Zweite Rede des Premierministers Griechenlands vor dem EU-Parlament

9. Juli 2015 / Aktualisiert: 09. Juli 2015 / Aufrufe: 10.338
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Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hielt vor dem EU-Parlament am 08 Juli 2015 eine zweite Rede, die jedoch von den Medien weitgehend totgeschwiegen wurde.

Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras hielt am 08 Juli 2015 vor dem Plenum des Europa-Parlament seine erste Rede, die speziell in deutschen Medien bis zum Überdruss und überwiegend in einem betont negativen Kontext zitiert, interpretiert und demontiert wurde.

Im Rahmen des protokollarischen Procedere hielt Alexis Tsipras jedoch auch eine zweite Rede, die in den Medien bemerkenswerterweise weitgehend totgeschwiegen wurde und deswegen nachstehend möglichst wortgetreu in deutscher Übersetzung (aus dem Griechischen!) wie von der benannten Quelle publiziert wiedergegeben wird.

Die zweite Rede des griechischen Premierministers Alexis Tsipras vor dem Plenum des Europäischen Parlaments am 08 Juli 2015

Ich denke, diese Sitzung hätte schon vor geraumer Zeit erfolgen müssen. Weil die Diskussion, die wir heute führen, nicht nur die Zukunft Griechenlands betrifft, sie betrifft die Zukunft der Eurozone. Und diese Diskussion darf wirklich nicht in Sälen mit geschlossenen Türen durchgeführt werden. Und diese Verantwortung liegt nicht bei uns.

Fünf Monate lang wurde die Verhandlung in Sälen mit geschlossenen Türen durchgeführt. Es ist jedoch ein vor allem politisches Thema, wie wir voranschreiten werden und wo wir angelangen werden und wie es ausgehen wird. Und dies wurde uns heute aus der sehr fruchtbaren Debatte hier bewusst. Und aus den Kollisionen, die nicht einen Charakter der Kollision zwischen Staaten innerhalb der Eurozone, sondern einen tief politischen und ideologischen Inhalt hatte. Und ich respektiere wirklich alle zu Gehör gekommenen Ansichten, sogar auch jene, die eine besonders polemische Rhetorik hatten.

Ich möchte ebenfalls sagen, dass ich absolut mit der zu Gehör gekommen Ansicht übereinstimme, das Europäische Parlament müsse eine aktivere Rolle spielen. Ich frage mich, wie es möglich ist, dass wir drei Institutionen ermächtigt haben, die Troika und natürlich einleuchtend die Kommission, einleuchtend die Europäische Zentralbank, da sie zahlt, jedoch wie ist es möglich, dass wir innerhalb der Troika den IWF und nicht die par excellence europäische Institution der Demokratie, sprich das Europäische Parlament ermächtigt haben, Entscheidungen zu treffen.

Und ich möchte mit absoluter Aufrichtigkeit sagen: Wenn in dieser europäischen Angelegenheit die Diskussion und die Verhandlung ausschließlich zwischen der griechischen Seite und der Kommission erfolgt wären, wäre seit sehr langer Zeit eine Lösung und Einigung gefunden worden.

Leider oder glücklicherweise hatten wir einen Verhandlungsprozess durchzuführen – bitte hören Sie sich die Argumente an und sie werden das Wort erhalten um sie abzuweisen -, wir waren verpflichtet, mit der griechischen Regierung auf der einen Seite und auf der anderen Seite drei verschiedenen Institutionen mit häufig unterschiedlichen und kollidierenden Positionen und Vorschlägen zu diskutieren. Und das ist die Realität.

Ich möchte zur Substanz kommen und auf bestimmte Themen antworten, die bei unserer Diskussion gestellt wurden. Erstes Thema: Wenn die griechische Seite – glaubwürdige oder nicht – Vorschläge vorgelegt hat, werden Sie diese beurteilen. Die griechische Seite hat Vorschläge vorgelegt. Sie hat einen Schriftsatz mit 47 Seiten vorgelegt, der gemäß unserem Erachten – nicht unseren Positionen – das Resultat eines schwierigen und mühsamen Verhandlungsprozesses war. Das Bild, das geschaffen wurde, ist leider, dass sie keine Vorschläge vorgelegt hat.

