von Aufenthaltsdienstleistungen seitens der obigen Unternehmen wird keine Aufenthaltssteuer erhoben.

3. Am Ende des Anhangs des wie geltenden Gesetzes N. 4174/2013 (A‘ 170) wird die Phrase „Aufenthaltssteuer“ hinzugefügt.

4. Form und Inhalt der Deklaration zur Abführung dieser Sondersteuer, der Zeitpunkt und das Verfahren ihrer Erhebung und Abführung sowie auch jede andere notwendige Einzelheit bezüglich der Umsetzung dieses Artikels werden per Beschluss des Generalsekretärs für öffentliche Einnahmen bestimmt.

5. Die Bestimmungen des gegenwärtigen Artikels gelten ab dem 01.01.2018 für ab diesem Datum und nachfolgend ausgestellte steuerliche Belege.

(Quelle: Imerisia)

  1. bub
    21. Mai 2016, 13:02 | #1

    Wo ist das Problem? In Spanien und Co ist das gang und gäbe!

  2. windjob
    21. Mai 2016, 13:38 | #2

    Hat die griechische Presse eigentlich keine anderen Themen. Da kann es ja nicht so schlecht bestellt sein. Ist ja Wahnsinn, 4€ Steuer auf ein 5 Sterne Hotel. Da werden die Leute, die dies gebucht haben anschliessend wirklich am Hungertuch nagen. Vielleicht sollte sich die griechische Presse mal wirklich um die vordringenden Probleme kümmern aber vielleicht kann man damit keine Auflage erhöhen. z.B. dass diese Hotels ihre Einkünfte hauptsächlich im Ausland versteuern. Dies sind die wahren Probleme der EU. Die werden aber nicht angegangen. Ist eigentlich noch keinem klar geworden, dass es hier nur um die Tatsache geht, dass Griechenland eine sozialistische Regierung hat und die ist bei den Eurokraten nicht erwünscht. Warten wir mal ab wie die Wahl in Spanien ausgeht und falls Podemos dort noch mehr Stimmen bekommt. Dann wird auch diese Regierung gemobbed. Die EU ist faktisch am Ende und sollte aufgelöst werden aber diese Wahrheit will keiner eingestehen. Am wenigsten Merkel.

  3. Siegfried Hermann
    21. Mai 2016, 14:16 | #3

    Das macht Spanien ja auch. Bei uns kenn ich das von Berlin. Für einen 14tägigen Urlaub ca 40 Euro. Würden damit die Not und das Elend der griechischen Bürger verringert, wäre das ja ok. Da das ganze aber wieder nur in das schwarze Bermuda-Taschenloch von Bankstern, korrupten Politikern unkontrolliert verschwindet, eine weitere raffgierige Abzocke dieser Herrschaften. Dabei würde es Griechenland in Zeiten islamischen Terrors richtig gut tun, wenn Weesteuropa und Russland künftig auf kreta, Korfu, oder Athen urlauben statt im unsicheren Antalya.

  4. Frank-Uwe Albrecht
    21. Mai 2016, 17:07 | #4

    Am 16.05.2016 berichtete die Tagesschau über touristenfreie Strände und Hotels auf der Insel Chios. Soll das griechenlandweit so werden? Gerade die „Geiz-ist-geil“-Deutschen sind doch darauf bedacht, viel Leistung für wenig Geld zu bekommen.

  5. Antonios Vassiliadis
    21. Mai 2016, 17:58 | #5

    Wurde auch Zeit, daß hier etwas unternommen wurde, ohne wieder einmal in die Taschen der ohnehin schon stark gebeutelten Griechen zu greifen. Diese Maßnahme als harten Schlag zu benennen, finde ich total überzogen. Diese geringen Kosten werden die Touristen sicher nicht davon abhalten, bei uns einen unbeschwerten Urlaub genießen zu können. Ein richtiger Schritt, der keinem weh tut, in der Masse aber öknomisch einen Sinn macht. Eine Deutsche Redewendung: Kleinvieh macht auch Mist.
    Die Inseln mit dem Flüchtlingsproblem können einem richtig leid tun, den den Einwohnern, welche auf den Tourismus angewiesen sind, tut man Unrecht, nicht auf deren Inseln zu kommen. Auf allen Inseln sind die meisten Flüchtlinge auf der Ostseite – selbst in den Auffang-Camps (wenn ich mich nicht irre). Somit kann die Westseite der Inseln eigentlich unbeschwert besucht werden. Es gibt so viele wunderschöne Strände dort, wo man für sich sein kann. Immer noch besser als in den anschlagsgefährdeten Ländern weiter östlich!

  6. Axel Clauß
    21. Mai 2016, 18:34 | #6

    Mir fällt dabei nur unser schöne Nordsee ein. Dort ist es doch auch schon fast überall „normal“, dass man das Wasser erst sehen kann wenn man ordentlich Kurtaxe und Parkgebühr gezahlt hat. Ich würde die 4 € gerne bezahlen, wenn den Griechen dafür ein wenig mehr von ihrer Rente übrig bliebe.

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