Terror-Verdächtige in Griechenland verhaftet

15. Februar 2016 / Aktualisiert: 15. Februar 2016 / Aufrufe: 811
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In Griechenland wurden drei britische Staatsangehörige irakischer Abstammung verhaftet, die ein ganzes Waffenarsenal mit bisher unbekanntem Ziel beförderten.

Ein reguläres Waffenarsenal mit 22 Waffen und fast 240.000 Patronen beförderten drei in Griechenland in der Region Evros verhaftete Männer, bezüglich deren Eigenschaft und Absichten die Behörden alle Möglichkeiten offen lassen. Den bisherigen Informationen zufolge handelt es sich um irakische Kurden britischer Staatsangehörigkeit, von denen zwei im Hafen von Alexandroupoli und einer am Grenzübergang Kypi festgenommen wurden.

Laut der Bekanntmachung der Hafenpolizei gelten die drei Männer der Bildung einer kriminellen Organisation und der Beteiligung an Terrorakten als verdächtig. Unbestätigten Informationen zufolge, auf die sich die Nachrichtenagentur Reuters berufen hatten, handelte es sich um drei Kurden irakischer Abstammung und britischer Staatsangehörigkeit. Bezüglich ihres Reiseziels wird noch ermittelt.

Verhaftungen im Hafen von Alexandroupoli und am Grenzübergang Kipi

Wie am Sonntagmittag (14 Februar 2016) die Hafenpolizei auch offiziell bekannt gab, wurden am vorherigen Samstagnachmittag im Hafengebiet von Alexandroupoli ein 35-Jähriger und ein 36-Jähriger – beide britische Staatsangehörige – wegen der Gründung einer kriminellen Organisation, der Beteiligung an Terrorakten, des Schmuggels und illegalen Transportes, Besitzes und der Aufbewahrung von Waffen verhaftet.

Die beiden Männer wurden an der Zufahrt zum Parkplatz des Hafens festgenommen, wo sie sich mit einem Fahrzeug nebst Wohnanhänger befanden. Wie die Hafenpolizei berichtet, erfolgte die Festnahme „nach einer konzertierten Aktion und im Rahmen der systematischen und intensiven Kontrollen und nach Auswertung von Informationen und mehrtägiger Observierung in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Nachrichtendienst (EYP)„.

In dem Wohnwagen wurden – versteckt und „sorgfältig verpackt“ – 18 automatische Gewehre mit geriffeltem Lauf und jeweils einem Magazin (bei sechs war der Verschluss montiert, die Verschlüsse der anderen 12 Waffen befanden sich in einer anderen Verpackung), 27.250 Patronen des Kalibers 22 und 12.500 5,5-mm-Kugeln gefunden. Im Besitz der Festgenommenen befanden sich auch diverse (allerdings nicht besonders nennenswerte) Geldbeträge in verschiedenen Währungen (Euro, US-Dollar, Türkische Lira, Irakische Dinar) und insgesamt sieben Mobiltelefone. Fahrzeug und Mobiltelefone wurden beschlagnahmt.

Im weiteren Verlauf wurde über sich aus der Voruntersuchung ergebene Informationen umgehend die Direktion der Kriminalpolizei Alexandroupoli in Kenntnis gesetzt, was die Festnahme eines 40-jährigen englischen Staatsbürgers irakischer / kurdischer Abstammung am Sonntagmorgen im Gebiet des Grenzübergangs Kipi zur Türkei (Ipsala) zum Resultat hatte. Der dritte Mann befand sich ebenfalls in einem PKW nebst Wohnanhänger, in dem er vier Luftgewehre mit einem Kaliber von 5,5 mm, 200.000 Patronen des Kalibers 22 und acht Zielfernrohre beförderte.

ISIS-Kämpfer oder ISIS-Gegner?