Am vergangenen Montag kam die griechische Seite mit einem neuen Schriftsatz seriöser Vorschläge zurück, der von allen drei Institutionen als Diskussionsbasis akzeptiert wurde. Am vergangenen Montag. In diesen Vorschlägen sind wir offensichtlich auch unsere starke Verpflichtung eingegangen, die auf Basis der Regeln fiskalischen Zielvorgaben zu erreichen, weil wir anerkennen und respektieren, dass Europa Regeln hat. Wir behalten uns jedoch das Recht der Wahl vor, als souveräne Regierung zu entscheiden, wo wir die steuerlichen Lasten ansiedeln und hinzufügen, damit wir die geforderten fiskalischen Zielvorgaben erreichen.

Und ich glaube wirklich, dass es das souveräne Recht einer Regierung ist, die Erhöhung der Besteuerung der gewinnbringenden Unternehmen zu wählen und nicht die Beihilfe – sprich EKAS – zu den niedrigeren Renten zu streichen, um die fiskalischen Zielvorgaben zu erreichen. Wenn es nicht das Recht einer souveränen Regierung ist, zu wählen, auf welche Weise sie äquivalente Maßnahmen findet um die geforderten Ziele zu decken, dann haben wir eine extreme und antidemokratische Auffassung zu adoptieren, dass in den Ländern, die sich in Programmen befinden, keine Wahlen stattzufinden haben, Regierungen zu ernennen sind und Technokraten einzusetzen sind und diese die Verantwortung für die Entscheidungen übernehmen.

Und ich möchte dem Plenum mitteilen, dass Sie wirklich Recht haben, in Griechenland gibt es Verzerrungen aus der Vergangenheit, die ausgemerzt werden müssen, wie die Verzerrung der Frühpensionierungen. Und wir waren die ersten, welche die Initiative ergriffen, zu erklären, dass wir – ohne dass es uns jemand sagt – die Frühpensionierungen in einem Land abschaffen wollen, das sich in einer dermaßen furchtbaren wirtschaftlichen Lage befindet.

Die Reformen sind also notwendig und unsere Zusagen bezüglich der notwendigen fiskalischen Konvergenz, um Überschüsse und nicht Defizite zu haben, diese Zusagen sind verbindlich. Wir behalten uns jedoch das Recht der Wahl der Umverteilung der Lasten vor, wovon ich glaube und mir sicher bin, dass des die Zustimmung der meisten von Ihnen finden könnte und müssen wird.

Damen und Herren Abgeordnete, es verlautete die Frage: „Haben Sie einen geheimen Plan, Griechenland aus der Eurozone hinauszuführen?“ Ich möchte Ihnen aufrichtig antworten: Während der gesamten vergangenen Woche lautete die überwältigende Mehrheit der Statements europäischer Politiker und Amtsträger, das „Nein“ beim Referendum bedeute automatisch ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro. Dies war auch den Bürgern bekannt, als sie zu wählen aufgerufen waren, als sie zu den Wahlurnen gingen. Und trotz allem brachten sie ein Ergebnis, das manche Überraschte. Wenn ich zum Ziel haben würde, Griechenland aus dem Euro hinauszubringen, hätte ich mich nicht unmittelbar nach Abschluss der Wahl hingestellt und die von mir abgegebenen Erklärungen gemacht und das Resultat des Referendum als Auftrag nicht zum Bruch mit Europa, sondern als Auftrag zur Verstärkung der Verhandlungsbemühungen interpretiert, damit wir zu einer besseren Vereinbarung gelangen. Zu einer seriöseren Vereinbarung. Zu einer wirtschaftlich tragfähigen und gesellschaftlich gerechten Vereinbarung. Das ist das Ziel. Ich habe keinerlei anderen Plan. Und ich spreche mit offenen Karten.

