Russische Invasion auf Griechenlands Immobilienmarkt

21. Oktober 2015 / Aufrufe: 1.739

Russische Investoren zeigen intensives Interesse an hochwertigen Immobilien in Griechenland, nicht zuletzt auch, um ihr Geld vor der russischen Krise zu retten.

Die russischen Magnaten sehen große Investitionsgelegenheiten auf dem griechischen Immobilienmarkt und bereiten sich deshalb auf eine „Invasion vor und kaufen zu fast jedem Preis. Laut einer Reportage der Zeitschrift Forbes haben russische Investoren gute Immobilien ins Visier genommen und kaufen kontinuierlich hauptsächlich teure und in touristischen Regionen gelegene Häuser.

Wie der Artikel berichtet, der von einer Graphik begleitet ist, die den Absturz der Immobilienpreise in Griechenland in den letzten Jahren zeigt, sind die Preise der superluxuriösen Wohnungen seit 2009 um bis zu 50% gefallen, und zwar zu einem Moment, wo die russischen Investoren nach einem geeigneten Ort suchen, um ihre Gelder zu investieren (in Wirklichkeit, um sie vor der russischen Krise in Sicherheit zu bringen).

Russen scheinen Ängste anderer Investoren (noch) nicht zu teilen

Die Beziehungen zwischen Russland und Griechenland sind so wie so stark und werden es noch mehr mit der Vereinbarung über die Erdgas-Pipeline. Folglich ruft es keine Überraschung hervor, dass viele russische Investoren sich intensiv für Griechenland interessieren. Vor einigen Jahren hatten sie ein entsprechendes Interesse für London und andere strategische Punkte in Europa und den USA gezeigt„, führt besagter Artikel an. Ab dem dritten Quartal 2008 bis zu den heutigen Tagen sind die Immobilienpreise in Griechenland insgesamt im Durchschnitt auf nahezu 40% gesunken. Die Russen scheinen nicht die Beunruhigungen der anderen Investoren zu teilen, die befürchten, eine Investition in Griechenland werde unsicher sein, da das Land zu irgendeinem Zeitpunkt aus der Eurozone ausscheiden könnte. Aggressivere „Player“ setzen auf griechische Immobilien und kaufen kontinuierlich.

Der Artikel merkt allerdings auch an, dass in Griechenland im zweiten Quartal des Jahres 2015 die Preise der Eigentumswohnungen um 5,6% sanken, was sich negativ auf das gesamte Bild der griechischen Wirtschaft auswirkt. Auf der anderen Seite hat Griechenland die schwerste Besteuerung für das Eigentum (zehn Prozentpunkte höher als das europäische Äquivalent). Die Kombination des stetigen Sinkens der Immobilienpreise, der hohen Besteuerung und der von den Gläubigern aufgezwungenen fiskalischen Verbote schaffen viele Probleme für die griechische Immobilie, aber auch insgesamt die Wirtschaft des Landes.

Griechenland begegnet einer Reihe entscheidender Probleme, wobei das signifikanteste sein Platz in der Eurozone ist. Sein Ausscheiden – sofern natürlich so etwas geschieht – wird keine seismischen Erschütterungen in der Weltwirtschaft verursachen, führt der weiter Artikel an. Derweilen ist die Lage für das Land nicht günstig. Die Aktien an der Börse verlieren alltäglich ihren Wert, während auf dem Immobiliensektor, der zu 95% mit Barzahlung läuft, die Dinge noch schlimmer sind. Wegen mangelnder Liquidität schließen ab dem Moment, wo sie keine Käufer zu finden vermögen, die meisten Agenten ihre Büros.

Die politischen Umstände spielen ebenfalls eine maßgebliche Rolle auf dem sensiblen Immobiliensektor. Die jüngst erfolgte Verabschiedung der vorab zu erfüllenden Bedingungen – führt der Artikel an – ist ein gutes Anzeichen, wenn sich jedoch keine Fortsetzung findet und das Land darin fortfährt, Probleme zu haben, werden dann sogar auch die russischen Investoren nach anderen privilegierten Orten suchen um ihre Gelder zu investieren.

(Quelle: Imerisia)

  1. GR-Block
    21. Oktober 2015, 13:35 | #1

    Jetzt geht’s los! Nur 20% der Griechen zahlten in der Vergangenheit Miete. Und das nur vorübergehend bis sie eine Familie gründeten. Dann setzten sie alles daran, sich eine eigene Wohnung zu kaufen und Eltern und Großeltern halfen bei der Finanzierung.
    Jetzt sind sowohl Renten als auch Gehälter soweit gekürzt, ehemalige Spareinlagen geplündert, dass der Ausverkauf des griechischen „Häuslesbauers“ beginnen kann.
    Würde GR auf die 50% Mieterquote wie in D gedrückt, dann würde ausländischen „Investoren“ ein zweistelliger Milliarden Mietmarkt auf dem silbernen Tablett angeboten. Weil sich aber die verarmte Bevölkerung die Neubau-Mieten nicht leisten können wird, wird die neue Athener EU-Regierung den „sozialen Wohnungsbau“ erfinden, wie wir ihn im kommunistischen Kapitalismus der BRD seit dem ersten Weltkrieg kennen. D.h. Unternehmer bekommen Staatssubventionen für ihre verarmte Kundschaft und die Regierung einen Heiligenschein.
    Natürlich muss man aber Investoren aus nicht EU-Ländern von der griechischen Subventionierung abhalten. Am besten geht das, wenn man sie als „aggressive player“ denunziert. Dann kann man später ein anti-kapitalistisches Gesetz verabschieden, dass den freien Zugang (fremder) Investoren reduziert.
    Wir kennen so ein Verhalten von den scheinheiligen Rettern der Umwelt unseres Planeten. In dem Moment, wo die Fotovoltaik von Chinesen besser und effizienter auf den freien Markt gebracht wurde, hat die EU kommunistische Gegenmaßnahmen ergriffen. Der „Kompromiss“ von 2013 schreibt China in der EU Importbeschränkungen, Mindestpreise und Einfuhrzölle von 47,6% (!) vor. Mal sehen, was gegen die Russen unternommen wird.

  2. LiFe
    21. Oktober 2015, 18:41 | #2

    Ich denke Nationalität spielt überhaupt keine Rolle, wenn auf Rücken einer verarmten Gesellschaft Geschäfte abgewickelt werden. Es hat einen bitteren Beigeschmack. So möchte man nicht mitspielen. Freilich würde einem Schwäche nachgesagt werden, aber lieber würde man Neue Arbeit und neue Kultur schaffen und à la Kohls Wortwahl blühende Landschaften zaubern!

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