Das tragische Bild der Wirtschaft Griechenlands

3. Mai 2016 / Aufrufe: 1.067

Der Quartalsbericht der staatlichen Haushaltsstelle zeichnet ein völlig anderes Bild von der Wirtschaft Griechenlands als die Regierung propagiert.

Im vierten Quartal des Jahres 2015 präsentierte das BIP einen marginalen Anstieg um 0,1% im Verhältnis zum dritten Quartal 2015, während das BIP im Verhältnis zum vierten Quartal des Jahres 2014 einen Rückgang um 0,8% verzeichnete … Für das Jahr 2015 insgesamt schrumpfte das BIP der griechischen Wirtschaft um weitere 0,2%. In nominalen Werten war der Rückgang noch größer (-0,9%) …

Die Arbeitslosigkeitsquote erreichte im vierten Quartal des Jahres 2015, im Verhältnis zu dem dritten Quartal 2015 marginal gestiegen … Die Arbeitsproduktivität ging weitere zurück … Die Vergütungen für abhängige Arbeit je Lohnempfänger gingen zurück …

Ein exaktes Foto der Tragödie der Wirtschaft Griechenlands

Der Rhythmus der Löschungen von Unternehmen aus dem allgemeinen Handelsregister nahm zu und übersteigt inzwischen den Rhythmus der Schaffung neuer Unternehmen … Der Wirtschaftsklima-Index für Griechenland verschlechterte sich im Februar … Die Bankguthaben der Unternehmen und Haushalte nehmen weiter ab …

Die Exporte gingen zurück … Die Deflation setzte sich fort … Die Spannen der Zinssätze der Anleihen Griechenland im Verhältnis zu den deutschen (Spreads) stiegen bis Mitte Februar an …

Der allgemeine Preisindex der Athener Börse verzeichnete ein historisches Tief … . Die fälligen Verbindlichkeiten steigen weiter an … Die Privatisierungen schreiten voran, die Zielvorgabe von 50 Mrd. Euro wird jedoch nicht erreicht werden … Die Staatsmaschinerie zeigte in kritischen Reformthemen nicht den erforderlichen Zusammenhalt …

Es stellt sich ein ernsthaftes Thema der Liquidität der Kassen, und je länger sich die Einigung mit den Gläubigern und die Ratifizierung des Gesetzes verzögert, desto schneller läuft der Countdown der Explosion der Zeitbombe des Versicherungssystems …

Wenn die Banken zu einem umgehenden Verkauf ihrer Portefeuilles gezwungen werden, wird wahrscheinlich eine weitere Rekapitalisierung notwendig werden, was – wie es bisher geschehen ist – die öffentliche Verschuldung noch mehr belasten wird …

Langfristig und mit der Griechenland heimsuchenden wirtschaftlichen Krise und politischen Instabilität als gegeben wird das Flüchtlings- / Immigranten-Problem die Wirtschaft ungünstig beeinflussen und ein noch größeres fiskalisches Problem schaffen … Griechenland vermag selbst jetzt keine Asylanträge zu bewerten, während es im selben Moment unfähig ist, elementare Bedürfnisse zu decken … Die Registrierungszentren werden als Internierungszentren genutzt, was gegen das internationale Schutzrecht ist.

Für das Jahr 2016 wird insgesamt ein weiteres Absinken des BIP des Landes prognostiziert … Zu Beginn des Jahres 2016 sind die Entwicklungen bezüglich des Verlaufs der griechischen Wirtschaft weiterhin beunruhigend und stehen unmittelbar mit der Verzögerung der Beseitigung der Ungewissheit und dem Wiederherstellung des Vertrauens in die griechische Wirtschaft in Verbindung … Die prognostizierte Deeskalation der Arbeitslosigkeit in den kommenden Jahren wird als unbefriedigend beurteilt …

Feststellungen der Opposition? Nein. Getreue Auszüge aus dem Quartalsbericht der staatlichen Haushaltsstelle im Parlament, die exakt die Tragödie der griechischen Wirtschaft fotografieren. Keinerlei Zusammenhang mit der Regierungsrhetorik des gelogenen Optimismus, der Irreführung und der Tatenlosigkeit. Wie einmal die Gruppe der Bee Gees sang: „Tragödie ist, die Kontrolle zu verlieren und keinen Mumm zu haben.

(Quelle: capital.gr, Autor: Giorgos Lakopoulos)

Kommentare sind geschlossen