Klarstellung zur öffentlichen Verschuldung Griechenlands

11. Januar 2016 / Aufrufe: 871
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Bevor Griechenland sich wieder auf die Finanzmärkte begeben können wird, bedarf es erst einer Reihe schmerzhafter Reformen zur Stützung seiner Wirtschaft.

Griechenland hat eine vielbewegte Geschichte hinsichtlich der Abzahlung seiner Schulden. Das 19. und 20. Jahrhundert kennzeichneten verstreute Staatspleiten, mit Höhepunkt das unerwartete Scheitern der fristgerechten Bezahlung des Internationalen Währungsfonds im Sommer vergangenen Jahres (2015).

Denken Sie jedoch nicht, der Handel mit der Verschuldung des Landes habe inmitten all dieser Probleme brach gelegen. Während der Dauer der heutigen Krise wickelte Athen lebhafte Transaktionen mit langfristigen Schatzbriefen ab und am Dienstag (05 Januar 2016) führte es eine erfolgreiche Auktion durch, die 1,63 Milliarden Euro einbrachte.

Griechenlands Gang an die Finanzmärkte bedarf schmerzhafter Reformen

Die Gründe, aus denen die Investoren selten von diesen regelmäßigen Verschuldungsverkäufen erfahren, sind zwei. Ersten umfassen sie ausschließlich außerordentlich kurzfristige Schatzbriefe und zweitens werden sie an ein in der Falle sitzendes inländisches Publikum verkauft, das aus Banken besteht, die der Regierung helfen, indem sie die fälligen Titel kontinuierlich umschulden (Rollover) anstatt bezahlt zu werden zu fordern.

Dies erklärt, warum die sechsmonatigen Schatzbriefe am vergangenen Dienstag mit einer Rendite von 2,97% verkauft wurden, welcher Satz sich seit dem vergangenen März (2015) nicht geändert hat. Auf dem übrigen Anleihenmarkt – sprich dem Part, der die meisten Investoren in Griechenland interessiert – hat es dagegen seit fast 18 Monaten keinen neuen Verschuldungsverkauf gegeben und für die unmittelbare Zukunft ist auch nichts vorgesehen.

Nach der letzten Platzierung hat die Instabilität bei dem kleinen Bestand privaten Investoren geschuldeter Inlandsverschuldung die 2019 auslaufende griechische Anleihe von 3,5% auf 20% hochschießen und die Preise auf 60 Cent pro Euro abstürzen lassen. Jetzt, nach zwei Wahlkämpfen, einem Referendum und den angespannten Verhandlungen mit den Gläubigern über die Sicherstellung der neuen Rettung und der Abwendung des Ausscheidens aus dem Euro sind die Preise auf 90 Cent pro Euro zurückgekehrt und Griechenland hofft, innerhalb der kommenden 18 Monaten den Verkauf staatlicher Anleihen erneut zu starten (sprich wieder an die Finanzmärkte gehen zu können).

Bevor dies jedoch geschehen kann, wird eine Reihe schmerzhafter und unpopulärer Reformen zur Stärkung der schwachen Wirtschaft des Landes zu erfolgen haben. Dies erklärt, warum die 2019 auslaufenden Obligationen eine Rendite von 8% in einem Moment haben, wo die deutschen Anleihen eine Rendite von -0,35% haben. Es besteht großer Spielraum für einen Anstieg der Preise. Was die Investoren im weiteren Verlauf zu sehen erwarten, sind Anzeichen, dass die Zukunft Griechenlands in der Eurozone sichergestellt worden ist, und eine gewisse Andeutung von Seite der Europäischen Zentralbank, gewisse dieser griechischen Anleihen aufzukaufen zu beabsichtigen.

(Quelle: sofokleous10.gr)

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