Immigranten-Konzentrationslager in Griechenland

21. Dezember 2015 / Aufrufe: 1.300

Griechenland wird einen Weg finden müssen, alleine zehntausende Flüchtlinge und Immigranten zu registrieren, zu identifizieren und zu beherbergen.

Mit der Intensität der Immigrationswelle und dem zunehmenden Druck der sogenannten europäischen Partner auf „Abdichtung“ der Stellen konfrontiert, an denen das Land verlassen werden kann, ist die griechische Regierung verpflichtet, zu harten Entscheidungen zu schreiten um die Probleme der Versorgung zehntausender in Griechenland eingeschlossener Menschen zu handhaben.

Die einzige sich zeigende Option, zu der die Regierung gelangt, ist die Schaffung von „Internierungslagern“ in Attika, Zentralgriechenland und Makedonien, in denen Flüchtlinge untergebracht werden, solange ihre Asylanträge anhängig sind, aber auch Immigranten, bis ihre Repatriierung in ihre Herkunftsländer sichergestellt ist.

Griechenland wird vorläufig allein zurechtkommen müssen

Solange die Europäische Union nach einer Strategie zur Beschränkung der Immigrantenströme sucht, schreiten die Mitgliedsländer – jedes für sich allein – zur Ergreifung von Maßnahmen mit dem Ziel, die Anzahl der „Fremden“ zu minimieren, die sie auf ihren Boden lassen. Und solange diese Ströme sich fortsetzen (im Durchschnitt treffen jeden Tag 2.000 – 3.000 Menschen auf den griechischen Ägäis-Inseln ein), ist Griechenland unvorbereitet, unorganisiert und ohne ausreichende Mittel verpflichtet, Wege zur Beherbergung zehntausender Menschen zu finden, die weder die Möglichkeit haben, zu den reichen europäischen Ländern des Nordens weiterzuziehen, noch dahin zurückkehren können, wo sie herkamen.

Bis auf weiteres und solange die EU-Länder jedes seine eigenen Grenzen absichert und sie Wege zur Bewachung der Außengrenzen der EU diskutieren, sorgen sie dafür, dass Griechenland die Ausgänge des Landes für Flüchtlinge und Immigranten dicht macht, und es in eine Quarantäne-Anlage umzuwandeln.

Die griechische Regierung hat wahrgenommen, für die wenigstens sechs kommenden Monate (und bis der neue europäische Träger für die Bewachung der Außengrenzen der EU organisiert werden wird) allein die bereits in Griechenland festsitzenden zigtausende Flüchtlinge und Immigranten sowie die alltäglich zu Tausenden hinzukommenden handhaben zu müssen.

Die Türkei wird nicht ohne Gegenleistungen kooperieren

Laut diplomatischen Quellen werden den hauptsächlich wirtschaftlichen Immigranten die Organisation der Registrierungs- und Identifizierungsstellen („Hot Spots“) sowie die Schaffung bewachter Einrichtungen für ihre Unterbringung die Botschaft senden, dass Griechenland nicht mehr der „leichte Weg“ nach Europa ist. Laut den selben Quellen wird erwartet, dass dies die Ströme nach Griechenland reduzieren wird.

Was den Immigrantenstrom ebenfalls zu kontrollieren vermag, ist die Kooperation der Türkei, also eines Landes, aus dem die Flüchtlinge und Immigranten ihre Reise nach Europa antreten. Der griechischen Regierung ist jedoch bewusst, dass die Türkei nicht ohne ernsthafte Gegenleistungen kooperieren wird, die sie sowohl von Seite der EU als speziell auch von Athen erwartet.

Was letztendlich die Flüchtlingsströme einschränken und umkehren könnte, ist die Entwicklung eines Friedensprozesses in Syrien – womit jedoch nicht vor dem Sommer gerechnet wird. Bis dahin wird die griechische Regierung Wege finden müssen, zehntausende Menschen, deren Anzahl alltäglich um 2.000 – 3.000 zunimmt, zu registrieren, zu identifizieren und zu beherbergen …

(Quelle: To Pontiki, Autor: Dimitris Milakas)

  1. SaraMarie
    21. Dezember 2015, 11:02 | #1

    Die sozusagen reichen Laender wie Deutschland, Oesterreich, Frankreich etc. sollten sich schaemen, dies einem Land zuzumuten, die selbst die meisten Buerger stellen, die an Armut leiden wie die griechische Gesellschaft, verarmt durch die sogenannte Rettungspolitik …

  2. Mariele
    21. Dezember 2015, 23:09 | #2

    Erstmal sind die Einreisenden ILLEGAL und wenn wir die Gesetze achten und ehren, die uns alle in Europa in Frieden haben miteinander LEBEN lassen, dann darf man von den Einreisenden auch mindestens erwarten, dass sie in dafür vorgesehenen Auffanglagern warten, bis festgestellt wird, ob ein Recht auf Einreise / Schutz / Asyl / … besteht oder auch nicht.

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