Neue Partei DiEM25 des ehemaligen Finanzministers Griechenlands

5. Januar 2016 / Aufrufe: 2.485
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Informationen zufolge wird Griechenlands ehemaliger Finanzminister Yanis Varoufakis am 09 Februar 2016 aus Berlin die Gründung der Partei DiEM25 bekannt geben.

Es wird erwartet, dass der renommierte Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis am 09 Februar 2016 die Gründung einer paneuropäischen linken Partei bekanntgeben wird, deren Ziel sein wird, gegen die Austerität anzutreten.

Laut der europäischen Ausgabe der US-amerikanischen Zeitung Politico wird die Partei DiEM25 heißen (Democracy in Europe Movement 2025 – Bewegung für die Demokratie in Europa 2025). „Im Februar werde ich eine paneuropäische Bewegung mit einem objektiven, radikalen Ziel präsentieren: die Demokratisierung der Europäischen Union„, führte Herr Varoufakis an.

Exempel gegen Griechenland sollte Sieg der Podemos abwenden

Yanis Varoufakis hatte bereits am 23 Dezember 2015 gegenüber der italienischen Zeitung L‘ Espresso angeführt, im Februar 2016 eine neue Partei zu präsentieren, bei der es sich um eine „paneuropäische Bewegung“ handeln werde. Wie der ehemalige griechische Finanzminister anmerkte, will er beweisen, dass es eine dritte alternative Lösung zu all denen, die in den Kokon der Nation und des Staates zurückkehren wollen, und jenen gibt, welche die „antidemokratischen Politiken“ der heutigen europäischen Institutionen akzeptieren.

In seinem Interview führte Yanis Varoufakis ebenfalls an, die „drakonischen“ Maßnahmen, die Griechenland mit der im Sommer getroffenen Vereinbarung auferlegt wurden, hatten unter anderem das Ziel, einen Wahlsieg der Podemos in Spanien abzuwenden.

(Quelle: in.gr)

  1. GR-Block
    5. Januar 2016, 14:42 | #1

    Leider waren sie binnen Stunden alle weg. Es gibt keine Tickets mehr für die Veranstaltung auf der Berliner Volksbühne am 9. Februar, auf der Varoufakis die Gründung der “Democracy in Europe Movement 2025 – DiEM 25” verkünden will. Die lancierte Medienhatz gegen ihn war offensichtlich eine exzellente PR.
    Ich bin sicher, es wird für DiEM 25 leicht sein, bei EU-Wahlen ein ordentliches Stück des Parlamentskuchens zu bekommen. Dann werden die Alten EUler und Helfer der Finanzblutsauger wieder in Panik geraten und zu heulen beginnen. Vom Einzug ins EU-Parlament in drei Jahren bis zur Gründung nationaler Ableger ist es aber nur ein Katzensprung … für den jungen Varoufakis. Da können die grauen Wölfe mit ihrem Zahnersatz bedrohlich fletschen wie sie wollen. Zeit für’s Altersheim! Zahnprothesen wieder aufheben und los geht’s, hopp hopp!

  2. Griechenlandfreund
    5. Januar 2016, 16:45 | #2

    Es gab in den letzten Jahrzehnten immer wieder mal den Versuch einer neuen „gesamteuropäischen“ Partei, fast immer von links. Niemals erreichten diese Parteien mehr als 0,3% in den Ländern, in denen sie antraten. Parteien müssen organisch wachsen und vor Ort (= Kommune), im Kreis, Bundesländer und bundesweit vertreten sein. Einfach eine „gesamteuropäische“ Partei aus Griechenland heraus zu gründen, hat 0,000000% Chancen auf ein EU-Mandat ausserhalb Griechenlands. Und selbst dort werden rd. 3,5% Stimmen benötigt, um ein einziges EU-Mandat zu erhalten.

    • Europabefürworterin
      8. Februar 2016, 13:10 | #3

      Ich bin selbst politisch aktiv gewesen, recherchiere und überlege ständig, auch unter philosophischen Betrachtungen, wie wir Europa zu einer politischen als auch lebenswerten vorbildlichen Gemeinschaft werden lassen können. Wenn jemand dies schaffen kann, dann Yanis Varoufakis. Er gehört zu den klügsten Köpfen, die Europa derzeit zu bieten hat. Einen Beitritt zu dieser Bewegung und deren Unterstützung schließe ich deshalb nicht aus.

