Gewalt an Griechenlands Nordgrenze

5. Dezember 2015 / Aufrufe: 5.344
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In Griechenland kam es an der Grenze zur FYROM zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Kriegsflüchtlingen und Wirtschaftsimmigranten, welche die Grenze blockieren.

Im Grenzgebiet zwischen Griechenland und der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedoniens (FYROM) brachen am Grenzübergang – Gevgelija, wo die Lage weiter explosiv bleibt, heute Morgen (04 Dezember 2015) auf griechischer Seite neue Zusammenstöße zwischen Flüchtlingen und Immigranten aus.

Der Grenzübergang zur FYROM, der gestern von Iranern aus Protest blockiert worden war, weil ihnen die Einreise in das Nachbarland verwehrt wird, wurde gestern Abend mit dem Ergebnis frei gemacht, dass sich am Morgen wieder Flüchtlinge und Immigranten vor dem Drahtzaun drängelten und es zu Spannungen kam.

Griechenland kündigt dynamisches Eingreifen an

Wie Panagiotis Manis berichtete, eskalierte die anfängliche kleine Reiberei soweit, dass die Immigranten, denen der Grenzübergang nicht gestattet wird, und die Flüchtlinge, die passieren dürfen, sich gegenseitig mit Steinen bewarfen. Nach dem Eingreifen der vor Ort befindlichen griechischen Polizeikräfte wurden die Immigranten von dem Drahtzaun entfernt und die Flüchtlinge passieren unter Schwierigkeiten.

Auch gestern erinnerte das Gebiet an ein Schlachtfeld, mit wiederholten zwischen Immigranten und Flüchtlingen erfolgenden Zusammenstößen, die sich nach dem Tod eines Marokkaners, der einen Eisenbahnwaggon eines an der Station stehenden Zugs erklomm und einen Stromschlag erlitt, noch mehr zuspitzten.

Etwas später kündigte der stellvertretende Minister für Migrationspolitik, Giannis Mouzalas, vom Podium des Parlaments ein dynamisches Eingreifen in den kommenden Tagen an. „Bei Idomeni wird eine Lösung gegeben werden und diese Lösung wird offensichtlich kein Schulausflug in den Kinderwald sein. Es wird eine schwierige Lösung für unsere Regierung und ich glaube auch für alle politischen Parteien sein, da niemand will, dass Gewalt ausgeübt wird oder irgend etwas anderes passiert. Wir bieten eine Chance und versuchen, es zu vermeiden„, sagte er charakteristisch.

Zusammenstöße zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen

Am 03 Dezember 2015 wurden von der Griechischen Bahn zwei Züge bereitgestellt, um mit diesen die Immigranten, die es wünschen, kostenlos nach Thessaloniki oder Athen zu bringen. Die beiden Züge mit je 10 Waggons waren für die Immigranten vorgesehen, die bereits tagelang im „Niemandsland“ zwischen Griechenland und der FYROM verweilten und hofften, über die Grenze gelassen zu werden. Den aus Athen eingetroffenen Zug bestiegen jedoch nur 50 Personen und er fuhr schließlich praktisch leer zurück.

Der Grenzübergang war derweilen bereits am Vorabend völlig geschlossen und allen Flüchtlingen die Einreise in die FYROM verweigert worden. Den Anlass gab der Umstand, dass am Mittag eine Gruppe von ungefähr 500 Immigranten, die seit Tagen in dem Gebiet festsitzen, an einer nicht eingezäunten Stelle in das Nachbarland zu gelangen versuchte, worauf die Polizeikräfte auf Seite der FYROM mit einem beschränkten Einsatz chemischer Abwehrstoffe „antworten“.