Schließlich möchte ich Ihnen sagen: Ich hörte von vielen und hauptsächlich von denen, die sich der heftigeren Rhetorik, polemischen Rhetorik bedienten, wie sie über unser Unvermögen sprachen, der Solidarität der europäischen Partner zu entsprechen. Und ich möchte sagen, dass natürlich die Gewährung von Krediten eine Form der Solidarität ist. Daran besteht kein Zweifel. Wir wollen jedoch ein tragfähiges Programm, und zwar genau damit wir in der Lage sind, die erhaltenen Kredite zurückzuzahlen. Und wenn wir eine Senkung der Verschuldung verlangen, verlangen wir diese Senkung genau deswegen, um in der Lage zu sein, diese Kredite rückzahlen zu können und nicht kontinuierlich zur Aufnahme neuer Kredite verpflichtet zu sein um die älteren zu tilgen.

Und Ihnen, Herr Weber, möchte ich in Erinnerung rufen, dass der stärkste Moment der Solidarität der modernen europäischen Geschichte 1953 war, als unser Land nach zwei Weltkriegen völlig überschuldet und geplündert war und Europa und die europäischen Völker bei der Londoner Konferenz 1953 die maximale Solidarität zeigten, als sie die Streichung von 60% der Verschuldung Deutschlands sowie auch eine Wachstumsklausel beschlossen. Dies war der signifikanteste Augenblick der Solidarität in der modernen europäischen Geschichte.

Ich hörte meinen Freund Gi Ferhofstat – wir kandidierten im vergangenen Jahr beide für den Vorsitz der Kommission und kennen uns gut und haben ein gutes Verhältnis -, wie er sich fragte, „wie werdet ihr der Situation begegnen, mit welchen Reformen, Ihr habt keine Reformen vorgeschlagen, was habt Ihr getan?“. Ich möchte antworten: In diesen letzten fünf Monaten haben wir tatsächlich mehr verhandelt als regiert. Unter Umständen des finanziellen Erstickens waren unsere Fürsorge, unsere Sorge, unsere Überlegung mehr, wie wir es schaffen werden, die griechische Wirtschaft am Leben zu erhalten. Trotz allem haben wir Dinge vollbracht, mein werter Freund Gi.

  • Wir waren es, die nach drei Jahren die berüchtigte Lagarde-Liste öffneten, die Liste, die gewisse Minister der vorherigen Regierungen in ihrer Schublade verschwinden ließen.
  • Und wir waren es, die sich bemühten und viele von denen, die Steuern hinterzogen hatten, auf die Anklagebank brachten. Die vorherigen Regierungen haben es nicht getan.
  • Wir waren es, die zu einer Vereinbarung mit der Schweiz schritten, damit die Griechen Steuern zahlen, die ihr Geld ins Ausland geschafft haben.
  • Wir waren es, die zu einem Gesetz schritten, um die Dreiecksgeschäfte einzuschränken. Das hatte keine vorherige Regierung getan.
  • Wir waren es, die von den Eigentümern der Massenmedien in Griechenland verlangten, ihre Steuern zu zahlen. Das hatte keine vorherige Regierung getan.
  • Wir waren es, die die Zollkontrollen verstärkten, um den Schwarzhandel zu schlagen.

Natürlich schulden und haben wir die Verpflichtung vor uns, noch viel mehr zu tun. Wir hatten nicht die Zeit, viel zu tun. Und wir ersuchen Sie um Ihre Unterstützung, damit wir Griechenland verändern. Es ist unsere gemeinsame Verpflichtung, Griechenland zu ändern, und daraus werden wir beurteilt werden.

