Griechenland verlor 19 Prozent seiner Manpower

14. Oktober 2015 / Aufrufe: 880

Seit Beginn der Krise im Jahr 2009 bis einschließlich 2014 verlor Griechenland 19 Prozent seines aktiven Arbeitskräftepotentials.

In dem Zeitraum 2009 – 2014 gingen in Griechenland 19% des beschäftigten Arbeitskräftepotentials verloren, was wiederum die Arbeitslosenquoten signifikant ansteigen ließ. In der selben Periode wird ein Rückgang der Verkäufe der sehr großen Unternehmen um 10% verzeichnet, während der Rückgang auf die kleinen Firmen bezogen 35% erreicht.

Dies sind die hauptsächlichsten Daten, die sich aus einer Untersuchung ergeben, die von der Firma Grant Thomson durchgeführt wurde und sich auf den Verlauf des privaten Sektors in Griechenland in der Periode der Krise, also dem Zeitraum ab 2009 bis einschließlich 2014 bezieht.

Sinkende Gewinne führten zu 60% geringeren Einnahmen des Fiskus

Die in Rede stehende Untersuchung wurde an einem Muster von 4.997 Unternehmen durchgeführt, wobei unter anderem festgestellt wurde, dass der von den Firmen in dem obigen Zeitraum verzeichnete signifikante Rückgang der Gewinne zum Ergebnis hatte, dass die Einnahmen, die aus der Einkommensteuer an die öffentlichen Kassen entrichtet wurden, um 60% zurückgingen.

Insgesamt ergibt sich ein Rückgang der Gewinne um 4,8 Mrd. Euro bzw. 32%. Vor Steuern gingen die gesamten Gewinne der Firmen, die an der Untersuchung teilnahmen, sogar um 86% bzw. 5,3 Mrd. Euro zurück. Zu den positiven Punkten der Untersuchung zählt, dass in den beiden letzten Jahren eine Zunahme der Firmen verzeichnet wurde, die in die Gewinnzone zurückkehrten.

Das Unvermögen zum Zugang der Unternehmen zu neuem Kreditkapital verursachte bei der Nettofinanzierung einen Rückgang um 7,5 Mrd. Euro. Hinsichtlich der Aussichten der griechischen Wirtschaft wird festgestellt, dass im 3. Quartal des laufenden Jahres der Rückgang des Optimismus -60% erreicht, gegenüber -38% im 2. Quartal.

Auf der Rangliste der größten Wirtschaften der Welt rangiert Griechenland auf Platz 45, mit einem geschätzten Gesamtumsatz von 238 Mio. Dollar im Jahr 2014, während der weltweite Dynamik-Index der Grant Thornton Griechenland auf Rang 51, also der selben Position mit Italien platziert. Die Untersuchung der Grant Thomson wurde auf dem Jahreskongress der Gesellschaft am 13 Oktober 2015 in Athen präsentiert.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Autor: Vasilis Angelopoulos)

  1. GR-Block
    14. Oktober 2015, 12:43 | #1

    Nun hatte ja die „Austerität“ den Zweck die „Tante-Emma-Läden vom Markt zu nehmen, damit große „Investoren“ keine kapitalistische Konkurrenz vorfinden, das erspart ihnen Ausgaben (Austerität). Diese quasi kommunistische Seite der EU scheint jetzt Erfolg zu zeigen, wenn die Verluste bei kleinen Firmen 3,5-mal so hoch sind. Von der Selbständigkeit in die Arbeitslosigkeit.
    Mal sehen, wann die versprochenen „Investitionen“ für neue lohnabhängige Arbeitsplätze kommen. Und ob der Grieche mit dieser Art Arbeit einverstanden ist.

  2. Kleoni
    16. Oktober 2015, 11:12 | #2

    So schafft man Billiglöhner – übrigens nicht nur in Griechenland :/

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