Steiler Absturz der Mieten in Griechenland

24. November 2015 / Aufrufe: 1.540

Seit 2011 verzeichneten in Griechenland die Mietpreise bis heute einen rapiden Rückgang von durchschnittlich über 40 und in vielen Fällen sogar weit über 50 Prozent.

In Griechenland wurde während der Periode der wirtschaftlichen Krise bei allen Kategorien von Immobilien, also unabhängig davon, ob es sich um Wohnungen oder Büro- und Geschäftsräume handelt, ein steiler Absturz der Mietpreise verzeichnet.

Der Rückgang der Einkommen der privaten Haushalte, die wirtschaftliche Rezession und das Absinken des Konsums haben den Immobilienmarkt negativ beeinflusst und damit bei den Immobilien sowohl die Kaufpreise als auch die Mietpreise nach unten gezogen.

Speziell in Athen sanken die Mieten um bis zu über 50%

Von dem Wohnungsmarkt beginnend verzeichnen in Griechenland die Mieten ab 2011, als das Absinken der Mietpreise begann, bis einschließlich im zweiten Quartal des laufenden Jahres (2015) einen Rückgang, der inzwischen im Durchschnitt 40% übersteigt. In der Essenz wurde damit der ab 2000 bis 2011 verzeichnete und im Durchschnitt auf fast 43% veranschlagte Anstieg der Mietpreise annulliert. Noch schlimmer ist das Bild in Attika, wo sich auf Basis der Daten von Maklerbüros ergibt, dass allein während der Dauer der letzten 12 Monate die Mieten trotz der gestiegenen Nachfrage nach Anmietungen im Durchschnitt um 7% – 8% gesunken sind.

Laut der griechischen Zeitung „Kathimerini“ haben entsprechend den größte Rückgang die Mieten bei den Wohnungen im Zentrum von Athen verzeichnet. Bei besagten Wohnungen sind die Mietpreise seit Beginn der Wirtschaftskrise um 50% oder sogar noch mehr gesunken. Dabei handelt es sich um Immobilien (Wohnungen), die sehr alt sind und eine Fläche von 60 – 70 qm haben. Dies bedeutet, dass eine Einzimmerwohnung sogar auch für nur 100 – 150 gemietet werden kann, während interessierte Mieter (sprich speziell Studenten) eine Zweizimmer-Wohnung analog zu der Lage und den „Spezifikationen“ der Immobilie um 150 – 200 Euro kosten wird.

Je mehr die Kaufkraft der Bürger sinkt, desto mehr werden – wie Faktoren der Branche betonen – auch die Mietpreise zurückgehen. Außerdem ziehen die meisten Eigentümer vor, ihre (Miet-) Forderungen zurückzuschrauben, um wenigstens sicherzustellen, die geschuldeten Beträge bezahlt zu bekommen, anstatt einen höheren Preis zu vereinbaren, der jedoch niemals eingenommen werden wird.

Wie im übrigen die Alpha Bank in einer einschlägigen Analyse betont, wird jedenfalls eine Verlangsamung des Rhythmus des Sinkens der Mieten beobachtet, da im zweiten Quartal des Jahres 2015 der Mietpreis-Index marginal um 0,6% auf 90,3 Punkte sank, gegenüber 90,9 Punkten im ersten Quartal des Jahres 2015.

Rückgang der Mieten für gewerbliche Immobilien um bis zu 34%

Ein entsprechendes Bild ergibt sich auch bezüglich der Mietpreise für Büroräume. Laut den Angaben der Griechischen Bank sanken in dem Zeitraum ab Anfang 2010 bis Ende 2014 die Mietkosten für Büroräume um 29,3%. Allein während des Jahres 2014 tangierte der Rückgang der entsprechenden Mieten 10%.

Der geringste Rückgang wird mit 6,9% ebenfalls in Athen verzeichnet, während der Rückgang der Mietpreise für Büroräume in Thessaloniki mit 8,3% und im übrigen Griechenland mit 13,9% deutlich höher lag. Entsprechend führt die Griechische Bank an, dass der Rückgang der Mietpreise für Ladenlokale 34% tangierte.

Während derweilen bei den Fahrzeugen der Halter die Möglichkeit hat, die Kennzeichen zu hinterlegen (sprich seinen Wagen vorübergehend stillzulegen) und der Entrichtung der Kfz-Steuer, Versicherungsbeiträgen, „Einkommensindizien“ und der Steuer auf eine „luxuriöse Lebensführung“ zu entgehen, kann der Eigentümer einer Immobilie seine steuerliche Belastung nicht auf Null reduzieren, ganz gleich was er unternimmt. Speziell die ENFIA wird ihm selbst dann in Rechnung gestellt, wenn seine Immobilie keinerlei Einkommen abwirft (mit einziger Ausnahme die Kinderreichen und behinderten Personen, die von der ENFIA befreit werden – allerdings nur, wenn ihr familiäres Jahreseinkommen unter 12.000 Euro liegt).

Die Immobilien-Besitzsteuer (ENFIA)

Was die Eigentümer (von Immobilien) tun können, um ihre steuerliche Belastung zu senken? Eine ihnen verbliebene Lösung ist, die (öffentliche) Stromversorgung unterbrechen zu lassen und ihre Immobilie als „leer stehend“ zu deklarieren. Die letzten Angaben der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) weisen aus, dass sich zu dieser Lösung die Eigentümer von 1,4 Millionen Immobilien geflüchtet haben.

Was jemand mit der Unterbrechung der Stromversorgung „gewinnen“ kann?

  • Keine Gemeindesteuern sowie auch nicht die (Zwangs-) Gebühr zu Gunsten der ERT (= in Griechenland über die Stromrechnung erhobene Rundfunkgebühr) zu zahlen.
  • Von den sogenannten Lebensführungs-Indizien (sprich der fiktiven Veranlagung zur Einkommensteuer) befreit zu werden.
  • Eine Ermäßigung der ENFIA, die jedoch 20% nicht übersteigt. Dieser Ermäßigung versicherten sich allerdings in diesem Jahr (2015) nicht mehr als 200.000 Eigentümer.

Zu dem letzten Punkt sei angemerkt, dass die große Differenz zwischen den nicht (mehr) an das öffentliche Stromversorgungsnetz angeschlossenen Immobilien und denen, für welche die Steuerermäßigung letztendlich nicht gewährt wurde, in einem hohen Grad mit der inkorrekten Ausfüllung entweder der Immobiliendeklaration (E9) oder der Deklaration über Mieteinnahmen (E2), der nicht erfolgten Angabe der Nummer des Stromzählers der DEI usw. begründet wird.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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