Vorschlag zur Aufhebung der Kapitalkontrollen in Griechenland

3. Januar 2016 / Aufrufe: 1.711

Die Banken in Griechenland schlagen eine schrittweise und bis Ende 2016 völlige Aufhebung der im Juni 2015 verhängten Kapitalverkehrskontrollen vor.

Die griechischen Banken haben den zuständigen Ministerien für Finanzen und Entwicklung sowie auch der Griechischen Bank einen vollständigen und hinreichend dokumentierten Vorschlag bezüglich der Aufhebung der im Juni 2015 in Griechenland verhängten Kapitalverkehrskontrollen vorgelegt.

Zuverlässigen Informationen zufolge wurde der sich auf die Kapitalkontrollen beziehende Vorschlag der Banken und des griechischen Bankenverbands am 29 Dezember 2015 vorgelegt und sowohl dem Finanzminister Evklidis Tsakalotos als auch der Führung der Griechischen Bank unter Giannis Stournaras eingereicht.

Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen in drei Phasen

Sofern dem Vorschlag der griechischen Banken teilweise oder ganz stattgegeben werden sollte, wird er zur finalen Genehmigung auch der EZB vorgelegt werden. Konkret basiert der Vorschlag für die schrittweise Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen auf drei Achsen:

  1. Maßnahmen die umgehend, also ab Januar 2016 umgesetzt werden können.
  2. Maßnahmen, die ab März 2016 umgesetzt werden.
  3. Maßnahmen, die ab Juni 2016 umgesetzt werden.

Detaillierter sieht der in Rede stehende Vorschlag der griechischen Banken vor:

Maßnahmen, die ab Januar 2016 umgesetzt werden könnten

Kurzfristig könnte hinsichtlich des Geflechts der Parameter, die zur schrittweisen Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen führen werden, in einer ersten Phase Folgendes geschehen:

  • Möglichkeit zur Verlegung der Portefeuille-Verwaltung ins Ausland.
  • Möglichkeit für die Bürger zur Eröffnung auch von Gemeinschaftskonten.
  • Möglichkeit zur vorzeitigen Öffnung von Festgeldanlagen.
  • Möglichkeit zur vollständigen vorzeitigen Tilgung der Kredite.

Maßnahmen, die ab März 2016 umgesetzt werden könnten

Der Basisvorschlag der Banken ist, dass ab März 2016 neue Kontoeinlagen als „neues Geld“ gelten und unter Bedingungen „freigegebenen“ Kapitals behandelt werden. Es ist sogar vorgeschlagen worden, dass es ein monatliches Barabhebungs-Limit von 3.000 Euro gibt.

Wenn demnach beispielsweise ein neuer Anleger bei einer Bank nach März 2016 einen Betrag von 10.000 Euro einzahlt (bzw. allgemein sinngemäß auf ein Konto einzahlt), soll er die Möglichkeit haben, 3.000 Euro (monatlich) abheben zu können. Die 3.000 Euro können entweder ratenweise oder einmal im Monat als Gesamtsumme abgehoben werden.

Für die Unternehmen soll es dagegen ein Limit von 30.000 Euro geben..

Für die alten Anleger (bzw. „altes Geld“) soll die Möglichkeit bestehen, anstatt der bisher wöchentlich maximal 420 Euro einmal im Monat maximal 1.680 Euro abheben zu können. Wenn beispielsweise auf Basis des derzeitigen Systems ein Sparer die 420 Euro pro Woche nicht abhebt und die zweite Woche zu laufen beginnt, verliert er die Möglichkeit, die 420 Euro der vorherigen Woche abzuheben und kann nur die 420 Euro für die neue Woche abheben.

Der neue Vorschlag gestattet dagegen die „kumulative“ Abhebung des gestatteten Höchstbetrags. Wenn also ein Sparer 2 Wochen lang kein Geld abhebt und sich in der Dritten Woche anschickt, eine Abhebung zu tätigen, soll er die Möglichkeit haben, die 840 Euro der beiden vorherigen Wochen plus die 420 Euro der neuen Woche abzuheben.

Maßnahmen, die ab Juni 2016 umgesetzt werden könnten

Eine völlige Aufhebung der Beschränkungen bei der Abhebung von Bargeld bzw. die Freigabe haben die Banken ab Juni 2016 vorgeschlagen. Sonstige Beschränkungen infolge der Kapitalverkehrskontrollen werden bis auf weiteres und mit dem Ziel bestehen bleiben, bis Ende 2016 aufgehoben worden zu sein.

Auf Basis dieses Vorschlags erachten die Banken, den Prozess der Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen schrittweise vorzunehmen, keine Unruhe im System zu verursachen und gleichzeitig allen gemeinsam Zuständigen zu gestatten, den Vorschlag der Banken auf eine positive Weise zu sehen.

(Quelle: bankingnews.gr)

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