Verlauf der Flüchtlingsströme durch Griechenland

24. Februar 2016 / Aufrufe: 3.538
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Verlauf der Ströme der Flüchtlinge und Immigranten über Griechenland in dem Zeitraum Oktober 2015 bis Februar 2016.

Eine bezeichnende Graphik auf Basis von Angaben des UN-Flüchtlings-Hochkommissariats (UNHCR) über die Flüchtlinge gibt die Flüchtlingsströme in dem Zeitraum ab dem 01 Oktober 2015 bis einschließlich zum 22 Februar 2016 wieder.

Die Graphik skizziert die Routen der Flüchtlinge aus der Türkei zu den nördlichen Ägäis-Inseln Griechenlands und dem griechischen Festland und ihre weitere Bewegungen zur ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedoniens (FYROM) über den Grenzübergang Idomeni – Gevgelija.

Route über Ost-Ägäis fordert weiterhin den größten Blutzoll

Verlauf der Flüchtlingsströme aus der Türkei über Griechenland zur FYROM
Routen der Flüchtlinge und Immigranten aus der Türkei über Griechenland

Die Abbildung ist hinsichtlich der sich gestaltenden Realität enthüllend, wobei die Situation an dem griechisch-mazedonischen Grenzübergang Idomeni – Gevgelija explosiv ist und die jüngsten europäischen Beschlüsse durch die einseitige Schließung der Grenze durch die FYROM direkt in Frage gestellt werden. (Zu letzterem sei angemerkt, dass in der vergangenen Woche die Aufrechterhaltung des Status Quo an den europäischen Grenzen wenigstens bis zu der außerordentlichen Gipfelkonferenz am 06 März 2016 vereinbart worden war.)

Am 23 Februar 2016 gab die Internationale Organisation für Migration bekannt, dass in diesem Jahr (2016) bereits mehr als 100.000 Flüchtlinge und Immigranten in Griechenland und Italien eintrafen, davon 97.325 auf den griechischen Inseln und 7.507 in Italien. Laut der Organisation „haben ebenfalls mehr als 410 Flüchtlinge und Immigranten während der selben Periode ihr Leben verloren, wobei die Route zwischen Türkei und Griechenland über die Ost-Ägäis mit 321 Todesfällen weiterhin diejenige mit dem größten Blutzoll ist„.

Anzahl und Nationalität der Flüchtlinge und Immigranten

Nach Zahlen und Nationalitäten der in den letzten Monaten über Griechenland nach Europa strömenden Flüchtlinge und Immigranten aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild:

Anzahl der Flüchtlinge und Immigranten Oktober 2015 – Februar 2016

Monat Nach Griechenland Zur FYROM
Oktober 2015 211.663 192.843
November 2015141.249 151.249 159.640
Dezember 2015 108.742 89.871
Januar 2016 60.502 53.299
Februar 2016 (vorläufig) 37.930 32.553

Nationalitäten der in Griechenland eingetroffenen Flüchtlinge und Immigranten

Herkunftsland Dezember 2015 Januar 2016
Syrien 39% 45%
Afghanistan 24% 28%
Irak 25% 18%
Iran 3% 3%
Pakistan 3% 3%
Marokko 2% 0,2%

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Erstickende Situation im Durchgangslager bei Idomeni

Die Situation in dem Durchgangslager am Grenzübergang Idomeni – Gevgelija gestaltete sich am Dienstagabend (23 Februar 2016) geradezu erstickend, nachdem sich dort ungefähr 4.000 Flüchtlinge „gestaut“ hatten und zu übernachten gezwungen waren. Parallel wurden allerdings auch etliche Reisebusse mit hunderten, wenn nicht gar tausenden weiteren Flüchtlingen an den Straßenblockaden der griechischen Bauern „festgesetzt“, andere warten an einer Autobahnraststätte vor dem Grenzgebiet auf das „grüne Licht“ der Polizei, die Fahrt zum Grenzübergang zur FYROM fortsetzen zu dürfen.

Die am Vortag (22 Februar 2016) von protestierenden Afghanen, denen die Einreise in die FYROM verweigert worden war, bei Idomeni blockierte Eisenbahntrasse wurde derweilen am Dienstagmorgen im Rahmen einer Aktion der griechischen Polizei geräumt. Die Bahnverbindung zum Nachbarland ist inzwischen wieder frei und es passierten auch schon Güterzüge.

Laut der Polizei wurden 1.260 Afghanen, denen die Einreise in die FYROM verweigert worden war, mehr oder weniger gewaltsam mit Bussen nach Athen zurückgeschickt (wo allerdings inzwischen alle Durchgangs- / Übergangslager ebenfalls völlig überfüllt sind).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Frank
    24. Februar 2016, 22:38 | #1

    Das kann doch wirklich nicht wahr sein, dasa die EU Griechenland im Regen stehen lässt. Wie soll dieses Land und deren stolze Bürger diesen Wust an Problemen alleine bewältigen? Herr Erdogan hat nun endlich eine wirksame Waffe gegen die Europäer Und gegen Griechenland. Wie sollten denn die Griechen ihre Grenzen schützen? Mit Waffengewalt?
    Ich sehe den Tag näher kommen, an dem genau dieses passieren wird. Und wenn man denn schon dabei ist, kriegen es auch die ab die diesen Trubel verursacht haben. Ganz ehrlich, ich könnte es verstehen.

  2. 24. Februar 2016, 23:35 | #2

    Es wird der Tag kommen, an dem die Goldene Morgenröte an die Macht kommen wird, wegen der Unfähigkeit der westlichen Welt! Hellas sollte nicht die NATO, sondern Putin für den Schutz der Europäischen (Hellenischen) Grenze beauftragen. Dazu sollte auch gehören, die türkischen Luftraumverletzungen (insg. 1600 in einem Jahr) mit Abschuß zu beantworten! So wie es der Sultan für sich beansprucht. Alles Heuchler! Scheiß auf die EU und auf Dublin und Schengen! Scheiß auch auf die Gläubiger! usw. … . Geschichtslose Speichellecker, übrigens Monkeydonia hat keinen Namen (FYROM).

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