Euthanasie für Rentner in Griechenland?

18. Oktober 2015 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 4.485

Die wohl einzige zur Sanierung des Rentensystems in Griechenland noch nicht aufs Tapet gebrachte Maßnahme ist die Euthanasie für Rentner.

In jeder Gesellschaft ist die Weise, auf denen den Alten begegnet wird, ein Zeugnis ihrer Zivilisation. In dem Land jedoch, das die Zivilisation gebar, werden die Rentner also mein Vater, Dein Vater, lieber Leser, unsere Eltern – fast wie … Feinde der Gesellschaft, wie zu Lasten der Übrigen lebende Parasiten, als Wegwerf-Bürger behandelt.

Als leichte Opfer und Kollateralschäden in einem Kampf um eine nicht durchsetzbare und einseitig einnahmeorientierte Wirtschaftspolitik, die sich auf die steuerliche Plünderung und die dramatischen Einkommenskürzungen beschränkt, ohne im selben Moment irgendeinen Anreiz, irgendeine nationale Strategie, irgendeinen Konjunkturplan zu bieten.

Keine Lösung, solange 1/3 der Gesellschaft die übrigen 2/3 unterhält

Natürlich wissen alle, dass das Versicherungssystem in Griechenland ein fast unlösbares Problem ist. Und es gibt keinen Weg zu seiner Lösung, solange ein Drittel der Gesellschaft die beiden anderen Drittel unterhält, die nicht arbeiten. Solange die griechische Gesellschaft demographisch altert. Und solange der Staat die Rücklagen der Kassen plündert um Zeit zu gewinnen und den harten Verhandlungspartner zu spielen …

Wird jedoch vielleicht versucht, das Über an der Wurzel zu packen? Sehen Sie irgend eine ernsthafte Reform? Wird irgendein Vorbild eines Systems adoptiert, das sich in einem anderen Land als erfolgreich erwiesen hat? Nein. Es wird die leichte Lösung vorgezogen. Die weitere Verelendung der überwältigenden Mehrheit der Rentner. Warum schlagen die … „Weisen“ und die Regierung nicht vor, sie besser einzuschläfern? Das, was die Regierung für sie bereit hält, ist so wie so kein Leben. Mit Hungerrenten, mit denen sie nicht einmal ihre Medikamente bezahlen können? Mit einer mangelhaften Krankenpflege, mit einer kontinuierlichen Abwertung ihres Lebensniveaus, das ihnen sogar die Möglichkeit vorenthält, das Letzte zu tun, was ihnen noch Freude zu geben mag, nämlich ihren Enkelkindern eine Tafel Schokolade zu kaufen?

Glaubt wirklich jemand, man könne von 400 Euro leben?

Sie meinen, all das höre sich dramatisch, vielleicht auch etwas übertrieben an? Ich fürchte, Sie irren sich gewaltig. Es ist außerordentlich nachsichtig. Glaubt jemand, dass ein Mensch mit Renten von unter 400 Euro seinen Lebensunterhalt bestreiten kann? Dass er sich auf irgend eine andere Weise als von der Philanthropie der Kirche oder der Kommune oder diverser Organisationen zu ernähren vermag? Dass selbst auch der Rentner, der bis zu 1.000 Euro bezieht, wo all die anderen angelangen werden, in Würde leben kann? Und ihn im selben Moment die ENFIA, das Finanzamt, die Banken und jede Art von Abzocke verfolgen, die in dem vernebelten Hirn der Regierungen ausgeheckt wird?

Und nun sagen sie, die Renten an persönliche Vermögenswerte oder sogar auch die … Lebenserwartung koppeln zu wollen. Das ist eine Schande. Sie schnappen sich von der Gesellschaft jegliches Einkommen, sie sollten wenigstens so viel Respekt zeigen und nicht denen auch die letzte Spur der Würde wegnehmen, die schließlich ihr ganzes Leben lang arbeiteten, ohne für die Plünderungen oder die Unfähigkeit verantwortlich zu sein, die das Land dahin brachten, wo es sich heute befindet.

(Quelle: capital.gr, Autor: Dimitris Papakonstantinou)

  1. rote_pille
    18. Oktober 2015, 13:26 | #1

    Nach dem Zusammenbruch des Systems erledigt das die Hungersnot.

  2. ToMaraki
    19. Oktober 2015, 19:15 | #2

    Im Sept. – und Okt. 15 wurden erstmalig Kleinstrenten angetastet. Renten von nicht einmal 50 Euro wurden in beiden Monaten gekuerzt. Und es soll so weitergehen. Das Hartz IV-System der Griechen, waren die Renten, die sie nun auch zunichte machen. Mir scheint, als wolle man die Griechen ohne KZ ausrotten!

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