Varoufakis an Renzi: Ihr werdet mich nicht los!

24. September 2015 / Aktualisiert: 06. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.315

Griechenlands ehemaliger Finanzminister Varoufakis wettert gegen Italiens Premier Renzi, seine Integrität als Demokrat und vielleicht auch seine Seele verloren zu haben.

Am 22 September 2015 stellte Yanis Varoufakis auf seinem persönlichen Blog eine Mitteilung an den italienischen Premierminister ein und antwortete damit auf Matteo Renzis Erklärung bezüglich des ehemaligen Finanzministers Griechenlands: „Den sind wir losgeworden.

Yanis Varoufakis schreibt charakteristisch: „Herr Renzi, ich habe eine Botschaft für Sie. Sie können sich so sehr wie Sie wollen über den Umstand freuen, dass ich nicht mehr Finanzminister und auch nicht mehr im Parlament bin. Aber Sie sind mich nicht ‚losgeworden‘. Ich bin politisch lebendig, wie mir auch die Italiener in Erinnerung rufen, denen ich auf der Straße begegne.

Varoufakis: Ich bin lebendig und kicke weiter …

Mit seinem Text wiederholt Yanis Varoufakis, man habe sich nicht seiner selbst, sondern etwas viel Größeren entledigt, „sie entledigten sich der Demokratie in Europa„, und er lastet dem italienischen Premierminister an, während der Dauer der Verhandlungen eine zentrale Rolle in dem Werk „linkes Intermezzo – Pausenfüller Alexis“ wahrgenommen und den Part des „Bad Cop“ gespielt zu haben.

Herr Varoufakis betont sogar gegenüber Matteo Rentzi, der SYRIZA treu geblieben zu sein, wie er jedoch schreibt, wurde Alexis Tsipras „unter Umständen extremen Zwangs“ von den europäischen Führern, unter Einbezug auch des Herrn Renzi, der ihm sagte „Wenn Ihr nicht zustimmt, werden sie Euch vernichten – sagt bitte Ja dazu“ zu dem Ja zu der Vereinbarung geführt wurde.

Ich bin lebendig und teile auf politischer Ebene Fußtritte aus, da ich mich auf den Straßen Ihres schönen Landes bewege und die Menschen in Italien mich daran erinnern, dass Sie sich mit der Beteiligung an diesem niederträchtigen Coup gegen Alexis Tsipras und die griechische Demokratie im vergangenen Juli Ihrer eigenen Integrität als europäischer Demokrat entledigt haben. Möglicherweise auch Ihrer Seele. Glücklicherweise ist das nicht irreversibel. Jedoch haben Sie ernsthafte Änderungen vorzunehmen. Ich bin ungeduldig, Sie in die Reihen der europäischen Demokraten zurückkehren zu sehen„, endet Yanis Varoufakis.

Der ehemalige Finanzminister bezichtigt den italienischen Premierminister ebenfalls, eine zentrale Rolle in der „unverhohlenen Erpressung„, dem „unerträglichen Bullying“ und dem „unmenschlichen Druck“ gegen Alexis Tsipras am 12 und 13 Juli 2015 gespielt zu haben. Wie er vertritt, spielte Matteo Renzi die Rolle des „guten Polizisten“, um Tsipras auf Basis der Rhetorik zu brechen, „wenn Du nicht nachgibst, werden sie Dich vernichten – sag Ja zu ihnen„.

Schließlich versucht er auch zu erklären, warum sich seine und Alexis Tsipras‘ Wege trennten, und schreibt, „wir waren uns nicht darüber einig, ob ’sie‘ blufften oder nicht, und ob wir in jedem Fall das moralische und politische Recht hatten, eine weitere nicht tragfähige Vereinbarung zu unterzeichnen und der Troika die Schlüssel für alles zu übergeben, was von dem griechischen Staat noch übrig geblieben ist. Dies war und bleibt meine Differenz mit Alexis.

(Quellen: Imerisia, Yanis Varoufakis)

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