Wie der griechische Fernsehsender MEGA berichtete, gestanden die drei Verhafteten ein, eine Gruppe darzustellen, und sagten gegenüber der Polizei aus, nicht den ISIS-Reihen, sondern gegen den Islamischen Staat kämpfenden Partisanengruppen anzugehören, und erklärten, für sie sei es völlig normal, etwas solches zu tun, damit sie ihren Landsleuten helfen.

Weiter sollen sie angeführt haben, sei ihr Ziel gewesen, mit den Waffen über die Türkei nach Syrien zu gelangen. Aus den Ermittlungen bzw. in den Fahrzeugen gefundenen Belegen und Tickets geht hervor, dass die drei Festgenommenen aus Italien per Fähre nach Igoumenitsa gelangt waren und sich vorher auch in Deutschland aufgehalten hatten. Den selben Informationen zufolge ergeben sich für sie keine vorherigen Verhaftungen oder kriminellen Aktivitäten und es wird eingeschätzt, dass der Zweck der Beförderung der Waffen ihr Verkauf war. Was die Herkunft der Waffen betrifft, besorgten sie sich diese vermutlich in Deutschland und Österreich, um sie in den Nordirak zu bringen.

Die drei Männer verbleiben auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Alexandroupoli in Gewahrsam und sollen innerhalb der Woche dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden.

Bereits 5 Festnahmen im Großraum Alexandroupoli

Es sei in Erinnerung gerufen, dass vor nicht langer Zeit in der selben Region zwei andere Männer festgenommen wurden, die beschuldigt werden, Dschihadisten zu sein. Einer der beiden Männer, der am Busbahnhof (KTEL) in Alexandoupoli festgenommen wurde, war sogar der schwedische Staatsangehörige serbischer Herkunft Mirsad Bektašević, der unter dem Namen „Maximus“ bekannt ist.

Mirsad Bektašević alias Maximus gilt als Führungskader der Dschihadisten auf dem Balkan und mit ihm zusammen war ein aus dem Yemen stammender 20-Jähriger. Die Tatsache, dass in Alexandroupoli bereits fünf Festnahmen erfolgten, könnte darauf hindeuten, dass es in dem Gebiet möglicherweise eine Zelle gibt, die vielleicht etwas plante.

Ergänzend sei angemerkt, dass aktuelleren Erkenntnissen und Informationen zufolge die am vergangenen Wochenende im Verwaltungsbezirk Evros verhafteten drei Kurden englischer Staatsangehörigkeit definitiv nicht mit irgendwelchen ISIS-Aktivitäten, geschweige denn erfolgten oder geplanten Terror-Anschlägen in Zusammenhang zu stehen scheinen, sondern möglicherweise einfach nur einen mehr oder weniger erklecklichen Reibach aus dem Verkauf der Waffen und Munition zu erzielen anstrebten.

(Quellen: in.gr, diverse Medienberichte)

  1. LiFe
    15. Februar 2016, 20:11 | #1

    Ich hoffe, dass die übrigen EU-Partner zu schätzen wissen, wie gut die Ermittler in Griechenland gearbeitet haben. Man könnte andersherum fragen, warum konnten die Täter mit versteckten Waffen und Munitionen unbehelligt Grenzen passieren?

  2. GR-Block
    16. Februar 2016, 19:51 | #2

    … dass die drei Festgenommenen aus Italien per Fähre nach Igoumenitsa gelangt waren und sich vorher auch in Deutschland aufgehalten hatten.“ und „… dass der Zweck der Beförderung der Waffen, ihr Verkauf war. Was die Herkunft der Waffen betrifft, besorgten sie sich diese vermutlich in Deutschland und Österreich, um sie in den Nordirak zu bringen.
    Das beantwortet gleich mehrere Fragen:
    – Wer rekrutiert Kämpfer für den Krieg?
    – Warum bleiben Waffentransporte mit Fähren (!) unentdeckt?
    – Wer beliefert den IS mit Waffen oder Finanzierung?

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