Abschließend möchte ich Ihnen sagen: Wir nehmen alle wahr, dass die Diskussion sich nicht ausschließlich auf ein Land bezieht. Sie betrifft nicht ausschließlich ein Land. Sie bezieht sich auf die Zukunft unseres gemeinsamen Gebäudes der Eurozone und Europas. Und hier kollidieren zwei diametral gegensätzliche Strategien bezüglich der Zukunft der europäischen Vereinigung. Lassen wir uns alle unsere Verantwortung übernehmen.

Trotz unserer ideologischen Differenzen, trotz allem, was uns intern trennt, haben wir, die griechische Regierung – und das möchte ich sagen – in einer kritischen nationalen Moment die Fähigkeit, Kräfte zu vereinen. Und vorgestern fanden sich die politischen Kräfte unter dem Präsidenten der Republik am selben Tisch ein und wir einigten uns auf einen positionellen Rahmen. Und auf der Basis dieses Rahmens werden wir morgen erneut unsere konkreten Vorschläge für eine tragfähige und gesellschaftlich gerechte Vereinbarung vorlegen, Vorschläge für Reformen, seriöse Reformen.

Zum Schluss möchte ich Ihnen jedoch noch Folgendes sagen: Viele bezogen sich auf die antike griechische Tragödie. Ich respektier absolut die Gesetze, welche die EU und die Eurozone regeln. Ohne Gesetze vermag niemand voranzuschreiten. Nachdem Sie sich jedoch auf die antike griechische Tragödie bezogen, habe ich Ihnen zu sagen, dass einer der bedeutendsten antiken Tragiker, Sophokles, uns mit seinem Meisterwerk „Antigone“ lehrte, dass es Momente gibt, in denen das höchste der Gesetze der Menschen das Recht der Menschen ist. Und ich glaube, dass jetzt ein solcher Moment ist.

(Quelle: toideologio.gr)

  1. Ronald
    9. Juli 2015, 08:20 | #1

    Passagen dieser Rede habe ich gestern in den einschlägigen Nachrichtensendungen gehört, insbesondere erinnere ich mich an die Antwort von Herrn Tsipras an den EU-Abgeordneten Weber.

  2. bürgerhans
    9. Juli 2015, 08:53 | #2

    Danke für die Übersetzung dieser Rede! Ich verstehe nun Tsipras‘ Problem: „Und ich glaube wirklich, dass es das souveräne Recht einer Regierung ist …“. Wer der EU beitritt, der verliert die staatliche Souveränität! Die „Vereinigten Staaten von Europa“ sind ein Staatenbund, in dem die ehedem souveränen Länder ihre Eigenständigkeit aufgegeben haben. Es wird gemacht, was die Mehrheit der Länder dieses Staatenbundes will. Bereits heute schon kommen etwa 80 Prozent aller Gesetze als zu realisierende Diktion aus Brüssel! Man kann sich das so vorstellen: was heute Zentralmakedonien für Griechenland ist, wird morgen gesamt Griechenland für die „Vereinigten Staaten von Europa“ sein; Zentralmakedonien spielt überhaupt keine Rolle mehr!

    Wir sind dank der Griechen an die „philosophische“ Sollbruchstelle Europas geführt. Welche Souveränität dürfen Länder zukünftig noch haben? Ich bin nicht sicher, ob die Öffentlichkeit diese explosive Frage wahrnimmt.