Daraufhin schritten die ungefähr 2.500 Immigranten, denen die Einreise nicht gestattet wird, wütend zu einer Sitzblockade des Grenzübergangs und verlangten, dass niemand – also auch nicht die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – die Grenze passiert, wenn nicht allen die Einreise gestattet wird. Am Morgen des 03 Dezember 2015 geriet die Situation außer Kontrolle, als Flüchtlinge sich mit den protestierenden Immigranten zu prügeln begannen und sich anschließend gegenseitig mit Steinen bewarfen, während auch die Stützpfosten der Drahtzäune abgebrochen wurden.

Laut den Angaben der griechischen Polizei befanden sich zu dieser Stunde im Bereich des Grenzübergangs Idomeni ungefähr 6.000 Menschen, von denen rund 2.500 anderer Nationalitäten sind und als Wirtschaftsflüchtlinge behandelt werden, denen die FYROM die Einreise verweigert bzw. wieder an die griechische Grenze zurück schickt.

Flüchtlingslager der UNHCR und anderer NROs wurde geplündert

Das von dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und anderen Nichtregierungs-Organisationen für die Flüchtlinge errichtete Durchgangslager ist derweilen in die Hände der Flüchtlinge und Immigranten geraten, die alle Vorräte der Organisationen geplündert und die Plastikzelte zerstört und alles an sich gerafft haben, was ihnen vor die Hände kam.

Gestern Abend (02 Dezember 2015) war das Lager bereits mit 2.500 – 3.000 Personen gefüllt. Es kamen weitere 2.500 Menschen hinzu, die mit über 40 Bussen eintrafen, mit dem Ergebnis, dass dies die Situation entzündete„, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANA-MPA der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks, Alexandros Voulgaris, und fügte an: „In den vergangenen Tagen vermochten wir so viele Leuten zu handhaben, ab dem Moment jedoch, wo der (Durch-) Fluss stoppte, war dies jedoch unmöglich.

Mitglieder der Organisation sahen sich bei Tagesanbruch gezwungen, das Lager zu räumen, und vor Ort blieb nur Sicherheitspersonal zurück. Seit dem Morgen versuchten die Mitglieder der Organisation, ihre Kräfte neu zu organisieren um zu entscheiden, ob sie das Lager wieder aufbauen, jedoch – wie Herr Voulgaris klarstellt – in Abhängigkeit von den politischen Entscheidungen, die zur Bewältigung der Situation getroffen werden.

Ungeheure Schäden bei Händlern und Speditionen

Zur selben Stunde stecken auf griechischem Boden, aber auch in der FYROM, in Serbien und anderswo hunderte Eisenbahnwaggons mit Waren festt, da die Blockade der Eisenbahnlinie durch Immigranten weitergeht. Dies hat zur Folge, dass bei Händlern und Speditionsgesellschaften unermessliche Schäden verursacht werden.

 Repräsentanten zweier Speditionsfirmen, nämlich die Herren Dimitris Iordanidis und Anastasios Sachpelidis, die sich 03 Dezember 2015 in Idomeni einfanden, erklärten gegenüber der ANA-MPA, in Gevgelija befinden sich 17 Güterzüge mit 500 – 600 Waggons, die mit Lebensmitteln beladen sind, Tankwagen mit Diesel und Chemikalien, sogar auch Weihnachtsartikel aus Deutschland, Österreich, Ungarn und der Tschechei, die angesichts der Festtagsperiode die Regale in Geschäften in Athen und Thessaloniki füllen sollen.

(Quellen: dikaiologitika.gr, dikaiologitika.gr, Medienberichte)

  1. cashca
    5. Dezember 2015, 11:03 | #1

    Wer in der Flüchtlings-Politik, bei dem derzeitigen Ansturm, derart naiv und gutgläubig, unverständlich agiert und reagiert, dem ist nicht mehr zu helfen. Der muss damit leben, was das alles an Folgen hat, was da alles nach sich zieht. Mit Wunschvorstellungen und ständig falschen Einschätzungen, kann man weder ein Land, noch die Welt regieren. hier ist Nüchternheit, klarer Verstand und Realitätssinn gefragt. Träumereien und Helfersyndrome helfen da nicht weiter. Hier prallen Menschen aufeinander, mit vollkommenen unterschiedlichen Zielen, Wünschen, Forderungen, sowie unterschiedliche Ansichten zur Lage. Wer glaubt, solche Massen könnte man in so kurzer Zeit zufriedenstellen, Wohnungen. Arbeit und Versorgung bereitstellen. der ist ein Träumer, ein Gutmenschenidealist, der die Wirklichkeit nicht begriffen hat. Politik ist die Kunst des Machbaren, nicht der Träumerei.

