Griechenland: Immigranten „mutieren“ zu Flüchtlingen

13. Dezember 2015 / Aufrufe: 3.961

In Griechenland festsitzende Wirtschaftsflüchtlinge versuchen, sich auf Lesbos erneut und diesmal als asylberechtigte Kriegsflüchtlinge registrieren zu lassen.

In Griechenland „festhängende“ Wirtschaftflüchtlinge, denen an der Grenze zur ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedoniens (FYROM) die Einreise in das Nachbarland bzw. die Durchreise in Richtung anderer europäische Länder verweigert wurde, kehren für neue „Papiere“ nach Mytilini / Lesbos zurück

Ihr Ziel ist, nachdem sie die Papiere vernichten, die sie bereits nach ihrer ersten Registrierung bei dem „Hot Spot“ in Mytilini erhalten haben, sich erneut als aus Ländern kommende Bürger – also Syrer, Iraker oder Afghanen – registrieren zu lassen, die einen Asylanspruch haben, und so die Grenzen mit endgültigem Ziel ein Land in Nord- oder Westeuropa zu passieren.

Verschiebung der Schlepper-Routen aus der Türkei

Zu diesen Schlussfolgerungen gelangen Polizei- und Hafenbehörden der Insel Lesbos, die beobachten, dass das Phänomen der Rückkehr von Immigranten auf Linienschiffen nach Mytilini in den letzten Tagen und speziell am 11 Dezember 2015 zunahm, wo – wie ein Amtsträger der Hafenpolizei charakteristisch meinte – in Mytilini mit dem Linienschiff mehr als 50 Immigranten aus Piräus eintrafen. Sieben von ihnen wurden sogar festgenommen, da sie im Besitz gefälschter behördlicher „Laufzettel“ waren, die sie zum Preis von je 50 Euro von Verkäufern solcher gefälschter Unterlagen in Athen erworben hatten.

Derweilen ist der Zustrom von Immigranten und Flüchtlingen im Norden der Insel Lesbos fast völlig abgerissen. Informationen zufolge sind an der gegenüberliegenden kleinasiatischen (türkischen) Küste in dem Gebiet bei Ayvalık starke Milizeinheiten stationiert worden und unterbinden dort die Abfahrt nach Lesbos übersetzender Boote. Der Umstand hatte allerdings die Verlagerung des „Zentrums“ für Abfahrten von Flüchtlingen und Immigranten auf türkischer Seite in die Region zwischen den Gebieten Altinova südlich von Ayvalık und Bademli südlich von Dikili – sprich gegenüber der Ostküste von Lesbos – zum Resultat.

Die Hauptanlegestelle der Immigranten und Flüchtlinge auf Lesbos liegt somit nun im weiteren Gebiet bei der Inselhauptstadt Mytilini, von Thermi nördlich und bis zum Flughafen südlich der Stadt. Jedoch gehen nunmehr auch in selbiger Stadt Mytilini Immigranten und Flüchtlinge an Land. Am 11 Dezember 2015 kamen in dem Gebiet von Fykiopetra bis Blokia, also im Bereich der Stadt nördlich ihres Hafens, fünf Boote mit mehr als 250 Personen an. Insgesamt erreichte die Anzahl der an diesem Tag seit 9 Uhr morgens in ihrer überwältigenden Mehrzahl an der Ostküste der Insel eingetroffenen Ankömmlinge 2.000 Personen. Sie wurden allesamt zu dem Registrierungs- und Identifizierungszentrum bei Moria gebracht und dort erfasst.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. grillbert
    14. Dezember 2015, 22:29 | #1

    Ich bedanke mich für den Artikel, besonders deshalb weil Sie die korrekten Begriffe zB. Immigranten und nicht den Einheitsbegriff der Grünen „Migranten“ verwenden.

    MfG. grillbert aus Hamburg.

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