Europa macht Griechenland zu einem riesigen Gefängnis

13. März 2016 / Aktualisiert: 13. März 2016 / Aufrufe: 1.296
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Griechenland wird zu einem riesigen Gefängnis für Flüchtlinge und Immigranten, da alle umliegenden Länder ihre Grenzen praktisch geschlossen haben.

Die sogenannten europäischen Partner und andere wandeln Griechenland in ein riesiges Gefängnis um. Trotz des Umstands, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel sich über den Zug der Länder entlang der Balkanroute erbost zeigt, die Grenzen zu Griechenland zu schließen, scheint dies niemanden zu kümmern.

Zur Stunde, wo der Präsident der Europäischen Kommission, der Pole Donald Tusk, den 28 zu der Schließung der Grenzen zu Griechenland gratuliert, kommt auch die Nachricht aus den albanischen Medien, gemeinsame Grenzpatrouillen mit den Italienern aufzunehmen, damit die Flüchtlinge und Immigranten keinen Durchschlupf nach Europa finden.

Italien fürchtet „Flüchtlings-Invasion“ über die Adria

Konkret berichten die Medien Tiranas, die Patrouillen an der albanisch-griechischen Grenze werden Männer der italienischen Polizei gemeinsam mit ihren albanischen Kollegen durchführen, um nach der Schließung der sogenannten Balkanroute Flüchtlings- / Immigrantenströme mit Ziel Europa von der Passage über die Adria abzuhalten.

Die Vereinbarung über gemischte Patrouillen wurde nach einer jüngst in Rom erfolgten Begegnung der Innenminister der beiden Länder, Angelino Alfano und Saimir Tahiri, erzielt und sieht italienische Unterstützung mit Personal und technischen Mitteln für die effizientere Überwachung der Grenze Albaniens zu Griechenland vor. Von den Medien Tiranas verbreitete Informationen berichten, die gemeinsamen Patrouillen werden baldigst, vielleicht noch am Samstag (12 März 2016) beginnen. Im Rahmen der Zusammenarbeit trafen sich in der albanischen Hafenstadt Avlona sogar die Polizeikommandeure der beiden Länder, um die getroffene Vereinbarung ihrer politischen Vorgesetzten zu spezifizieren.

Italien eilt sich, Tirana Hilfe zu leisten, da es befürchtet, die in Griechenland festsitzenden Flüchtlinge könnten infolge der Schließung der Balkanroute nun Albanien als Transitland wählen und über die Adria auf sein Territorium gelangen. Zur selben Stunde, wo Italien und Albanien diese Vereinbarung treffen, setzen die Ströme der Flüchtlinge und Immigranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln sich jedenfalls trotz der angeblich abschreckenden Präsenz der NATO in der Ägäis praktisch ungemindert fort.

In Griechenland sitzen bereits über 44.000 Flüchtlinge fest

Laut anderen Pressemeldungen wurde ein gewisser Rückgang aus der Türkei auf den griechischen Inseln eintreffender Flüchtlinge und Immigranten verzeichnet, der teils auch auf die Präsenz der deutschen NATO-Fregatte im Seegebiet vor Dikili (Izmir) zurückzuführen sein mag. Die Fregatte verließ allerdings am Samstag (12 März 2016) die Region, woraufhin die Ankunftszahlen prompt wieder anstiegen. Offiziellen Angaben zufolge befanden sich am vergangenen Wochenende auf den griechischen Ägäis-Inseln Lesbos, Samos, Chios, Rhodos und Kos knapp 8.000 (registrierte) Flüchtlinge und Immigranten, während die Anzahl der auf dem gesamten griechischen Staatsgebiet befindlichen Flüchtlinge und Immigranten auf über 41.500 veranschlagt wurde. (Laut einer neueren Bekanntmachung des Generalsekretariats für Informierung und Koordination betrug am Sonntagmorgen die Anzahl aller Registrierten Personen bereits insgesamt 44.035.)

Rund 12.000 Menschen verharren derzeit weiterhin in der absurden Hoffnung, möglicherweise doch noch über die ehemalige jugoslawische Republik Mazedoniens (FYROM) nach West- und Nordeuropa gelangen zu können, unter unsäglichen Umständen an dem Grenzübergang Idomeni – Gevgelija. Unvorhersehbare Entwicklungen im Rahmen einer Zwangsräumung des Lagers bei Idomeni fürchtend, bemühen die griechischen Behörden sich derzeit darum, die Flüchtlinge und Immigranten mittels mehrsprachig verfasster Flugblätter über die dauerhafte Schließung der Balkanroute zu informieren und dazu zu bewegen, sich freiwillig in – wenn auch eher schlecht als recht aus dem Boden gestampfte – Auffanglager zu begeben, wo sie zumindest nicht – wie derzeit in Idomeni – im Schlamm sitzen müssen und auf eine elementare Versorgung (Verpflegung, sanitäre Anlagen, medizinische Betreuung usw.) hoffen können.

(Quellen: vimaonline.gr, diverse Presseberichte)

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