Griechenlands KMU brauchen 13 Mrd Euro und Umschuldung

9. November 2015 / Aktualisiert: 06. Oktober 2017 / Aufrufe: 583

Laut der PwC benötigen die mittelständischen Unternehmen in Griechenland 13 Milliarden Euro Kapital und eine Regulierung ihrer Kredite.

Es wird veranschlagt, dass die 650.000 mittelständischen Unternehmen (KMU) Griechenlands bis 2020 den Betrag von 13 Mrd. Euro an neuen Finanzierungen benötigen, um sich entwickeln zu können. Parallel müssen von den Banken Kredite in Höhe von ungefähr 9 Mrd. Euro refinanziert werden, damit die KMU neuen Elan bekommen und von dem Aufschwung der griechischen Wirtschaft profitieren können.

Zu dieser Schlussfolgerung gelangt eine Studie der PwC, die unterstreicht, die Verbesserung des Kapitalflusses an die KMU stelle eine Voraussetzung für den Aufschwung der griechischen Wirtschaft und deren Rückkehr auf eine Bahn des Wachstums dar.

Nur 778 Firmen zeigen gute Ergebnisse und Aussichten

Im Gegensatz zu den starken Konzernen sind laut der PwC die – als Rückgrat der griechischen Wirtschaft charakterisierten – KMU des Landes heftig von der ausgedehnten Rezession und den Schwierigkeiten strapaziert worden, die bei der Schöpfung billiger Liquidität bestehen. Es wird eingeschätzt, dass 2.476 (auch „Zombies“ genannte) Unternehmen mit jährlichen Umsätzen zwischen 10 und 50 Mio. Euro „vor sich hin vegetieren“, wobei sie seit 2009 bis 2013 rund 43% ihres Eigenkapitals verloren und ungefähr 600 Unternehmen keine tragfähigen Aussichten zu haben scheinen.

Zusätzlich haben 1.106 Firmen keinen klaren Kurs und die Entwicklung ihrer Überlebensfähigkeit könnte analog zu den Umständen positiv oder negativ sein, während gerade einmal 778 Gesellschaften gute wirtschaftliche Ergebnisse und Perspektiven haben. Abgesehen von dem neuen Kapital wird die Refinanzierung der Verschuldung mit einem angemessenen zeitlichen Horizont als kritisch eingestuft, damit sie sich wieder aufrappeln und in die Gewinnzone gelangen. Die PwC veranschlagt, dass die nicht bedienten („roten“) Kredite der KMU sich 2014 auf 27,5 Mrd. Euro beliefen, wovon 9 Mrd. Euro refinanziert sind, während 18,5 Mrd. Euro ausgebucht werden können.

Drei Hindernisse in der Schöpfung neuer Liquidität

Die PwC macht das Unvermögen der KMU, neue Liquidität zu schöpfen und finanziert zu werden, in drei Punkten aus:

  • In der beschränkten Verfügbarkeit eigenen Kapitals und dem Fehlen alternativer Kanäle des Zugangs zu Kapital durch die KMU,
  • in der Schwierigkeit der Bewertung der Kreditwürdigkeit der KMU und
  • in der Fragmentierung der verfügbaren europäischen Mittel und dem Fehlen der Vertrautheit / Informierung des Marktes in deren Nutzung.

Die PwC vertritt, eine Basisachse jeder Politik müsse die Schaffung geeigneter Umstände sein, damit sich mehr überlebensfähige KMU mit Wachstumsperspektiven zeigen. Die Gesellschaft schlägt sogar drei Maßnahmen vor, die ihre Finanzierung erleichtern werden. Spezieller bezieht sich die erste auf die Schaffung eines Fonds für Unternehmenskapital mit einem anfänglichen Kapital von 200 – 300 Mio. Euro, herrührend von dem griechischen Investitionsfonds (IfG) und dem griechischen Staat und mit ausschließlichem Ziel der Investition in KMU. Der Fonds wird an der Athener Börse eingeführt werden und seine Verwaltung durch anerkannt qualifizierte Manager erfolgen. Auf diese Weise wird für internationale Investoren mittels des Fonda ein verborgener Teil der griechischen Wirtschaft „sichtbar“ werden.

Rating-Mechanismus und Koordinierung der EU-Programme

Die zweite vorgeschlagene Maßnahme steht mit der Schaffung eines staatlichen Mechanismus zur Bewertung der Kreditwürdigkeit (credit rating) der KMU und der Schaffung von Voraussetzungen für die Zusammentragung und Auswertung von Daten zur Bewertung des Risikos der KMU in Zusammenhang. Es handelt sich praktisch um ein „Weißes Register“, bei dem alle Unternehmen obligatorisch ihre wirtschaftlichen Daten einreichen werden.

Die dritte Maßnahme bezieht sich auf die Gründung eines Trägers für die Koordinierung aller europäischen Finanzierungsaktionen für die KMU (nationaler Koordinator). Der nationale Koordinator verwaltet und promotet alle Programme zur Finanzierung der KMU und wird das Kapital über Kreditinstitute und Eigenkapitalleistungen bereitstellen.

Es ist notwendig, dass umgehend die Mängel beseitigt werden, die den Finanzierungsfluss an die KMU einschränken, und von Anfang an ein globales und intern konsequentes Finanzierungssystem geschaffen wird. Dies wird die Ausübung einer Politik zur Stärkung des wirtschaftlichen Wachstums gestatten, es den Banken leichter machen und gleichzeitig eine Plattform zur Verbesserung der KMU darstellen„, merken Funktionäre der PwC an.

(Quelle: Imerisia, Autor: Giorgos Manettas)

Kommentare sind geschlossen