IWF gesteht Verbrechen gegen Griechenland ein

18. Dezember 2015 / Aufrufe: 3.865
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Der IWF gesteht zum ersten Mal ein, unter Missachtung seiner eigenen Satzung zu Lasten Griechenlands gehandelt zu haben.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gesteht zum ersten Mal ein, Fehler und Unterlassungen in dem sogenannten griechischen Programm begangen zu haben, das im Mai 2010 genehmigt wurde, ohne – wie geschuldet – die Umstrukturierung der Verschuldung zu umfassen, damit deren Tragfähigkeit sichergestellt wird.

Der Vorstand des Fonds genehmigte am 07 Dezember 2015 einen Bericht (IMF Policy Paper – Crisis Program Review), der nun an die Öffentlichkeit gegeben wurde und auf dessen Basis man vertreten könnte, dass er zwar indirekt, jedoch unmissverständlich alle bloßstellt, die in die „Konstruktion“ des Programms für Griechenland verwickelt waren. In dem Bericht werden keine (namentlichen) Verantwortungen zugewiesen und es wird erwartet, dass dies ein unabhängiger Ausschuss tun wird, der das Thema speziell bezüglich der Umschuldung untersuchen wird, die – wie betont wird – die Schwierigkeiten für Griechenland vervielfachte.

Poul Thomson blockiert Bericht des unabhängigen Bewertungsbüros

Der Vorstand des Fonds unterstrich, auf den Bericht des unabhängigen Bewertungsbüros (IEO) des IWF über die Rolle seiner Funktionäre in der Krise der Eurozone zu warten, der sich jedoch auf Verlangen Poul Thomsens mit der Begründung, „das Programm laufe noch“, verzögern wird. (Anmerkung: Thomson „mauert“ offensichtlich, zumal es aktuell kein Griechenland-Programm des IWF gibt.)

Hinsichtlich der Umschuldung, die 2010 erforderlich war, jedoch von der damaligen griechischen Regierung auf Forderung der Deutschen und ihrer Satelliten nicht verlangt wurde, führt der Bericht an, sie sei wegen der Angst vor einer Ausweitung der Krise, aber auch des Engagements der europäischen Banken in der Verschuldung Griechenlands nicht erfolgt. Wie betont wird, war es eine systemische Ausnahme, auch wenn mit der damaligen Entscheidung die Satzung des IWF „grob“ verletzt wurde.

Erst als die Europäische Zentralbank (EZB) die Verpflichtung einging, alles Erforderliche zu unternehmen, damit die Eurozone gerettet wird, und nachdem zwei Jahre der Ungewissheit verstrichen, begann das Vertrauen in die Eurozone wieder hergestellt zu werden, lautet es in dem Bericht. Konkret wird betont:

Insgesamt enthüllt die Erfahrung die Probleme, welche die von dem Fonds unterstützten Programme zeigen, wenn die Tragfähigkeit der Verschuldung nicht vorab sichergestellt ist. Als die Umschuldung endlich erfolgte, war es sehr spät und sie erwies sich als sehr „wenig“. Als schließlich die Umstrukturierung der Verschuldung auf dem Privatsektor (PSI) beschlossen wurde, war der „Schnitt“ für die Gläubiger im Verhältnis zu anderen Fällen groß, jedoch waren im selben Moment auch die Möglichkeiten gestiegen, dass er sich als unzureichend erweist um die Tragfähigkeit der Verschuldung wiederherzustellen.

Griechenland wurde den Interessen der Eurozone geopfert

Auf eine Frage bezüglich des griechischen Falls antwortend erklärte Vivek Arora, stellvertretender Direktor für Strategie und Politik des IWF, in manchen Ländern wie Griechenland sei eine schnelle fiskalische Angleichung unvermeidbar gewesen.

Über die Umstrukturierung der griechischen Verschuldung sprechend gestand er indirekt ein, sie sei (bereits) 2010 erforderlich gewesen. Wie er sagte, stellt sich die Frage, ob die Umschuldung zu jener Periode möglich, aber auch erwünscht war. Es existierte kein „Schutznetz“ der Eurozone und die Beunruhigung war groß, dass die Umschuldung zu einer ernsthaften Weitergabe der Krise an die Eurozone führen würde, vertrat Herr Arora.

