Explosives Klima in Griechenlands Flüchtlingslagern

25. April 2016 / Aufrufe: 4.428
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Die stetig zunehmenden Spannungen und alltäglichen Ausschreitungen unter den Flüchtlingen und Immigranten in Griechenland lassen Böses schwanen.

In den sogenannten Beherbergungszentren in Griechenland scheint ein explosiver Mix zu entstehen, während die Zwischenfälle mit Afghanen im Hafen von Piräus alltäglich sind. Letztere protestieren, „weil die Syrer in bessere Aufnahmezentren kommen und allgemein besser behandelt werden„, und diese Vorfälle stellen keinen Vorboten guter „News“ dar, spezieller je näher der Sommer kommt.

Tausende Menschen verschiedener Nationalitäten werden für viele Monate, eventuell auch für Jahre zusammen leben müssen. Auf den griechischen Inseln treffen im Durchschnitt täglich ungefähr 100 Personen, also 3.000 im Monat ein, die zu den 54.000 Flüchtlingen und Immigranten hinzukommen, die bereits im Land weilen (sprich festsitzen).

Umsiedelungsprogramm der EU wird praktisch nicht umgesetzt

Die Asylbehörde wird unter den derzeitigen Umständen und mit dem existierenden Personal eineinhalb und mehr Jahre benötigen, um die Asylanträge der Immigranten zu Registrieren, die sich in den Auffanglagern aufhalten.

Manche der Antragsteller haben wegen ihrer Nationalität keine großen Chancen, Asyl zu erhalten, wie beispielsweise all jene, die aus Bangladesch und Pakistan kommen, welche Länder nicht als Kriegsgebiete gelten. Entsprechend waren jedoch jüngst 498 aus Syrien, für die der Asylantrag im Schnellverfahren innerhalb eines Tages untersucht wird. Wird dem Ersuchen auf Asyl statt gegeben, können sie dann im weiteren Verlauf entweder in das Umsiedelungsprogramm (der EU) eingegliedert werden oder (legal) in Griechenland bleiben.

Bis zum 10 April 2016 wurden insgesamt 3.654 Personen in besagtes Umsiedelungsprogramm aufgenommen worden, von denen 1.186 von den anderen EU-Ländern akzeptiert worden sind (sprich eine Zusage erhalten haben) und inzwischen 655 – hauptsächlich Syrer – in die Aufnahmeländer abgereist sind. Dies ist allerdings eine minimale Anzahl im Verhältnis zu den 60.000, welche die EU aufzunehmen unterschrieben hat.

Zigtausende Asylanten werden jahrelang in Griechenland bleiben

Alle, die Asyl erhalten (für die Afghanen dauert das Verfahren der Untersuchung des Antrags bis zu vier Monate) werden also obligatorisch für die nächsten Jahre in Griechenland bleiben. Gemäß den letzten Angaben nahm im März 2016 die Anzahl der eingereichten Asylanträge steil zu und erreichte 2.963, allerdings liegen noch keine Angaben hinsichtlich der Nationalität vor.

Jedenfalls ist zu betonen wert, dass von den im letzten Zeitraum untersuchten Asylanträgen etwa die Hälfte positiv beschieden wird, welcher umstand impliziert, dass etliche tausende Flüchtlinge für die kommenden drei Jahre eine Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis inne und einen Anspruch auf Schutz in Griechenland haben werden.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Kleoni
    25. April 2016, 09:57 | #1

    ein weiteres Indiz, dass die EU Griechenland von allen Seiten im Stich lässt, damit es für die Medien wenigstens ein Land gibt, das man tagtäglich an den Pranger stellen kann, während die Rechtsextremen ein EU Land nach dem andern für sich „gewinnen“ und der gesamte deutsch Blätterwald schweigt dazu.

  2. Delta120
    26. April 2016, 13:28 | #2

    Es ging der EU Kommission nie um Griechenland und seine Emigranten. Wäre dem so, würde Merkel Busse und Züge nach Griechenland schicken um die Emigranten abzuholen. Die EU hat sich dafür entschieden, ihre Grenzen nun zu verteidigen, wie in den Verträgen vorgesehen. Griechenland hat dies praktisch akzeptiert.

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