„Kriminalisiert“ Griechenland den 500-Euro-Schein?

22. März 2016 / Aufrufe: 1.049
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Die Banken in Griechenland müssen penibel alle Transaktionen dokumentieren, bei denen 500-Euro-Banknoten vorgelegt werden.

Große Unruhe ist in Griechenland in Zusammenhang mit den Informationen bezüglich einer Identifizierung aller Bürger verursacht worden, die sich für Transaktionen zu Banken begeben und dabei Banknoten im Nennwert von 500 Euro bedienen. Laut einer Reportage der griechischen Zeitung Kathimerini werden die Finanzinstitute alle Angaben jener erfassen und elektronische speichern, die 500er „wechseln“ wollen.

Nach den Gerüchten, die EZB plane, die Banknote einzuziehen und damit Maßnahmen zur Bekämpfung des Verkehrs von „Schwarzgeld“ zu ergreifen, gab es in letzter Zeit sogar einen großen Verkehr an den Schaltern. Viele sputeten sich, die 500-Euro-Banknote in kleinere Scheine wechseln zu lassen, und es gab sogar auch Beschwerden, dass die Banken eine Provision von 5 Euro erheben (was sie mit den hohen Kosten rechtfertigen, ihre Filialen mit ausreichenden Mengen kleinerer Geldscheine zu versorgen …).

Obligatorische Identifizierung bei Banken, jedoch nicht im Handel

Gemäß der Kathimerini lautet es in einem Rundschreiben der Griechischen (Zentral-) Bank, dass alle Banken verpflichtet werden, für jeden Kunden die Summe aller Vorgänge des Eintausches von 500-Euro-Scheinen zu erfassen und sie in Relation zu seinen anderen Transaktionen mit Banknoten des selben Nennwerts sowie auch seinen übrigen Geschäftsvorgängen zu setzen. Entsprechend sind die Institute verpflichtet, auch die übrigen Geschäftsvorgänge ihrer Kunden – wie Einzahlung auf ein eigenes oder fremdes Konto – zu beobachten, die mit vorgelegten Banknoten abgewickelt werden, und mit dem Finanz- und Transaktionsprofil des jeweiligen Kunden abzugleichen.

Allerdings ist es ein Fakt, dass jemand, der sich Geld auf sein Konto oder das Konto eines Dritten einzuzahlen anschickt, so wie so „identifiziert“ wird. Ganz gleich, ob er 500 Euro oder weniger einzahlt, muss er sich ausweisen und Angaben zur Person mach, also Vor- und Nachname, Telefonnummer usw. angeben.

Von Interesse ist allerdings, was mit den anderen Geschäftsvorgängen geschieht. Was passiert, wenn z. B. jemand in ein Einzelhandelsgeschäft, einen Supermarkt oder einen Textil- oder Schuhladen geht und mit 500 Euro bezahlen möchte? Wird der Geschäftsbetreiber die Banknote zurückweisen? Offensichtlich nicht, da er verpflichtet ist, das Geld anzunehmen – sofern es natürlich echt ist. Niemand ist aber an der Kasse berechtigt, Vor- und Nachnamen oder andere Personendaten des Käufers zu verlangen, außer wenn es diesbezüglich einen einschlägigen Runderlass geben wird.

Es ist anzumerken wert, dass die 500-Euro-Banknote nicht abgeschafft werden soll und niemand, der solche Scheine besitzt, sein Vermögen verlieren wird. Sie wird aber von den Zentralbanken schrittweise „eingesammelt“ und eingezogen werden. Jedenfalls scheint in den Schließfächern oder unter den Matratzen ein großer Schatz in 500-Euro-Scheinen zu existieren und viele sorgen sich, was geschehen werden wird.

(Quelle: Imerisia)

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