Über 1 Mio neue Debitkarten in Griechenland

6. August 2015 / Aufrufe: 1.418

Nach Einführung der Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland stellten die griechischen Banken über 1 Million neue Geldkarten aus.

Laut einem Artikel bei Bloomberg wurden von den griechischen Banken in den letzten drei Wochen ungefähr 1.000.000 neue Debitkarten ausgestellt.

Wie der Artikel berichtet, haben sich während der Verhängung der Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland die Transaktionen mit Geldkarten in den Supermärkten und bei den Treibstoffverkäufen verdoppelt, während die Nutzung der Karten sich in den provinziellen Gebieten sogar verdreifachte.

Signifikanter Anstieg der Nachfrage auch nach Terminals

Leonidas Kasoumis, Direktor der Alpha Bank, erklärte: „Die Kapitalverkehrskontrollen waren ein Schub. Sie sind gut für die Händler, weil das Bargeld eingeschränkt ist. Sie sind gut für die Banken, weil die Betriebskosten sinken und dies die beste Nachricht für die Wirtschaft darstellt.“ Zusätzlich erklärt der in Rede stehende Artikel, dass die Griechen derzeit 420 Euro in der Woche in bar abheben können und für die Zahlungen mittels Debitkarten innerhalb des Landes keine besonderen Grenzen gesetzt worden ist.

Bis zum vorherigen Monat (Juni 2015) hatten die griechischen Rentner in ihrer überwältigenden Mehrzahl keine Karten für die Abhebung von Bargeld in ihrem Besitz, welcher Umstand zu den Szenen der Verzweiflung mit den Warteschlangen der alten Leute vor den Banken führte.

Laut dem in Rede stehenden Bericht stellte in den letzten vier Wochen allein die Griechische Nationalbank über 400.000 neue Geldkarten aus, während die Alpha Bank im Juli 2015 ungefähr 220.000 neue Debitkarten ausstellte. Einen signifikanten Anstieg hat auch die Nachfrage nach Kartenzahlungssystemen (Terminals) von Seite der Unternehmen und sogar auch von Zahn- und sonstigen Ärzten verzeichnet, betont gegenüber Bloomberg der stellvertretende geschäftsführende Vorstand der Eurobank, Theodoros Kalantonis.

Plastikgeld könnte Schattenwirtschaft um 25% reduzieren

Die Eurobank schritt während des Monats der Kapitalverkehrskontrollen zur Ausstellung 170.000 neuer Geldkarten, gegenüber durchschnittlich monatlich 10.000 Karten vor den Kapitalkontrollen, während Umsatz und Verwendung der Debitkarten an den POS-Terminals sich mehr als verdoppelten. Die Ausgabe neuer Zugangs- / Nutzerdaten für das E-Banking hat sich mit über 26.000 Registrierungen für die Dienstleistung ebenfalls mehr als verdoppelt.

Wie die Eurobank einschätzt, wird erwartet, dass all die vorstehenden Entwicklungen den Banken mittels der Verlagerung der Geschäftsvorgänge von den Filialen zu alternativen Service-Kanälen erheblich bei der Bemühung um die Senkung der Betriebskosten helfen wird.

Noch essentieller werden jedoch diese Entwicklungen zu dem Übergang der griechischen Wirtschaft von der Vorherrschaft der Bargeschäfte zu elektronischen Transaktionen beitragen. In eine ähnliche Richtung hatte auch die griechische Regierung Überlegungen angestellt und die Einführung eines Limits von 70 Euro für jedes Bargeschäft auf den touristischen Inseln evaluiert. Obwohl diese Regelung außerhalb der jüngst verabschiedeten Gesetzgebung blieb, ist die Idee nicht aufgegeben worden, und man glaubt wirklich, dass die Verhängung einer allgemeinen Grenze für Bargeschäfte erhebliche Vorteile bei der Kontrolle der „schwarzen“ Wirtschaft und der Stärkung der Finanzen des Landes haben wird.

In Griechenland wird das Volumen der Schattenwirtschaft auf 25% des BIP (also rund 40 Mrd. Euro) veranschlagt. Auf Basis von Schätzungen könnte eine Reduzierung der „schwarzen“ Wirtschaft um 5 Mrd. Euro einen Anstieg der Steuereinnahmen um über 1 Mrd. Euro einbringen (MwSt., Besteuerung natürlicher und juristischer Personen). Die harmonisierte Realisierung eines umfangreichen Pakets mit Maßnahmen zur Steigerung des elektronischen Zahlungsverkehrs könnte also die Schattenwirtschaft um wenigstens 25% reduzieren und damit die öffentlichen Einnahmen des Landes signifikant stärken.

Insgesamt wurden im Monat Juli 2015 von den griechischen Banken über 1 Mio. neue Geldkarten ausgestellt, während vor den Einschränkungen im Kapitalverkehr durchschnittlich weniger als 100.000 Karten monatlich ausgestellt wurden.

(Quellen: To Pontiki, To Pontiki, Medienberichte)

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