In Griechenland werden bald 70.000 Flüchtlinge feststecken

1. März 2016 / Aufrufe: 2.461

Laut Griechenlands Minister für Migrationspolitik werden in einem Monat bis zu 70000 Flüchtlinge und Immigranten im Land eingeschlossen worden sein.

Giannis Mouzalas, Minister für Migrationspolitik, gestand offiziell ein, dass in Griechenland im kommenden Monat 50.000 – 70.000 Flüchtlinge und Immigranten eingeschlossen werden sein.

Wie Herr Mouzalas betonte, befinden sich derzeit 22.000 Eingeschlossene im Land, und wie die Historie zeigt, wird die Anzahl im nächsten Zeitraum auf 50.000 bis 70.000 ansteigen. Die Ströme setzen sich derweilen mit ungeminderter Intensität fort, während es allein in Piräus rund 3.500 Ausländer gibt und den Hafen zu einem formlosen „Hotspot“ machen.

Flüchtlinge glauben nicht an Schließung der Balkanroute

Der Minister für Migrationspolitik betonte, dass in ganz Griechenland Notstands-Auffanglager geschaffen werden, damit diese Menschen nicht auf den Straßen umherziehen, wobei er bestätigte, dass der griechische Notstands-Plan, in dem auch wirtschaftliche Hilfe in Höhe von 450 Mio. Euro verlangt wird, nach Brüssel geschickt worden ist. Der Minister berichtete, ein Teil der Feststeckenden seien Immigranten und werden im Rahmen des Repatriierungsprogramms in ihre Länder aufbrechen, da sie nicht in Griechenland eingekerkert bleiben wollen.

Giannis Mouzalas dementierte, dass 120 Internierungslager in ganz Griechenland geschaffen werden sollen, betonte jedoch, dass Beherbergungs-Stätten mit Zelten und anderen Infrastrukturen erstellt werden. Dafür sind wiederum die Mittel für Verpflegung, Unterbringung und Einstellung von Personal erforderlich, erklärte der Minister und fuhr fort: „Wir hoffen, dass die europäische Politik sich schneller bewegen wird. Der Plan ist einheitlich.

Bei Idomeni haben wir ein Problem. Diese Menschen sind nicht überzeugt worden, dass der Weg geschlossen worden ist. Sogar auch jene, die in Unterkünften (in anderen Gegenden Griechenlands) untergebracht worden sind, sehen die Lage und wollen fort nach Idomeni„, antwortete Giannis Mouzalas bezüglich der Situation an der Grenze des Landes zu Skopje bzw. der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedoniens (FYROM).

Bezüglich der tausende Flüchtlinge gefragt, die sich in Piräus und auf dem Elliniko-Areal in Athen aufhalten, antwortete der Minister, es sei vielleicht nötig, dass sie für etwas Zeit an den konkreten Orten bleiben und im weiteren Verlauf „auf ganz Griechenland verteilt werden„.

Die Türkei wird nicht mehr „wegschauen“ können

Nach diesen Erklärungen war die Reaktion der Nea Dimokratia (ND) umgehend. Während Giannis Mouzalas noch in der Morgensendung des TV-Senders MEGA sprach, war der Abgeordnete und Pressesprecher der ND, Giorgos Koumoutsakis, bei der TV-Sendung „Kalimera“ des TV-Senders Skai eingeladen, und über die Erklärungen des stellvertretenden Ministers für Migrationspolitik informiert werdend verlangte er die sofortige Einberufung des Konferenz der politischen Führer.

Herr Mouzalas äußerte ebenfalls, die Türkei werde nicht … wegschauen können, so lange die NATO in der Ägäis patrouillieren werden wird. „Der Plan C ist, dass wir dem Land helfen, indem wir das griechische Volk entlasten und diesen Menschen (sprich den Flüchtlingen) helfen„, antwortete er auf die Frage, was geschehen werde, wenn es bei der anstehenden Gipfelkonferenz keine Einigung gibt, während er bezüglich der Möglichkeit des Ausschlusses Griechenlands aus dem Schengen-Abkommen gefragt meinte, seiner Meinung nach habe niemals eine solche Gefahr bestanden.

Osterreich ist ein befreundetes Land. Sie haben Wahlen und inländische Probleme, und unter diesem Druck machte es einen gegen unser Land sehr feindlichen Zug„, antwortete der Minister abschließend bezüglich der … „hitzigen“ Vorfälle zwischen Griechenland und Österreich in den letzten Tagen.

(Quelle: Imerisia)

  1. Stella
    1. März 2016, 10:03 | #1

    Ich weiß noch, es ist noch gar nicht so lange her, da würden wir Griechen als „Faulenzer“ nicht reformfähig und als Ballast der Europäischen Union beschimpft. Wir, die, Europa erst zivilisiert und kultiviert haben. Nun sieht sich Deutschland mit den Folgen der mitverantworteten Kriege konfrontiert und möchte einen großen Teil seiner politischen und finanziellen Verantwortung an die gebeutelten Griechen abschieben. Der größte Profiteur aus allem entzieht sich mal wieder seiner Verantwortung! Tausende Menschen stecken im Grenzgebiet zu Skopje fest. Wo bleibt da die Menschlichkeit? Das zerbrechen der EU ist nicht weit. Und ganz ehrlich, ich weine dieser Vereinigung keine Träne nach. Mal sehen ob die deutsche Wirtschaft sich genauso freut, wenn sie wieder Zollkontrollen einführen und Zölle erhoben werden.

  2. hallo
    1. März 2016, 11:28 | #2

    Also die 3 milliarden fuer die tuerkei sind ja nun offensichtlich hinfaellig, diese muessen unverzüglich an Griechenland ausgezahlt werden ?!

  3. GR-Block
    1. März 2016, 20:56 | #3

    Die 3 Mrd sind die Entschädigung für die Militäreinsätze im Auftrag. Die lassen sich nicht verrechnen mit der Versorgung von Flüchtlingen, höchstens mit deren Erzeugung. Stände GR im Krieg mit Assad und Putin, dann wären die Mrd auch dorthin geflossen.

  4. Kleoni
    1. März 2016, 21:17 | #4

    Warum werden der Türkei 3 Milliarden gegeben, ohne dass sich etwas ändert, und Griechenland muss die harten Sparauflagen erfüllen? Gelder, die für die Ankurbelung der Wirtschaft vorgesehen waren um neue Arbeitsplätze zu schaffen, damit die höchste Arbeitslosigkeit Europas bekämpft werden kann, müssen nun von Griechenland für die Grundversorgung der Flüchtlinge eingesetzt werden. Ich begreiff es nicht mehr. Die Türken haben ausdrücklich betont, dass für sie der Waffenstillstand in Syrien nicht gilt und sie die Kurden weiterhin mit allen Mitteln militärisch bekämpfen werden.

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