EVP kritisiert Griechenland wegen Flüchtlingswelle

22. Oktober 2015 / Aufrufe: 1.014

Die Europäische Volkspartei übt harte Kritik an Griechenland wegen seiner Haltung im Thema der Flüchtlingswellen aus dem Mittleren Osten.

Die Führungsgruppe der Nea Dimokratia (ND), die sich für die Teilnahme am Kongress der Europäischen Volkspartei in Madrid befindet, sieht sich mit einem Schriftsatz konfrontiert, der harte Kritik wegen der Haltung Griechenlands im Flüchtlingsthema übt.

Informationen zufolge rief der kursierende Entwurf Spannung, Verlegenheit und die Mobilisierung der griechischen Delegation unter der Leitung des (derzeitigen Interims-Vorsitzenden der ND) Evangelos Meimarakis hervor, indem versucht wurde, harte Ausdrücke des zentraleuropäisch inspirierten Entwurfs entfernen zu lassen.

Konservative wollen ihre Verantwortungen dem Süden aufbürden

Das Flüchtlingsthema ruft speziellere Spannung auf der politischen Bühne einer Reihe von Staaten hervor, allen voran Deutschland, Polen, Tschechei, Slowakei usw., die Druck auf die Europäische Union ausüben, eine härtere Haltung gegenüber den Flüchtlingsströmen aus dem Mittleren Osten in Richtung des wohlhabenden Zentraleuropas einzuhalten.

Angela Merkel, die am Donnerstagmittag (22 Oktober 2015) in Madrid eintreffen wird, vollzog in ihrer Politik bezüglich des Flüchtlingsthemas nach dem steilen Absturz ihrer Popularität, aber auch den heftigen Reaktionen von Abgeordneten und Funktionären ihrer eigenen Partei sowie auch der kooperierenden Christunionler Bayerns bereits eine Wende und übt Druck auf Griechenland wegen gemeinsamer Patrouillen mit der Türkei in der Ägäis aus. Die Konservativen Europas streben also an, den Ball ihrer Verantwortungen für die Lage im Mittleren Osten den Ländern des Südens wegen nachlässiger Bewachung ihrer Grenzen vor den Wellen der Flüchtlinge zuzuwerfen, die nach Europa flüchten wollen.

Die sich in Madrid befindliche Delegation der ND, die bereits wegen des parteiinternen Verfahrens zur Wahl eines neuen Vorsitzenden gespalten ist, hat auch dem Druck der Führungsriege der EVP wegen der Einwände der ND bei der Verabschiedung der vorab zu erfüllenden Forderungen (des dritten Memorandums) zu begegnen, da in den Führungsstäben der EVP eine speziellere Beunruhigung herrscht, die ND könne vielleicht in die anti-memorandische Rhetorik der Periode 2010 – 2012 „abgleiten“, die den Anlass gegeben hatte, dass die Beziehungen der europäischen Konservativen zu ihren griechischen Gesinnungsgenossen „einfroren“.

(Quelle: To Pontiki, Autor: Panagiotis Sianis)

  1. LiFe
    22. Oktober 2015, 13:18 | #1

    Sorry, ich bedauere zutiefst ein völlig wirtschaftlich angeschlagenes Land, das sein eigenes Volk über jahre zum Gürtel eng schnallen zwingen muss, um Kredite mit Zins und Zinsenzins abzahlen zu können verteidigen zu müssen. Niemand sieht seine Hilflosigkeit, niemand erkennt an, dass es sich bemüht aus der Schlamassel heil herauszukommen. Kritik hilft wenig. Dieser Flüchtlingsstrom hat im Prinzip ganz Europa überrascht. Tendenz steigend.

  2. Ingrid
    22. Oktober 2015, 18:45 | #2

    Europa hat zu lange weggeschaut. Die Probleme waren bekannt – aber weit weg. Jetzt ist das Problem zu uns gekommen und nur als Gemeinschaft ist es annaehernd moeglich das zu stemmen. Jetzt sind es Fluechtlinge aus Kriegsgebieten. Wenn man bedenkt, dass 800 Millionen Menschen nicht genug zu essen haben – was wir als Wegwerfgesellschaft auch wissen – werden bald Voelkerwanderungen einsetzen, die all unsere Vorstellungen sprengen.

  3. windjob
    23. Oktober 2015, 07:34 | #3

    Merkel hat Griechenland im Stich gelassen, warum soll Griechenland nun nicht Merkel im Stich lassen. Griechenland sollte weiterhin all Flüchtlinge direkt in Richtung Deutschland durchleiten. Dann merkt Mutti endlich wann und wo sie geschlafen hat.

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