Lügenpresse auch in Griechenland

13. Januar 2016 / Aufrufe: 829

Gegen den TV-Sender MEGA in Griechenland wurde eine Geldstrafe wegen irrerührender Verwendung eines Fotos zu Beginn der Kapitalverkehrskontrollen verhängt.

Der Rundfunk- und Fernsehrat (ESR) in Griechenland verhängte gegen den TV-Sender MEGA eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro wegen eines irreführenden Fotos, das der Sender in der Periode, als in Griechenland die Kapitalverkehrskontrollen eingeführt worden waren, während eines Berichts über die Kapitalkontrollen und spezieller die Geldabhebungen an den Bankautomaten verbreitet hatte.

Der private Fernsehsender MEGA CHANNEL gehört der Gesellschaft TILETYPOS AG.

Angebliches Foto aus Athen wurde in Südafrika aufgenommen

Der ESR erhielt viele Beschwerden in Zusammenhang mit einer Reportage während der zentralen Nachrichtensendung des TV-Senders MEGA am 29 Juni 2015, in der ein Foto ausgestrahlt, das eine ältere Frau zeigt, wie sie mit ihrem Körper eine andere Person abschirmt, die vor einem Geldautomaten steht.

Barabhebung an Bankautomat
ELAS: „Schutznetz“ für die Senioren, die Abhebungen tätigen (MEGA, 29/06/2015)

Laut dem Sender war das Foto „gestern Abend vor einer Bank im Zentrum Athens“ aufgenommen worden, während es sich gemäß den Beschwerden um ein (obendrein altes) Foto aus Südafrika handelt. Das Bild wurde während einer Reportage gezeigt, welche die Fälle von Überfällen nach Barabhebungen an Geldautomaten und die Maßnahmen der griechischen Polizei (ELAS) zum Thema hatte, diesem Problem zu begegnen.

Es sei angemerkt, dass das strittige Foto zuerst in der griechischen Zeitung „Espresso“ publiziert worden war und die Verantwortlichen des TV-Senders MEGA sich gegenüber dem ESR damit verteidigten, wegen der vorherigen Veröffentlichung des Fotos in besagter Zeitung „hielt der Sender das Foto entschuldbar für aktuell„. Der ESR befand jedoch, dieses Argument könne nicht akzeptiert werden, weil „die einschlägige Publikation keinerlei Angabe (z. B. Angaben zum Fotografen, Ortsangabe) benenne, aus denen der Eindruck entstehen könnte, es handele sich um eine zuverlässige Quelle, die es wert sei, von einem anderen Informationsmedium reproduziert zu werden„.

In seinem Beschluss merkt der ESR an, „die Übertragung dieses Fotos war in der Lage, ein Gefühl der Gefahr bei bestimmten Konsumenten hervorzurufen, die möglicherweise vermeiden würden, von dieser Möglichkeit (der Barabhebung an Geldautomaten) Gebrauch zu machen„. Der Beschluss über die Verhängung der in Rede stehenden Geldstrafe wurde bereits im vergangenen September (2015) von einem vierköpfigen Ausschuss unter Vorsitz von Lina Alexiou gefasst, jedoch erst neulich veröffentlicht.

(Quelle: dikaiologitika.gr, tvxs.gr)

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