2016 trafen bereits über 100000 Flüchtlinge in Griechenland ein

28. Februar 2016 / Aufrufe: 2.340
Einen Kommentar schreiben Kommentare

Seit Anfang 2016 trafen innerhalb von weniger als zwei Monaten bereits über 100000 Flüchtlinge und Immigranten in Griechenland ein.

Mit dem dreifachen Rhythmus des ersten Halbjahrs 2015 sind in diesem Jahr (2016) bisher bereits mehr als 100.000 Flüchtlinge und Immigranten in Europa angelangt.

Laut der Internationalen Organisation für Migranten (IOM) sind wenigstens 102.500 Personen auf den griechischen Inseln Samos, Kos und Lesbos eingetroffen. Weiter 7.500 sind in Italien angekommen und es ist bekannt, dass in den ersten sechs Wochen des Jahres 2016 bisher 411 ihr Leben bei der Unternehmung verloren haben, die Reise zu schaffen.

UNCHR fordert kollektive Tangierung des Flüchtlingsproblems

2015 wurde die Grenzmarke der 100.000 Ankünfte bis Ende Juni nicht verzeichnet. So wie das Frühjahr und der Sommer näher rücken und das Wetter sich bessert, wird für dieses Jahr mit einem nach größeren Anstieg der Ankünfte gerechnet.

Die IOM schätzt ein, dass 20% der Ankömmlinge aus Afghanistan kamen, während fast die Hälfte Syrer waren. Am vergangenen Montag (22 Februar 2016) vereinbarten die USA und Russland, einen teilweisen Waffenstillstand in Zusammenhang mit dem Assad-Regime und dem größten Teil des syrischen Widerstands zu organisieren, jedoch nicht auch mit dem Islamischen Staat oder der Al-Nusra-Front. Es bestehen breite Zweifel daran, wie wirksam dieser Waffenstillstand sein und wie lange er dauern wird.

Der Zustrom der Flüchtlinge ist unter den europäischen Ländern auf eine chaotische Antwort getroffen. Am vergangenen Freitag (19 Februar 2016) verhängte Österreich bei der Anzahl der Menschen, denen es täglich die Einreise gestattet, eine Höchstgrenze von 80 Asylanten und 3.200 Menschen, die in andere EU-Länder weiterzukommen versuchen. Die Beschränkung führte Skopje (sprich die ehemalige jugoslawische Republik Mazedoniens / FYROM) dazu, die Einreise von Afghanen über seine Grenze zu Griechenland zu stoppen und damit Demonstrationen der Afghanen und Proteste aus Athen und von dem UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNCHR) zu zünden, das anführte: „Diese letzten einschränkenden Maßnahmen drohen, die Gesetze der EU zu verletzten und die Bemühungen um eine vollumfängliche und harmonisierte Tangierung für die Bewältigung der Flüchtlings- und Immigranten-Krise in Europa zu untergraben.“ Der Träger forderte Europa zu einer einheitlichen Tangierung auf.

Eine am vergangenen Dienstag (23 Februar 2016) veröffentlichte Untersuchung des UNCHR fand heraus, dass 94% der Syrer, die im Januar 2016 in Griechenland eintrafen, die Seepassage riskiert hatten um dem Krieg zu entkommen, und 71% der befragten Afghanen sich auf die Zusammenstöße und die Gewalt beriefen. „Trotz all dem scheinen sich mit jeder verstreichenden Woche diverse europäische Länder darauf zu fokussieren, die Flüchtlinge und Immigranten fern zu halten anstatt den Fluss mit Verantwortung zu handhaben und an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten„, meinte der Träger.

Flüchtlinge sind Gewalt, Misshandlungen und Willkür ausgesetzt

Die griechische Polizei trieb am vergangenen Dienstag (23 Februar 2016) hunderte an der Grenze zu Skopje feststeckende afghanische Immigranten zusammen und verbrachte sie mit Bussen in ein Lager bei Athen. Die Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichteten, an einer etwa 20 km vor dem Grenzübergang Idomeni gelegenen Autobahnraststätte bei Polykastro Polizisten gesehen zu haben, „die afghanische Flüchtlinge, darunter Frauen und Kinder, die sich einen Bus zu besteigen weigerten, der sie zwangsweise nach Athen bringen würde, mit Fußtritten traktierten„. Die MSF merken an, die an der Grenze eingeschlossenen Flüchtlinge erhalten keinerlei Informierung und nur minimale humanitäre Hilfe und begegnen der Gefahr der Gewalt und Misshandlung.

Weiter fügen die Ärzte ohne Grenzen an: „Wir haben die humanitären Folgen dieses Domino-Phänomens wieder und wieder moniert, die europäischen Regierungen an dieser Route fahren jedoch darin fort, neue und willkürliche Kriterien zu dem einzigen Zweck zu erfinden, den Fluss der Menschen zu reduzieren – um jeden Preis und unter völliger Gleichgültigkeit hinsichtlich der humanitären Bedürfnisse. Das Scheitern der europäischen Regierungen, kollektive und menschliche Antworten zu finden, produziert nur Chaos, Willkür und Diskriminierungen.

Die griechische Regierung tadelte Österreich wegen der Verhängung der Beschränkungen und der Einberufung einer Konferenz westlicher Balkanländer, um unter Ausschluss Griechenlands die Flüchtlingskrise zu erörtern. Das griechische Außenministerium beschrieb die Treffen als „einseitige Handlung, die gegenüber unserem Land überhaupt nicht freundlich ist„.

Derweilen vertagte ein französisches Gericht den Beschluss über einen Plans der Regierung zum teilweisen Abriss eines Flüchtlingslagers bei Calais in der Nähe des Eingangs des Ärmelkanal-Tunnels. In Erwartung der Schließung des Lagers bei Calais und einer Bemühung, das Entstehen alternativer Lager in Belgien abzuwenden, intensivierte wiederum die belgische Regierung die Kontrollen an seiner Grenze zu Frankreich.

(Quelle: sofokleous10.gr)

  1. Delta120
    28. Februar 2016, 14:58 | #1

    50.000 Flüchtlinge pro Monat und das bei geschlossenen Grenzen. Hinzu kommt, dass in einem Chaos-Land wohl sehr viel weniger Menschen ihren Urlaub verbringen wollen – jetzt zu einer Zeit, wo viele Ihren Urlaub planen. Dass das Geld für die Rückzahlung der Kredite wohl nicht mit der Migrationswelle aus der Türkei mitgekommenen ist, ist wohl jedem klar. Somit wird Griechenland sicher zum Top-Thema des sozialen Absteigers des Jahres werden.

  2. GR-Block
    28. Februar 2016, 18:38 | #2

    Tja, bei 100.000 in zwei Wintermonaten, kann man sich ausdenken, was in der „Reisezeit“ im Sommer passiert. Anstatt KZs für Flüchtlinge einzurichten, sollte GR die Einwanderer in den Touristikhotels einquartieren. Bei 20 Mio. ausländischer Touristen jährlich sollte es wirklich möglich sein, für jeden Syrer einen Deutschen, Polen, Österreicher … zu finden, der sein Zimmer mit diesem teilen muss. Damit ließen sich die Vorgaben der EU für die Aufnahme-Kontingente der einzelnen Staaten leicht erfüllen. Bei Abreise muss der Tourist mit dem Gepäck natürlich auch seinen Syrer mitnehmen.

  1. Bisher keine Trackbacks

Hinweis: Kommentare werden erst nach Freischaltung durch einen Administrator sichtbar.
Bitte beachten Sie die Hinweise und Regeln bezüglich der Abgabe von Leserkommentaren.