  3. nom
    5. Januar 2016, 18:13 | #4

    Letztlich ist die Gründung einer solchen Partei doch nichts anderes als eine weitere PR-Aktion für Herrn Varoufakis, den ich zwar durch und durch sympathisch finde, dem ich aber auch am 09.02. diesen Jahres eine gehörige Portion Naivität unterstellen muß. Er müßte doch nun am besten Wissen, mit welchen Mächten er sich in den EU-Hinterzimmern angelegt hat, und wie schnell aus dem „Tiger“ Syriza ein abgetretener Bettvorleger geworden ist. Nein, wer wirklich etwas ändern möchte, der muß erstens eine vollkommen andere Wirtschafts-, Steuer und Bündnispolitik gegen alle (angloamerikanisch dominierten und $-basierten) Widerstände durchsetzen, wofür eine (phasenweise) Rückkehr zu nationaler Selbstbestimmung unerlässlich ist und zweitens eine Stärkung des Volkswillens nicht nur predigen sondern durch direkte und transparente, demokratische Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse auch durchsetzen. Alles andere ist Kinderkram und wird Griechenland nicht dafür schützen, fremdbestimmte Schuldenkolonie zu bleiben und nun auch noch zur „Flüchtlingsmüllkippe“ Europas degradiert zu werden. Dass angloamerikanische Investoren und Multinationale Konzerne Gas, Öl und Gold aus griechischem Boden holen wollen und ihnen dies am besten gelingt, wenn Griechenland ökonomisch schwach unter Aufsicht bleibt und von Flüchtlingen überrollt wird, muß man ja wohl niemandem mehr erklären. Aufwachen da unten! Und mal ein paar sehr ernste Worte in Richtung Ankara richten. Oder wofür waren nochmal die 3 Milliarden aus Brüssel für Herrn Erdowahn? Für einen zweiten Palast? Oder als Militärhilfe für den IS?

  4. GR-Block
    5. Januar 2016, 20:48 | #5

    Nicht so pessimistisch! Der Herr Professor ist, wie es scheint, ein sehr kultivierter aber harter Kämpfer. Damit gefällt er Frauen wie Männern. Sozusagen Lara Croft auf griechisch, hmmm … scharf.

    Sein akademischer Hintergrund, seine Kontakte zu amerikanischen Ökonomen und sein Rückhalt in Washington aber auch seine politische Vernetzung mit Kulturschaffenden und alternativen Kreisen in Europa machen ihn recht unempfindlich gegen populistische Attacken; er hat’s einfach nicht so nötig wie Berufspolitiker und ist doch ständig heiß begehrt und in Action. Das macht das Besondere in seiner Ausstrahlung aus.
    Berufspolitiker dagegen suchen ständig händeringend nach Sponsoren aus der Privatwirtschaft für ihre Karrieren und bieten sich als Lobbyisten an. Sie erzählen dem Volk etwas vom großen Kompromiss, als DAS eigentliche Ziel „guter Politik“. Die aber haben wir inzwischen bis zum Erbrechen ausgekostet. Dabei geht es System-Politikern lediglich um das unreflektierte Stabilisieren desselben und um deren Konkurrenz untereinander beim Punktesammeln für ihre späteren Beraterverträge.

    Es gibt jetzt schon zwei „Fraktionen im Europäischen Parlament“ (Wiki) mit 120 Sitzen, die sich explizit EU-Skeptiker nennen. Dann wären da noch 15 Unabhängige und 38 Rechte. Insofern besteht schon eine gute Chance, dass DiEM25 keine „Eintagsfliege“ wird und sich Abgeordnete unterschiedlichster Fraktionen des europäischen Parlaments zunächst informell einer neuen Bewegung zuordnen, die dann später zu einer ausgewachsenen Fraktion werden könnte. Mal sehen, wie Varoufakis das bewerkstelligen will und v. a., was er dann mit dem entstandenen Sack voll Hummeln macht. Jedoch, zunächst muss er mit seinem Plan B durchkommen. Und der darf danach nicht wie Plan :-b aussehen. Denn …

    In der McCarthy-Ära hatte der linke Grigoris Lamprakis ähnlichen Erfolg. Damals musste der noch erschlagen werden, weil er, einmal im Parlament, dem Hippokratischen Eid nicht abschwören wollte. Nach der Junta war es der Amerikaner Andreas Papandreou. Weil der allerdings Immunität genoss, musste sich die EWG finanziell beteiligen und in dessen komplette Parteiführung (Simitis, Tsochatzopoulos, Pangalos …) „investieren“.
    Mit Tsipras wurde es billiger. Hier brauchte Merkel nur ihn zu „überzeugen“. Sein (auch Dank Varoufakis) erlangtes Charisma reichte aus, um (fast) die ganze Partei entgegen ihrer Überzeugung einer regelrecht „deutschen“ Parteidisziplin zu unterwerfen. (vgl. Adenauer: Wiederbewaffnung, Schmidt: NATO-Doppelbeschluss, Fischer: Einsätze in Bosnien und Afghanistan.

    Aber was macht man mit einem Sack voll europäischer Hummeln samt Professor? Spannend!

  5. navy
    8. Januar 2016, 04:44 | #6

    Viel Erfolg, Europa braucht richtige Parteien und Politiker, die Verstand haben.

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