  2. 5. Dezember 2015, 11:28 | #2

    Dank Frau Merkel liegt bald der gesamte Balkan in Schutt und Asche, wenn man gegen die Agressoren nicht härter vorgeht. Griechenland tut mir am meisten leid, kann es doch seine Grenzen nicht so intensiv schützen, wie es von der EU gefordert wird. Was für Alternativen haben die Balkanländer und Griechenland? Um der zu Wasser kommender Flüchtlingsflut Einhalt zu gebieten, bedarf es Kriegsschiffe. Und was sollen die machen? Sollen die die Boote rammen? Hat sich das einer von den EU-Quarkköpfen mal überlegt? Jedenfalls agieren die EU-Vorderen genauso hirnlos wie die Frau Merkel.

  3. Frank Lehmann
    5. Dezember 2015, 12:47 | #3

    Sauber hinbekommen. Ist jetzt eh alle zu spät, hoffentlich trifft es auch irgendwann die dafür Verantwortlichen und deren Familien.

  4. Peter Heidenreich
    5. Dezember 2015, 14:39 | #4

    Na, dann wird es langsam Zeit, dass die NGO´s sich ganz schnell davon machen und die Armee „Knüppel aus dem Sack“ macht. Das ist die Bildung, die Mentalität und das vollkommen normale Verhalten von absolut ungebildeten Menschen auf Mittelalter-Niveau, was dort abgeht. Diese ganzen Raketeningenieure, Ärzte und sonstige hochgebildeten Menschen haben nur Ihren Schleppern gehorcht und wollen nach D, nehmen sich das was die Schlepper ihnen versprochen haben.
    Wer sich als Analphabet Ködern lässt, in dem er glaubt, dass ausgerechnet ER und Millionen Seinesgleichen hier in D studieren dürfen, ein Haus, ein Auto und einen Job bei Porsche oder Mercedes bekommt, na, der muss verdammt wenig Hirn haben … . Von den immergeilen Blondinen, die nur auf diese Mullags warten, mal ganz abgesehen, wie hirnlos können solche Menschen blos sein?

  5. Gottfried Stutz
    5. Dezember 2015, 16:11 | #5

    Griechenland muss seine Grenzen wirksam gegen die Türkei schützen. Es ist doch völlig klar, dass nun eine Kaskade beginnt. Erst Ungarn, dann Slovenien, dann Kroatien, Serbien und nun Mazedonien. Jeder schützt nun seine Grenzen. Nun kommen die Flüchtlinge nicht mehr durch und bleiben jetzt in Griechenland hängen. Darauf zu vertrauen, das einer seiner Grenzen öffnet, sind Wunschträume. Nun gilt: Jeder ist sich selbst der Nächste. Sollte Griechenland seine Grenzen nicht schützen können, wird es ihm ergehen wie weiland dem römischen Reich.

  6. rene
    6. Dezember 2015, 19:57 | #6

    Was tun, lautet die schwere Frage? Bloedsinn! Australien gibt mit seiner Migrantenpraxis klare Antworten auf alles … . Aber die Europolitiker wollen nichts tun! Die EU, der Euro, Schengen und alle Europaprojekte sind gescheitert. Wieder einmal wurden wir belogen und betrogen. Die EU als Friedensprojekt war dabei eine gaaaaanz dicke Luege. Wenn wir nicht aufstehen, wird uns das noch einen Krieg bescheren und eigenes Blut kosten!

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