Griechenland und Israel vereinbaren Zusammenarbeit

29. Januar 2016 / Aufrufe: 967
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Bei dem Besuch des griechischen Premierministers in Israel wurden Vereinbarungen über Kooperationen zwischen Griechenland und Israel auf acht Bereichen unterzeichnet.

Der am Mittwoch (27 Januar 2016) erfolgte Besuch des griechischen Premierministers Alexis Tsipras und einer zehnköpfigen Delegation von Ministern in Israel wurde mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung über die Zusammenarbeit auf einer Reihe von Bereichen wie Energie, Seetransporte, Innovationen, Wassertechnologien, Beförderungen, Tourismus, Sicherheit und Handelskooperationen besiegelt.

Sowohl Griechenlands Premierminister als auch sein israelische Amtskollege Benjamin Netanjahu betonten in ihren gemeinsamen Erklärungen nach ihrer – innerhalb von zwei Monaten zweiten – Begegnung, die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern werde zu Stabilität und Frieden in der gesamten Mittelmeer-Region beitragen, während sie sich spezieller auch auf die signifikante Vereinbarung über den Transport von Erdgas und elektrischen Strom bezogen.

Es sei angemerkt, dass Alexis Tsipras und Benjamin Netanjahu sich am nächsten Tag (28 Januar 2016) in Nikosia zu einem trilateralen Treffen auch mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis einfanden.

Einladung, die Gelegenheiten in Griechenland zu nutzen

Spezieller charakterisierte Alexis Tsipras in seinen am Mittwoch abgegebenen Erklärungen das Treffen mit seinem israelischen Amtskollegen „nützlich und konstruktiv“ und richtete eine offene Einladung an Unternehmen, die Gelegenheiten zu nutzen, welche Griechenland bietet, und führte als Beispiel die neu entstandenen Unternehmen und das Ziel an, die „Antriebskraft der Wirtschaft, sprich die Forschung, die Technologie“ zu stärken. Weiter kündigte er die Verstärkung der Zusammenarbeit in Themen der Wassertechnologie wie Entsalzung, der Pharma-Technologie und der Biotechnologie an. Engere Kooperationen sollen außerdem auch auf dem Sektor des Tourismus vorangetrieben werden.

Wie der griechische Premierminister sagte, wurden „eine Reihe bilateraler Texte unterzeichnet, welche die Zusammenarbeit im Tourismus, in der Landwirtschaft, bei der Verwaltung der Gewässer, bei der Bekämpfung des Terrorismus, im Energiewesen fördern„. Spezieller bezog er sich auch auf die „Fortsetzung der Zusammenarbeit auf dem Energiesektor„, die – wie er meinte – „die Gelegenheit bieten wird, dass sich ein Kooperations-Rahmen entwickelt, der die Stabilität und den Frieden in der Region fördern wird„. Konkret führte Herr Tsipras an, Ziel sei, die Kooperation mittels der Entwicklung von Erdgas-Netzen durch Terminals in Griechenland oder auch einen möglichen Bau von Leitungen zu fördern. Im Mittelpunkt befindet sich ebenfalls der Transport elektrischen Stroms, sprich die „Eurasia Interconnection“, die auch das trilaterale Treffen in Zypern beschäftigen wird.

Wahre Freundschaft zwischen Griechenland und Israel

Griechenland ist ein wirklicher Freund und ich glaube, dass wir eine wahre Freundschaft entwickeln können„, meinte von seiner Seite Israels Premierminister und merkte an, „Griechenland und Israel haben in den letzten Jahren ihre Beziehungen aufgewertet„.

Herr Netanjahu gestand ein, „unsere Zusammenarbeit mag sich vielleicht verzögert haben, nun erfolgt sie jedoch in sehr schnellen Schritten„, und ergänzte, die beiden Seiten werden die Beziehungen „im Handel, im Energiewesen, bei Innovationen, Erdgas, der Vernetzung Griechenlands und Zyperns durch eine Stromleitung und dem Export von Erdgas“ aufwerten. „Wir werden ebenfalls über Transporte, Tourismus und Landwirtschaft sprechen„, fügte er an.

Die Begegnung der beiden Männer beschäftigten ebenfalls die Entwicklungen in der weiteren Region, in Syrien, in Libyen und an der Front des Terrorismus unter der gemeinsamen Einschätzung, dass diese Fronten mittels der Diplomatie und nicht kriegerischer Lösungen geschlossen werden müssen. Herr Tsipras brachte erneut die Absicht Griechenlands zum Ausdruck, im weiteren Raum des Mittelmeers die Rolle eines Katalysators zu spielen, und meinte: „Die trilaterale Zusammenarbeit zwischen Griechenland – Israel – Zypern vermag den Frieden in der Region zu fördern.

