Türkei könnte Immigrantenstrom nach Griechenland sofort stoppen

22. Dezember 2015 / Aktualisiert: 07. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.192

Ein türkischer Schlepper gibt freimütig zu, aus der Türkei käme nicht einmal eine Fliege nach Griechenland, wenn die türkische Regierung es nicht wollen würde.

Sie nennen ihn Osman. Oder so wurde er uns zumindest vorgestellt. Er ist einer der Top-Leute der türkischen Mafia, der sich mit Immigranten und Flüchtlingen im Nachbarland befasst (sprich auch ihre Überfahrt nach Griechenland organisiert). Und er versteckt sich nicht …

Würde die türkische Regierung nicht wollen, dass wir den Job tun den wir machen, würden wir nicht einmal eine Fliege nach Griechenland hinüberbringen können„, meint Osman entwaffnend.

Türkische Mafia kontrolliert Geschäft mit Flüchtlingen und Immigranten

Osman unterhält ein Geschäft in Smyrni, das Lebensmittel verkauft. Ein großes Lebensmittelgeschäft in Basmane, dem Stadtviertel der Griechen und Hebräer vor 1922, das von dem Brand verschont blieb. Die Türken nennen das Viertel „Damaskus“. Wie sie sagen, „leben hier mehr Syrer als in Syrien„. Das Bild des Gebietes ist jedoch nicht so, wie es im vergangenen Sommer war. Auf den Straßen gibt es keine Syrer mehr. Die Gemeindeverwaltung hat in den Parks und auf den Rabatten den Rasen neu gesät, einen Syrer gibt es nicht einmal mehr zum Vorzeigen. Aber … es gibt sie doch!

Osman erklärt uns, nunmehr „leben sie in Wohnungen, die speziell für diesen Zweck angemietet wurden. Sie laufen nicht frei herum, ihre Bewegung erfolgt mit Privatfahrzeugen, die sie von den Wohnungen abholen und zu Sammelstellen bringen. Von dort werden sie dann zu den Abreisestellen gebracht.“ Wie sie jetzt befördert werden? Auf viele Weisen. Etliche von diesen bringen einen zum Lachen. Und alle zeigen die Größe der Organisation und die skrupellose Weise, auf die sie agiert.

Es geht um viel Geld, für das es sich auch Risiken einzugehen lohnt

Immigranten und Flüchtlinge sind also von Osman mit auf Pannenhilfsfahrzeuge geladenen Bussen in die (Küsten-) Gebiete gegenüber von Lesbos und Chios gebracht worden. Mit Schulbussen, ab der Stunde, wo der Unterricht der Kinder zu Ende geht, bis zum Morgen des nächsten Tags, wenn die Busse wieder für die Beförderung der Schüler gebraucht werden. Mit einem PKW-Konvoi, was selbst sogar dann, wenn die Polizei einen Wagen anhält, allen übrigen Wagen gestattet, den Weg zu ihrem Ziel fortsetzen. Es gibt aber auch … VIP-Transfers, wie für Männer als reiche Araber mit russischen Begleiterinnen als Aushängeschild, und sogar auch mit … Leichenwagen! Wie Osman sagt, sind letztere teure Dienstleistungen und werden extra bezahlt, fast genau so teuer wie die Überfahrt zur (griechischen) Insel.

Kehren wir jedoch nach Smyrni zurück. Dorthin, wo die Organisation ihre Basis hat. Die Bande, die – nunmehr auch mit der Angst vor den Maßnahmen, von denen angenommen wird, dass sie von den türkischen Behörden auf den Druck der Europäer ergriffen werden sollen – folgendes Organisationsschema hat: An der Spitze stehen die Mitglieder der Mafia. Die meisten sind mehr als 20 Jahre im Geschäft. Früher machten sie es für ein gutes Handgeld. Mittlerweile und speziell in letzter Zeit geht es jedoch um sehr viel Geld und es lohnt sich, sogar auch ein Risiko einzugehen …

(Quelle: Imerisia)

  1. bub
    23. Dezember 2015, 11:15 | #1

    evtl kann man diesen Artikel mal nen paar Politiker zusenden … ach stimmt ja, wissen bereits alle bescheid … interessiert nur keinen, geht ja schließlich NUR um GR.

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