Massenflucht der Reeder aus Griechenland

6. Dezember 2015 / Aufrufe: 2.346

Infolge der massenweisen Abwanderung der Seefahrtsunternehmen aus Griechenland sind die aus der Seefahrt in das Land fließenden Devisen um über die Hälfte zurückgegangen.

In einer an die zuständigen Minister für Seefahrt, Finanzen und Wirtschaft, Entwicklung & Tourismus gerichteten parlamentarischen Anfrage spricht der Bereichsleiter für Seefahrt und Ägäis und Abgeordnete der Nea Dimokratia (ND), Notis Mitarakis, von einer massenhaften Flucht von Schifffahrtsunternehmen aus Griechenland.

Sich auf Angaben der Zentralbank Zyperns beziehend führt Herr Mitarakis an, dass während der ersten sechs Monate des Jahres 2015 auf Zypern die Einnahmen aus Seefahrts-Aktivitäten gegenüber dem zweiten Halbjahr 2014 um 9,3% auf 464 Mio. Euro stiegen, wobei die Bank anmerkt, ein großer Teil dieses Anstiegs beruhe auf dem Zustrom neuer griechischer Reeder.

Verschmähung Griechenlands als Investitionsziel überrascht nicht

Die Zyprische Zentralbank fügt ebenfalls an, der Beitrag der griechischen Schifffahrts-Gesellschaften zu den Einnahmen Zyperns sei von 2% während des ersten Halbjahrs 2014 auf 6% in diesem Jahr anstieg.

Notis Mitarakis verlangt von den Ministern für Seefahrt und Inselpolitik (Theodoris Dritsas), Finanzen (Evklidis Zsakalotos) und Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus, ihn zu informieren, auf welche Höhe sich der Rückgang der Einnahmen der griechischen Wirtschaft aus der massenhaften Flucht griechischer Seefahrtsunternehmen nach Zypern und anderswo beläuft, und ob die griechische Regierung über einen globalen Plan zur Umkehr dieser Tendenz verfügt.

Er fragt ebenfalls, ob die gemeinsam zuständigen Ministerien das Thema der Massenflucht der Seefahrtsunternehmen im Jahr 2015 aus Griechenland studiert haben oder ob es ihnen gleichgültig sei und sie die Dinge dem Lauf des Schicksals überlassen, und welche die Auswirkungen des konkreten Phänomens auf sekundärer Ebene sind (z. B. Rückgang des Konsums usw.).

Mit dem Memorandum der Koalitionsregierung SYRIZA – ANEL, das einen neuen Zyklus der Rezession in der griechischen Wirtschaft zündet, den bestehen bleibenden Kapitalverkehrskontrollen, der eine Dimensionen eines Gewittersturms annehmenden Überbesteuerung und einer torkelnden Regierung, die selbst torkelt, ruft natürlich die Geringschätzung Griechenlands als Investitionsziel und unternehmerischer Sitz keine Überraschung hervor„, ergänzt der Abgeordnete der ND.

Absturz der nach Griechenland fließenden Seefahrts-Devisen

Die aus der Seefahrt nach Griechenland fließenden Devisen zeigen einen Rückgang, welche Situation Vertreter der Schifffahrts-Gesellschaften im Gespräch mit der Athener Nachrichtenagentur (ANA-MPA) auf die Angst, die bei Reederei-Gesellschaften durch die Kapitalverkehrskontrollen entstanden ist, und auf eventuelle Probleme zurück, denen selbige Firmen in Zukunft begegnen könnten.

Ebenfalls erfährt eine signifikante Anzahl von Firmen harten Druck von Seite ausländischer Aktionäre und Investoren, Einnahmen zu Auslandsbanken zu lenken, damit sie direkten Verbindlichkeiten wie Frachtkosten und Lohnzahlungen und langfristigen Verpflichtungen wie Käufen und Verkäufen von Schiffen entsprechen können. Wie sie betonen, sei für die meisten Gesellschaften und die meisten Schiffseigner das, was vorrangig ist, eine Stabilisierung der griechischen Wirtschaft.

Laut den Angaben der Griechischen Bank beliefen sich im September 2015 die aus der Seefahrt herrührenden Devisen auf 598,2 Mio. Euro, gegenüber 1.274,7 Mio. Euro im entsprechenden Monat des Jahres 2014 und 1.100,2 Mio. Euro des Jahres 2013. Ebenfalls gingen in den neun Monaten Januar – September 2015 die Seefahrts-Devisen auf 8.064,4 Mio. Euro zurück, gegenüber 9.769,3 Mio. Euro im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2014 und 9.033,9 Mio. Euro des Jahres 2013.

Ebenso gestalteten sich die im August 2015 aus der Seefahrt in das Land geflossenen Devisen auf gerade einmal 570,7 Mio. Euro, gegenüber 1.069,8 Mio. Euro im entsprechenden Monat des Jahres 2014 und 1.022,9 Mio. Euro im selben Monat des Jahres 2013. Im Juli 2015 wiederum beliefen sich die Seefahrts-Devisen 470,7 Mio. Euro, gegenüber 1.172,1 Mio. Euro im selben Monat des Jahres 2014 und 1.096,9 Mio. Euro im Juli 2013.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Götterbote
    6. Dezember 2015, 21:04 | #1

    Es ist einfach nur noch traurig, was da vor sich geht.

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