52 Prozent der Kredite in Griechenland sind „rot“

3. November 2015 / Aufrufe: 687

Die leistungsgestörten Kredite in Griechenland summieren sich mittlerweile auf 107 Milliarden Euro und entsprechen 52 Prozent der Gesamtheit der Kredite.

Die Realität vermag manchmal die Parameter der Stresstests zu übertreffen.“ Mit dieser Phrase versuchten die Funktionäre der Europäischen Zentralbank (EZB) die Frage zu beantworten, warum die Banken in Griechenland, die vor gerade einmal einem Jahr die Stresstests erfolgreich bestanden, in diesem Jahr „durchfielen“ und dabei sogar ein Kapitaldefizit der Größenordnung von 14,4 Mrd. Euro aufweisen.

In der vor wenigen Tagen von der EZB abgeschlossenen neuen „Übung zur Simulation extremer Situationen“ (Stresstest) sieht das extreme Szenarium für die griechische Wirtschaft für dieses Jahr eine Rezession von 3,3%, für 2016 von 3,9% und für 2017 einen kleinen Anstieg des BIP Griechenlands um 0,3% vor. Die Arbeitslosigkeit wird – immer gemäß dem selben Szenarium – 2016 auf 28,1% steigen. Bezüglich der Immobilienpreise wird eingeschätzt, dass diese in den kommenden drei Jahren um insgesamt 24,4% sinken werden.

Kapitalbedarf der Banken wird auf 4,4 – 14,4 Mrd. Euro veranschlagt

Während der Dauer der Telekonferenz mit Journalisten, die der Veröffentlichung der Ergebnisse der Stresstests folgte, berichteten die Funktionäre der EZB, der Betrag der nicht bedienten Kredite habe inzwischen 107 Mrd. Euro erreicht (also 52% der gesamten Kredite). Die von der EZB während der Dauer durchgeführte Überprüfung brachte zusätzliche Kredite in Höhe von 7 Mrd. Euro ans Licht, die zu den sogenannten „roten“ Krediten hinzuzurechnen sind, da ihre Bedienung Probleme aufweist. Die Kredite rühren hauptsächlich aus den Bewilligungen an Unternehmen her, wobei sich quantitativ die meisten von diesen – ungefähr 4,3 Mrd. Euro – auf kleine und große Unternehmen beziehen.

Wie vorhergehend die EZB bekannt gab, hatte die Überprüfung der Qualität der Elemente der Aktiva Angleichungen in Höhe von insgesamt 9,2 Mrd. Euro zum Resultat, was den Buchwert der Aktiva der teilnehmenden Banken am 30 Juni 2015 betrifft. Zusätzlich stieg die Höhe der nicht bedienten Außenstände (non-performing exposure – NPE) der vier Banken um 7 Mrd. Euro an, wobei die einschlägigen Rückstellungen bereits bei den vorstehenden Angleichungen berücksichtigt worden sind, die sich aus der Überprüfung der Qualität der Elemente der Aktiva ergaben. Abgesehen von den unmittelbaren Angleichungen des laufenden Buchwertes reflektiert das Resultat der Überprüfung der Qualität der Aktiva sich ebenfalls in der Projektion bezüglich der ausreichenden Kapitaldeckung der Banken gemäß den hypothetischen Szenarien, die bei den Stresstests angewendet wurden.

Insgesamt ergab sich aus den Stresstests bei den vier teilnehmenden („systemischen“) Banken nach dem Vergleich der Liquiditäts-Indizes auf Basis der Projektion mit den Mindestgrenzen, die für die Simulation festgesetzt worden waren, ein Kapitalrückstand in Höhe von 4,4 Mrd. Euro gemäß dem Basisszenarium und von 14,4 Mrd. Euro gemäß dem Szenarium ungünstiger Entwicklungen, einschließlich der Angleichungen, die sich aus der Überprüfung der Qualität der Aktiva ergaben.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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