Erdogan als Türsteher der EU

18. März 2016 / Aufrufe: 1.786
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Einem offensichtlich größenwahnsinnigen Möchtegerndiktator den Schutz ihrer Interessen antragend, leistet die EU praktisch den politischen Offenbarungseid.

Was der „Zusammenhalt“ innerhalb der EU derzeit wert ist, dokumentiert ein kurzes Resümee: Die Mitgliedstaaten der EU hatten sich vor ungefähr 7 Monaten auf die Umsiedlung (relocation) von 160.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien geeinigt. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden jedoch bis heute gerade einmal 937 Menschen „umgesiedelt“.

Der stellvertretende Präsident des Europa-Parlaments, Dimitris Papadimoulis, gab über Twitter die offiziellen Angaben des Europäischen Rats an die Öffentlichkeit, und zwar konkret:

Bisher wurden nur 937 Flüchtlinge „umgesiedelt“!

Im September 2015 einigten die Mitgliedstaaten der EU sich auf die Umsiedlung (sprich proportionale Verteilung) von 160.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien. Sieben Monate später sind die Resultate erb-ärmlich: Die Anzahl der in diesem Rahmen umgesiedelten Flüchtlinge erreichte bis heute gerade einmal … 937.

  • Kroatien, Tschechien, Dänemark, Estland, Ungarn, Polen, Slowenien, Slowakei nahmen nicht einen einzigen Flüchtling auf.
  • Belgien, Bulgarien, Zypern, Irland, Weißrussland, Litauen Luxemburg, Rumänien, Spanien, Schweden nahmen jeweils 3 – 20 Flüchtlinge auf.
  • Finnland, Frankreich, Deutschland, Holland, Portugal haben jeweils 50 – 290 Flüchtlinge aufgenommen.
  • Die Anzahl der umzusiedelnden Flüchtlinge beträgt: 159.063!

Europa tanzt auf einem Minenfeld

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte derweilen, Europa müsse auf seine eigenen Leistungen im Flüchtlingsthema schauen, bevor es der Türkei sagt, wie sie mit den Flüchtlingen umzugehen habe, und betonte, sein Land werde die Kritik aus Europa bezüglich der Rechte beherzigen, wenn diese angebracht sei, ansonsten werde es das tun, was es für notwendig erachtet.

In einer live im Fernsehen übertragenen Ansprache erklärte der islamistisch-konservative Präsident auch, „Europa tanzt auf einem Minenfeld“, indem es direkt oder indirekt „terroristische“ Organisationen in der Türkei unterstützt, die sich gegen den Staat verbündet haben. Ebenfalls charakterisierte er die Haltung Europas gegenüber den Terrororganisationen als „unredlich und unaufrichtig“.

(Quellen: iefimerida.gr, To Pontiki, Medienberichte)

  1. windjob
    18. März 2016, 13:20 | #1

    Dies ist so ein schmutziges Geschäft und ich hoffe, dass es nie Zustande kommt. Hier wird mit Menschen regelrecht geschachert. Jeder EU Politiker sollte sich schämen. Egal wie dieses Geschäft ausgeht. Es wird nichts ändern. Die Schlepper werden neue Geschäftsfelder entdecken, hauptsächlich wenn die Visafreiheit für Türken kommt. Wie masslos dumm können Politiker eigentlich noch sein.

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