Kapitalkontrollen in Griechenland machen Unternehmen zu schaffen

7. November 2015 / Aufrufe: 767

Die im Juni 2015 in Griechenland verhängten Kapitalverkehrskontrollen beeinträchtigten hauptsächlich die Unternehmen und nicht die Verbraucher.

Laut einer Untersuchung der Industrie- und Handelskammer Thessalonikis (EBETH) und der Palmos Analysis scheinen die Kapitalverkehrskontrollen im normalen Betrieb der nordgriechischen Unternehmen „das Unterste zu Oberst“ gekehrt zu haben.

Dagegen erklären fast sechs von zehn Verbrauchern, die Beschränkungen bei den Bankabhebungen beeinflussen ihren Alltag „wenig“ oder „überhaupt nicht“ – und dies trotz der Tatsache, dass mehr als die Hälfte von ihnen bei ihren Geschäftsvorgängen keine Kredit- oder Debitkarte verwenden.

3 von 5 Verbrauchern schoben Anschaffungen auf

Im Rahmen der letzten (September 2015) Untersuchung der wirtschaftlichen Umstände „EBETH-Barometer“ standen unter anderem die Auswirkungen der Kapitalverkehrskontrollen in dem gesetzten Mittelpunkt des parallelen Fragebogens.

Auf Basis der Untersuchung erklären ungefähr vier von zehn Verbrauchern (41%) im Verwaltungsbezirk Thessaloniki, die Einschränkungen bei den Bankabhebungen habe ihren Alltag „sehr“ (19%) oder „ziemlich“ (22%) beeinflusst, während auf der anderen Seite fast sechs von zehn „überhaupt nicht“ (35%) oder „wenig“ (23%) angeben.

Einer von fünf Verbrauchern (21%) führte an, wegen der Kapitalkontrollen eine bedeutende Anschaffung aufgeschoben zu haben, während 38% kleinere Käufe (Kleidung, Schuhe, elektronische Geräte, Möbel usw.) „auf die lange Bank“ schoben.

55% der Konsumenten nutzen kein Plastikgeld

Trotz der Beschränkungen bei den Bankabhebungen führen jedenfalls mehr als die Hälfte der Befragten (55%) an, für Einkäufe keine Kredit- oder Debitkarte zu verwenden. 22% verwenden sie häufig, 14% selten und gerade einmal nur 9% „immer“.

Auf die Frage, warum sie die Verwendung von Karten nicht vorziehen, vertraten die meisten, dass sie die Verwendung von Bargeld einfacher finden und die Ausgaben für ihre Einkäufe leichter kontrollieren können, wenn sie Bargeld verwenden. Ebenfalls gaben viele an, nicht zu wissen, wie sie die Karten nutzen müssen, und andere wiederum, falsche / übertriebene Belastungen zu fürchten.

Bei den Unternehmen haben die Kapitalverkehrskontrollen jedenfalls ein erhebliches Durcheinander verursacht. Fast drei von vier (76%) vertreten, ihr Betrieb sei „sehr“ (48%) oder „ziemlich“ (28%) beeinflusst worden, während auf der anderen Seite nur 15% „wenig“ und 9% „überhaupt nicht“ erklären. Die Einschränkungen der Kapitaltransfers bei den Banken scheinen mehr den Betrieb der Unternehmen beeinflusst zu haben, die den Zweigen Handel, Industrie und Bauwesen angehören, während jene im Dienstleistungswesen weniger nachteilige Auswirkungen zu spüren bekommen zu haben scheinen.

7 von 10 Unternehmen verzeichnen Umsatzverluste

Sieben von zehn Unternehmen geben Umsatzrückgänge wegen der Kapitalverkehrskontrollen an, während ungefähr die Hälfte (47%) der Unternehmer erklären, die Beschränkungen im internationalen Zahlungsverkehr beeinflussten den Betrieb ihres Unternehmens essentiell. Die größten Probleme, denen die Unternehmen zu begegnen aufgefordert waren, waren hauptsächlich die Forderung der Lieferanten nach Barzahlung (58%), Probleme bei den Importen wegen der Prozedur der Genehmigung durch die zuständigen Ausschüsse (50%) sowie auch die Verzögerungen bei der Beitreibung von Forderungen (42%). Fast jedes dritte Unternehmen (35%) entschied sich für Verkäufe nur gegen Barzahlung als Maßnahmen zur Begegnung der erstickenden Situation, die durch die Kapitalkontrollen geschaffen wurde.

Laut der Untersuchung der EBETH charakterisiert nur eins von vier Unternehmen im Verwaltungsbezirk Thessaloniki, das Umfeld, in dem es tätig ist, als stabil / sicher. Laut 75% der Befragten erweist sich als grundsätzlicher generativer Anlass der Umstände der Ungewissheit, welche das unternehmerische Umfeld im Bezirk Thessaloniki beeinträchtigen, die Regierungs- / politische Instabilität, gefolgt von der Wirtschaftspolitik des Landes (64%). Nur eins von vier Unternehmen (27%) führt als Grund die im internationalen Finanzumfeld herrschenden Bedingungen an.

Verbindlichkeiten an Versicherungsträger und Finanzamt

Drei von zehn Unternehmen (29%) im Verwaltungsbezirk Thessaloniki erklären derweilen, fällige Verbindlichkeiten an Träger des öffentlichen Sektors zu haben. Der höchste Anteil wird bei den Unternehmen der Dienstleistungsbranche (36%) und der niedrigste in Industrie – Verarbeitung (20%) verzeichnet.

Der höchste Anteil fälliger Verbindlichkeiten bezieht sich auf den Versicherungsträger OAEE (62%), gefolgt von Schulden an das Finanzamt allgemein (55%), Abführung der MwSt. (49%), Schulden an den Versicherungsträger IKA (48%) sowie auch an andere Versicherungskassen (17%).

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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