  3. 9. Juli 2015, 09:12 | #3

    Diese Rede habe ich im ERT1 Live via Internet gesehen. Ich habe die ganze Parlamentssitzung verfolgt , sie wurde hier wirklich 1:1 übersetzt. Gerade deshalb habe ich mir alles angehört von Anfang bis zum Ende, weil ich sehen wollte wie die deutschen Medien später davon berichten. Weil ich einfach den deutschen Medien nicht mehr traue. Viel zu viele Unwahrheiten haben mich in ein Delirium versetzt. Für mich war es wichtig, da ich sehen wollte, wie andere Länder auf unseren Premier reagieren. Ich war doch sehr positiv überrascht wie viele Freunde unser Premier im Parlament aus anderen Länder hat. Schockiert war ich wieder mal über die deutschen Medien, dass das Wesentliche dieser Rede nicht gebracht oder gar nicht publiziert wurde. Was mich erstaunt hat war, dass gewisse deutsche Politiker im Parlament gewagt haben mit dem Zeigefinger gerichtet auf unseren Premier zu reden mit sehr viel Polemik und Unverständnis. Die herzliche Umarmung der deutschen „Grünen“ haben mich zum Schluss sehr berührt und haben Hoffnungen auf das „Deutsche Verständnis“ geweckt . Die haben die Polemik der CDU/CSU wieder gut gemacht. Eine Polemik im „Kindergarten-Stil“, die jenseits der Realität lag. Ist Herr Weber so wenig über Situation in Griechenland aufgeklärt. Hinter so einer Polemik steckt immer Angst. Angst ist aber nicht das Mittel um Probleme zu lösen. Herr Weber hat das ganze deutsche Volk blamiert, dafür haben aber die Grünen das deutsche Gesicht im Parlament wieder hergestellt.

  4. Hans
    9. Juli 2015, 10:57 | #4

    Hier vergessen einige, dass die Osteuropäer viel größere Gegner der weiteren Griechenland-Hilfen sind als Deutschland. Im Übrigen sind nicht die Politiker anderer Staaten verantwortlich, wie es in Griechenland zurzeit zugeht. Im Gegenteil sämtliche Reformzusagen wurden offenkundig nicht umgesetzt. GR leidet an einem Staatsversagen der griechischen Institutionen und nicht an den hohen Schulden, die eh gestundet sind und weiter gestundet werden.

  5. Jörg.p.
    9. Juli 2015, 11:46 | #5

    Derzeit verfolge ich die Problematik persönlich in Griechenland. Des weiteren hoffe ich ebenfalls auf ein Umdenken in Bezug auf ganz Europa. Europa (Brüssel) sollte nie den Blick auf die Souveränität eines jeden Mitgliedsstaates verlieren, damit jederzeit jeder Bürger in Europa auch weiß, weshalb Europa gut für die Menschen, welche dort leben, ist.

  6. BleiFrei
    9. Juli 2015, 15:19 | #6

    Tja die Polemik ist wirklich ein Problem. Ich sehe dies jedoch als ein Problem welches auf Beiden Seiten zu verorten ist. Deutsche und griechische Medien, deutsche und griechische Politiker schenken sich in dieser Hinsicht wirklich gar nichts.

  7. Wolfgang Potratz
    9. Juli 2015, 15:25 | #7

    Nachdem bei der Hitze in Deutschland der Höhepunkt wohl überschritten ist, strebt die Hetze tagtäglich zu neuen Rekorden. Dabei wäre es ganz einfach, mal über den deutschen Tellerrand hinauszublicken. Bei ausländischen Print- und TV-Medien gibt es massenhaft Kontrastprogramme, die eindeutig über die deutschen Totengräber berichten. Nicht nur am Beispiel Griechenlands, sondern für ganz Europa. Hier bleibt einem meist nur das Internet, mit z.B. Griechenland-Blog und NachDenkSeiten.

