Plastiktüten „ersticken“ Griechenland

18. April 2016 / Aufrufe: 860
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Die gedankenlose Verwendung von Plastiktüten in Griechenland hat dramatische Folgen.

In Griechenland verwendet jeder Bürger jährlich rund 240 Plastiktüten, wobei es jedoch auch zu über 500 kommen kann, und viele dieser Tüten landen in der Umwelt an Land und im Meer und stufen die Flora und Fauna, die öffentliche Gesundheit, aber auch das touristische Produkt des Landes herab.

Diese Schlussfolgerung wurde mittels eines wissenschaftlichen Forums hervorgehoben, das bei der Industriekammer im Rahmen des Programms Life DeBag stattfand. Wie festgestellt wurde, sind die Folgen aus der Verwendung der Plastiktüte inzwischen dramatisch, welcher Umstand zur Notwendigkeit der Änderung der Mentalität und Festigung „guter“ Praktiken seitens der Verbraucher führt.

3.500 Tonnen Müll pro km² allein im Saronischen Golf

Giorgos Papatheodorou, Professor an der Universität Patras und Koordinator des Programms, betonte, bereits 1995 sei bekannt gewesen, dass die Kunststoffe die Meeresumwelt bedrohen. Wie er sagte, sind durch deren Verwendung mehr als 600 Arten maritimer Lebewesen beeinträchtigt worden, während mehr als 50 Arten systematisch Kunststoffe verschlucken. Wie er einschätzte, werden bis 2050 mit den konkreten Rhythmen 99,8% der Meeresvögel Plastik geschluckt haben.

Zusätzlich führt die Verwendung von Plastik eine Veränderung der Unterschicht des Meeresbodens herbei, mit einer ernsthaften Belastung der Biodiversität. Wie Herr Papatheodorou anführte, schwimmen weltweit 250.000 Tonnen an Kunstoffen im Ozean, während allein im Saronischen Golf die Abfälle auf 3.500 pro Quadratkilometer veranschlagt werden, wobei Plastiktüten, Flaschen und Aluminium vorherrschen und diese Zahl von Jahr zu Jahr zuzunehmen scheint.

Laut dem Vorsitzenden der griechischen Recycling-Organisation (EOAN), Dimitris Polytopoulos, hat bereits ein gesellschaftlicher Dialog begonnen, der zu gesetzgeberischen Initiativen bezüglich der Harmonisierung Griechenlands mit den Europäischen Direktiven zur Reduzierung der Verwendung der Plastiktüte führen wird.

Wie Klimentini Diakomanoli, Sprecherin des Ausschusses, betonte, droht mehr als 250 Tierarten, wegen der Plastiktüte in Fallen zu geraten, während zur Bewältigung der umweltbezogenen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen das Ziel sei, dass jeder Bürger sich bis 2019 auf jährlich 90 Tüten beschränkt. Abgesehen von den erforderlichen Aktionen zur Informierung und Sensibilisierung der Bürger sowie ebenfalls auch den Anreizen, die für alternative Methoden der Substituierung der Plastiktüte gegeben werden sollen, umfasst das Geflecht der Aktionen auch die Möglichkeit, ab 2019 und nachfolgend für jede Plastiktüte einen Preis zu erheben. Höheres Ziel sei, dass bis 2025 jeder Europäer nicht mehr als bis zu 40 Plastiktüten jährlich verwendet.

Plastiktüten belasten zukünftige Generationen

Professor Kostas Mpithas wiederum betonte, die wirtschaftlichen und umweltbezogenen Kosten aus der Nutzung der Plastiktüte gelten als versteckte Kosten, da sie versteckte Formen eines Verlusts von Wohlstand der zukünftigen Generationen darstellen. Unmittelbare Kosten stellen die Auswirkungen auf den Tourismus, die Minderung des Wertes des Immobilienvermögens, die Kosten der Mülleinsammlung dar, während zu den mittelbaren Kosten der Verlust der Biodiversität, aber auch die Einbußen auf der Ebene von Freizeitdienstleistungen zählen. Er schlug sogar die Planung von Preisen vor, welche die externen Kosten auf Basis des Prinzips „der Verschmutzer – Nutzer zahlt“ integrieren.

Wie bekannt wurde, betrifft der Zweig der Plastiktüte in Griechenland direkt oder indirekt etwa 30.000 Personen, während die direkt beschäftigten etwa 750 Personen sind. Wie Herr Kyrkitsos, Vorsitzender der Ökologischen Recycling-Gesellschaft, meinte, sei nicht bekannt, ob mit der Umsetzung der neuen Politiken zur Reduzierung der Verwendung der Tüte die Beschäftigung zurückgehen werde, da die Maßnahmen möglicherweise durch die Erhöhung der Produktion von mehrfach nutzbaren Plastiktüten, aber auch die Findung alternativer Lösungen zur Reduzierung der Verwendung der Kunststoffe ausgeglichen werden können.

Das Programm Life DeBug wird von der Universität Patras, der Terra Nova, dem Netzwerk Mittelmeer SOS und der Ökologischen Recycling-Gesellschaft unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Umwelt und Energie (YPEN) und der EOAN realisiert.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.