Kooperationsmöglichkeiten

Am Donnerstag (28 Januar 2016) begab Alexis Tsipras sich zu einem erweiterten trilateralen Treffen zwischen Griechenland, Zypern und Israel in die zyprische Hauptstadt Nikosia. Im Mittelpunkt der Begegnungen befanden sich die Möglichkeiten zur Kooperation auf den Bereichen der Vernetzbarkeit, der Energie, der Transporte, des Tourismus, der Wissenschaft und Technologien und der Seetransporte.

Der Rahmen des Treffens umfasste persönliche und erweiterte bilaterale Gespräche (Griechenland – Zypern, Zypern – Israel) sowie ebenfalls auch trilaterale persönliche Begegnungen zwischen den Staatsführern und Begegnungen in erweiterter Zusammensetzung. Im Rahmen des bilateralen Treffens mit Zypern wurden ebenfalls die Entwicklungen im Zypern-Thema erörtert.

(Quelle: Imerisia, Autor: Ilias Mpenekos)

  1. argus
    29. Januar 2016, 22:25 | #1

    Ich wünsche mir, dass GR seine Beziehungen zu dem zionistischen Regime keinesfalls intensiviert, damit würde GR indirekt den Genozid an der palästinensischen Zivilbevölkerung unterstützen. Das zionistische Regime muß weltweit geächtet und zudem sanktioniert werden.

    • Götterbote
      30. Januar 2016, 00:46 | #2

      Griechenland ist eines der wenigen Länder, welches Palästina als Staat anerkennt. Die Beziehungen sind traditionell sehr gut. Nach Ihrer Logik müsste Griechenland sämtliche Beziehungen zu den meisten westlichen Staaten abbrechen. Es ist gut, dass Griechenland mit beiden Seiten gute Beziehungen aufbaut und vor allem mal an sich selbst denkt und seine strategischen Möglichkeiten nutzt.

  2. LiFe
    30. Januar 2016, 00:33 | #3

    Wenn auch Griechenland sich Israel angenähert hat, so hat es dennoch seine traditionell guten Beziehungen zu den Palästinensern bewahrt. Ich denke es sind interessante Projekte, die beide Länder planen wollen. Wer weiß, vielleicht kommt der Tag und es werden genau diese beiden Länder es schaffen, dass endlich Ruhe, Stabilität und Frieden in der gesamten Mittelmeer-Region herrscht. Für die Palästinenser wäre es an der Zeit, dass auch sie ungestört ihr Land aufbauen können. Ich bin überzeugt, dass es auch Israelis gibt, die sich sehnlichst wünschen in friedlicher Nachbarschaft zu leben. Die Siedler mögen eigensinnig dagegen arbeiten, indem sie Häuser in palästinensische Gebiete bauen. Aber wie oft wurde rechtlich gestritten und es hatten auch häufig israelische Gerichte Siedlungsprojekte für verfassungswidrig erklärt.

  3. Protagoras
    30. Januar 2016, 08:46 | #4

    „Zionistisches Regime“ ist starker Tobak! Man mag über Netanjahus Regierung denken, wie man will, sie ist gleichwohl eine gewählte Regierung. Seine größten Gegner sitzen im selben Land. Dass die Palästinenser von arabischen Staaten Unterstützung erhalten, um Israel stellvertretend zu bedrohen, ist bekannt. Die Maßnahmen der Regierung muss man nicht gutheißen, man kann aber nicht jede israelische Regierung in Acht und Bann legen, die zuvor um einen Ausgleich bemüht war. Jede Münze hat die berühmten zwei Seiten. Angst ist auf beiden Seiten ein schlechter Ratgeber. Israel zu isolieren, macht die Lage im Nahen Osten keinesfalls sicherer. Griechenland ist gut beraten, ausgleichend Politik zu betreiben. Sich auf eine Seite zu schlagen, hat den Nachteil, dass man die andere als Feind betrachten muss. Genau dieses kurzsichtige Denken führt zu der Situation, die dort seit Jahrzehnten herrscht. „Zionistisches Regime“ ist eine Kampfvokabel. Die größere Weitsicht beweist, zumindest in diesem Fall, Tsipras.

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