  8. Zahlmichel
    9. Juli 2015, 15:28 | #8

    An der Rede von Herrn Weber kann man die niederträchtige Gesinnung der Deutschen Regierung ablesen. Völlig außer acht lassend, das es seit 2008 vornehmlich um europaweite Bankenrettung ging. Die europäischen Regierungen wurden verpflichtet, die Bankschulden, die von Skrupellosen Bankstern verursacht wurden, zu übernehmen. So dass sie zu Staatsschulden wurden. Die Banken waren fein raus, die Bankster wurden mit riesigen fetten millionenschweren Boni belohnt und der dumme Steuerzahler bezahlt europaweit die Party. Nebenher wird an der NWO gearbeitet in dem der oberste Souverän Europas die USA sind. Mit einer der Gründe warum das TTIP- sowie Tisa- abkommen geschlossen wird. Unter dem Deckmantel von TTIP übernimmt Amerika die Gewalt in Europa. Europa ist Zahnlos, wird überall von der NSA beobachtet und ausspioniert wie man auch heute wieder den Nachrichten entnehmen kann. Griechenland hat sich gegen die europäischen Oligarchen aufgelehnt, dies wird nicht folgenlos bleiben.
    Europa steht am Scheideweg wo sich entscheidet, ob die (noch verdeckte) Diktatur oder die Demokratie gewinnt. Wenn Merkel und Schäuble könnten wie sie wollten, würden sie ohne mit der Wimper zu zucken, mit allen unfairen Mitteln, in Griechenland einen Regime Change organisieren. Damit wieder eine (vernünftige) Regierung übernimmt.
    Danke für Ihren Mut Herr Tsipras und der Syriza.

  9. theophil
    9. Juli 2015, 17:23 | #9

    Auch ich habe die EU-Reden gesehen und gehört – nahezu vollständig. Sie werden von der EU oder auch youtube jederzeit via Internet bereitgestellt. Das deutsche Staatsfernsehen ist an gefährlich vielen Stellen nutzloser teurer Dreck. Es kostet irrsinnig viel Zeit und Arbeit, sich ein ungetrübtes Bild der Sachlage zu verschaffen. Wer keine Zeit besitzt oder arbeitsscheu ist, wird mit einem trüben Bild durch die Weltgeschichte irren und i.d.R. nutzlos herumposaunen. Euer Herr Bauingenieur ist kein begnadeter Redner – muss er aber auch nicht. Btw.: Merkelchen ist auch keine. Es gab wenige begnadete Redner unter den EU-Abgeordneten.

    Die EU-Parlamentarier haben mir folgendes Bild vermittelt: In der pluralistischen EU gibt es GR-Feinde und GR-Freunde, EU-Feinde und EU-Freunde. Manche haben Argumente für ihre Anschauungen, viele liefern fehlerhaftes oder verlogenes oder sonstwie nutzloses Blabla. Sowohl Tsipras als auch seine Gegner belieben unangenehem viel heiße Luft zu reden. Nennenswert „europäisch“ – mit einer aufheimenden Lösungshoffnung – wurde es bei den wenigen Andeutungen, dass die Bürger der EU durch eine erfolgreiche Krisenüberwindung einen größeren inneren Zusammenhalt finden könnten als zuvor. Eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl. Das scheint mir aber nur möglich, wenn sich niemand ausgenutzt fühlt – weder der griechische Stolz zerstört, noch der EU-Steuerzahler sich geprellt und betrogen fühlen.

  10. Zambo
    9. Juli 2015, 18:55 | #10

    Da die griechischen Medien in den Händen der korrupten Oligarchen sind, schreiben und reden sie den gleichen Mist wie die meisten deutschen. In den letzten drei, vier Tagen vor dem Referendum wurde ein regelrechter Krieg gegen die Regierung hier in Griechenland geführt, um so höher ist auch der Erfolg des „Nein“ einzuschätzen.
    Im Europaparlament ist eigentlich das erste Mal eine Diskussion von beiden Seiten aufgekommen und nicht immer nur ein Gehämmere auf die Regierung Tsipras und „die Griechen“. Besonders schön der Spruch von Frau Zimmer: „Herr Weber, sie sind hier in Europa, nicht in Bayern“ 🙂

  11. Weekend01
    9. Juli 2015, 19:33 | #11

    Die Rede von Herrn Tsipras ist klar und deutlich!
    Wenn ich da andere Politiker verfolge, die sich von einer Ausrede zur anderen Ausrede rauswinden, um ja nachher nicht in Haftung genommen werden zu koennen, dann sind mir Aussagen die Hand und Fuss haben, auch wenn sie nicht angenehm sind – um Welten lieber. Er hat den Mut Dinge aufzudecken – wo Andere den A…. nicht in der Hose haben, ganz prima!

