Griechenland ist Champion bei arbeitslosen Akademikern

29. November 2015 / Aktualisiert: 07. Oktober 2017 / Aufrufe: 983

Griechenland ist das OECD-Land mit den meisten arbeitslosen Akademikern!

Wie aus dem in dieser Woche an die Öffentlichkeit gegebenen Jahresbericht der OECD „Ein Blick auf die Bildung“ hervorgeht, „produziert“ Griechenland unter den Mitgliedsländern der Organisation die meisten arbeitslosen Akademiker.

Trotz der Tatsache, dass ein Studium mittlerweile kein sicheres Ticket für den Arbeitsmarkt mehr darstellt, fahren die Griechen jedoch darin fort, in die Bildung zu investieren. Laut den von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammengetragenen Daten hat Griechenland eine der höchsten Quoten an Absolventen des tertiären Bildungsbereichs.

39% der Arbeitskräfte in Griechenland absolvierten ein Studium

Im Verhältnis zu 2000, als in Griechenland 18% des Arbeitskraftpotentials (im Alter von 25 – 64 Jahren) über akademische Studientitel verfügten, präsentieren besagte Anteile sogar einen Anstieg. 2014 hatten 28% ein Diplom, während in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen der Unterschied noch größer ist: gegenüber 24% im Jahr 2000 lag er im Jahr 2005 bei über 26% und stieg von 31% im Jahr 2010 auf heute über 39% an. Entsprechend sind auch die Quoten in anderen europäischen Ländern wie Frankreich (44%), Finnland (40%) und Spanien (40%), aber auch in den USA (42%).

Das Bild auf Ebene der anschließenden Arbeitssuche ist jedoch entgegengesetzt. Griechenland zählt die meisten arbeitslosen Diplominhaber nicht nur im Verhältnis zu anderen europäischen Ländern, sondern auch zu anderen Ländern der Welt, während es ebenfalls die meisten Arbeitslosen unter denen zählt, die eine abgeschlossene Sekundarschulbildung oder einen Titel aus auf die Sekundarbildung aufbauenden (Ausbildungs-) Programmen haben. Das einzige Land, dass sich prozentual Griechenland „nähert“, ist Spanien, während bezeichnend ist, das der Durchschnittswert der OECD-Länder um mehr als das Vierfache niedriger liegt.

Gleichermaßen hoch sind auch die (Arbeitslosen-) Quoten bei den jungen Leuten (25 – 34 Jahre), die ungefähr 35% tangieren. Es folgen die Länder des europäischen Südens (Spanien, Italien, Portugal). Der Hauptfaktor für diese Entwicklung ist die Wirtschaftskrise. Im Jahr 2000 lag die Arbeitslosigkeit in Griechenland bei 11,2%, im Jahr 2005 bei 9,6%, im Jahr 2010 bei 12,5%, während sie 2014 auf 27,6% hochgeschnellt war (36% bei der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen).

Enttäuschend sind ebenfalls die Quoten bei den NEET (Not in Education, Employment, or Training), wie international die jungen Leute im Alter von 20 bis 24 Jahren charakterisiert werden, die sich weder in einer Ausbildung befinden noch beschäftigt sind. Die „weder – noch“ in Griechenland erreichen 30%, welche Quote nur Spanien und die Türkei übertreffen.

Hinsichtlich der Verteilung der Geschlechter im tertiären Bildungsbereich folgt Griechenland der allgemeinen Regel: die studierenden Frauen sind mehr als die Männer. Einzige Ausnahme stelle Spanien, wo die Männer in der Mehrzahl sind, und (sehr marginal) die Türkei dar. Trotz des Umstands, dass die Frauen über mehr formale Qualifikationen verfügen, werden sie in Griechenland jedenfalls nach wie vor mehr als die Männer von der Arbeitslosigkeit heimgesucht.

(Quelle: Imerisia)

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