Bezüglich der Programme des Jahres 2010 unter der Regierung Papandreou und des Jahres 2012 unter der („kommissarischen“) Regierung Papadimos gesteht der IWF ein, das Grundziel sei die interne Abwertung mittels der Reformen auf den Arbeits- und Produktmärkten gewesen. Zu diesem Zweck beschlossen sie Maßnahmen wie die Kürzung der nominalen Gehälter und Zulagen auf dem öffentlichen Sektor, die Senkung der Mindestbezüge, die Umgestaltung der kollektiven Verhandlungen, die Vorantreibung der Privatisierungen, die Reduzierung der Bürokratie und die Forcierung des Wettbewerbs. Aus dem Resultat zeigt sich, dass alle Planungen fehlschlugen.

(Quelle: Ethnos, Autor: Michalis Ignatiou, Washington)

  1. Leonidas
    18. Dezember 2015, 09:09 | #1

    Und Verbrechen gehören bestraft, und dem Opfer steht eigentlich ein Schadensersatz zu, aber wie soll man den Schaden der einem ganzen volk zugefügt wurde wieder gutmachen.

  2. bub
    18. Dezember 2015, 10:50 | #2

    Den IWF verklagen auf Schadensersatz!

  3. Eis Zeit
    18. Dezember 2015, 15:35 | #3

    und warum überrascht mich das jetzt nicht?
    Es würde mich überraschen, wenn man diese Verbrecher (einschliesslich Schäuble, Merkel, Draghi, Lagarde und Co) dingfest machen würde.

  4. Marion Betz
    26. Dezember 2015, 14:58 | #4

    Diese Informationen die an den Otto Normalverbraucher gehen, laufen immer dahinaus … Grieschen kassieren ab und sparen nicht und unser Volk muss dafür bluten. Eine Volksverdummung im grossen Stil mit ganz viel Hintergrund. War immer vorsichtig, was Verschwörungstheorien anbelangt … aber mittlerweile bin ich von der absoluten Lügeverbreitung im Sinne der Hochfinanz überzeugt. Und was soll zum Beispiel ein Treffen der sogenannten Bilderberger, an dem auch noch Frau Merkel teilnehmen hat dürfen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Journalisten 2013? Wir haben schon lange keine Demokratie mehr …. und diese bestehende Regierung muss weg! Hoffe, dass diese Erkenntnis auch bei einem Grossteil der Bevölkerung ankommt und sich ein – friedlicher – Aufstand formiert.

  5. cashca
    29. Dezember 2015, 07:36 | #5

    Wer sich mit dem Teufel verbündet, wird über den Tisch gezogen. Der IWf ist ein Verbrecher, die ganze Eu ist zur kriminellen Vereinigung verkommen. Wer in diesen Sog gerät, kommt nicht wieder heraus.

  6. reiner tiroch
    29. Dezember 2015, 09:50 | #6

    Tatsache ist dass sich die Verschuldung in 7 Jahren mehr als verdoppelt hat! erzählt wird uns, dass man mit Schulden Milliarden verdient. was verschwiegen wird ist, dass die Banken schon mit 5 Billionen gerettet wurden. plus der verdoppelung sind das 10 Billionen was dem 100% Stand der Bürger mit Häuser und Wohnungen anbelangt. Die Gesetze zur zwangsenteignung ließ die FDP schon vor 2 Jahren schreiben, die Banken betrachten den Bürger als Gläubiger, und haben sich das Guthaben als Eigenkapital umgeschrieben. mit der neuen europäischen gemeinsamen Haftung sind wir bereits defakto Mega-Pleite. dazu kommt, dass die Banken sich verzockt haben und es um 1 Billiarde geht!

  7. Leonidas
    29. Dezember 2015, 10:49 | #7

    Wie viele Politische Veränderungen begannen als etwas gutes? Und endeten im Chaos oder Diktaturen, aber das die EU bzw. der Europaische gedanke dazu verkommt hätte ich nie gedacht. Ich bin bittter enteuscht, gerade ein land wie deutschland das seine volle Souveränität erst 1990 erhalten hatt beschneidet die anderer Staaten.

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