  12. jörg
    10. Juli 2015, 07:58 | #12

    nun ja die Rede sprach endlich Dinge an, die man seit Monaten von der EU fordert. Ich weiss also nicht warum man die Rede lobt und die Kreditgeber regelrecht niederknüppelt. Ebenso haben andere Politiker ebenfalls das Recht ihre Meinung zu äussern und man sollte die EU nicht immer als Feind von Griechenland darstellen. Die Feinde sind wo ganz anders und die wollen nur gute Dinge für Griechenland, Schuldenschnitt und weitere Zahlungen nach Griechenland, aber nicht weil es dem Land schlecht geht. Der Schwiegersohn von Hilliray Clinton hat z.b. Millionen in Griechenland über Hedgefonds verloren und raten Sie mal wer der Berater von Bill Clinton war: Krugmann. Auch der IWF spielt ein doppeltes Spiel, die reden nur von Gelder die nicht dem IWF gehören. Es steht nicht zur Debatte IWF Gelder einen Schuldenschnitt zu unterziehen

  13. H.Ewerth
    10. Juli 2015, 13:48 | #13

    Seit wann kann die EU etwas fordern, was unmöglich ist? Schon vergessen 1953 London als die internationalen Gläubiger sich nicht erneut für Austerität, wie einst Brüning entschieden haben, sondern für Restrukturierung und Wiederaufbau, nicht Hass, Moral und Ideologie waren die Motive, sondern Pragmatismus. Die Gläubiger damals, haben aus der Geschichte gelernt, und Austerität die noch nie in der Geschichte der Menschheit funktioniert hat und auch nie funktionieren wird zu wiederholen. Wenn ich heute Politiker, die deutschen Medien höre, sehe und lese, habe ich ein Déjà-vu und fühle mich zurückversetzt ins Jahr 1933, aber wir können uns doch noch erinnern wer damals an die Macht kam?

    Die Hauptschuld tragen die einseitigen und dilettantischen EU Verträge, welche das Pferd von hinten aufgezäumt haben. Hinzu kam die Deregulierung der Finanzmärkte, viele Banken konnten und haben sich verspekuliert, wurden aber gerettet. Denn zu 90% bekommt nicht Griechenland die sog. „Hilfs“ Gelder sondern internationale Gläubiger. Was mich allerdings am meisten anwidert, selber seine Kriegsschulden gegenüber Griechenland und anderen komplett getilgt, sich hier aber als Zuchtmeister aufzuspielen, widert mich an.

  14. H.Ewerth
    10. Juli 2015, 13:52 | #14

    Der wichtigste Unterschied zwischen Alexis Tsipras und seinen werten Kollegen, denjenigen, die “wir” in der restlichen Union irgendwie für Ämter legitimiert haben, ist vielleicht, dass er nicht lügt, sobald er den Mund aufmacht, dass er die Dinge schildert wie sie sind und nicht gerade zum persönlichen Fortkommen und Taschen füllen, nützlich erscheinen. Kein Wunder, das der junge charismatische und gebildete griechische Premier damit den Hass der Eliten, ihrer gate keeper, Hofnarren und Claquere auf sich zieht, wie kein zweiter. Alexis hat Europa die Hoffnung wiedergegeben. Quelle Nachdenkseiten

  15. Martin
    12. Juli 2015, 17:20 | #15

    Wenn die griechischen Banken nicht gerettet worden wären, könnten die griechischen Banken nicht mehr den griechischen Staat finanzieren. Griechenland hat kein Bankenproblem – Griechenland hat das Problem, dass die Regierung mehr Geld ausgibt als sie einnimmt. (Und bekommt ein Bankenproblem, wenn andere Länder nicht schnell genug frisches Geld in die griechischen Banken pumpen.)

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