Noch ein deutscher Korruptionsskandal in Griechenland

18. Juni 2015 / Aktualisiert: 05. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.117

Über die Bayer-Tochter in Griechenland sollen wenigstens 800 Ärzte geschmiert worden sein um Medikamente der Gesellschaft zu verschreiben.

Eine Anklage wegen Bestechung in Kombination mit dem Gesetz über Veruntreuer des Staats erhob in Griechenland die Korruptions-Staatsanwältin Eleni Raikou zu Lasten von Vertretern der BAYER HELLAS wegen illegaler Honorare an Ärzte, damit diese Präparate der Firma verschreiben.

Die Strafverfolgung richtet sich gegen vier Funktionäre der griechischen Bayer-Tochter wegen des Verbrechens der aktiven Bestechung unter den belastenden Umständen des Gesetzes über Veruntreuer des Staats, sowie ebenfalls wegen der Straftat der unmittelbaren Mittäterschaft bei Bestechung, die sich auf einen weiteren Angestellten der in Rede stehenden Gesellschaft, aber auch zwei Vertreter zwei verwickelter griechische Firmen bezieht.

Zahlungen von bis zu 20.000 Euro für größere Bestellungen

Die Prozessakte über die Sache wurde nach einer Voruntersuchung angelegt, welche die Assistenz-Korruptionsstaatsanwälte Angeliki Triandafyllou und Giannis Sevis mit Fakten durchführten, die von der Korruptions-Staatsanwaltschaft Köln übergeben wurden. Während der deutschen Ermittlung wurde von einem griechischen Staatsangehörigen angezeigt, dass der Beauftragte der griechischen BAYER-Tochter von 2005 bis 2008 imaginäre Rechnungen in Höhe von ungefähr zwei Millionen Euro ausgestellt hatte. Der in Rede stehende Zeuge soll vor den deutschen Staatsanwälten sogar vertreten haben, dass in Griechenland die Ärzte, die „Geldgeschenke“ annahmen um die konkreten Präparate zu „fördern“, ungefähr 800 sind.

Informationen zufolge scheinen sich aus der Ermittlung der beiden Staatsanwälte, welche die strittigen Fakten der deutschen Prozessakte untersuchten, die Behauptungen des in Rede stehenden Zeugen bestätigt zu haben. Im Rahmen der Voruntersuchung wurden Überprüfungen durch das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) durchgeführt, der Staatsanwaltschaft Kontendaten übergeben und auch Durchsuchungen in den Büros der BAYER durchgeführt.

Aus den von den Korruptions-Staatsanwälten zusammengetragenen Fakten scheinen Fälle von „Zahlungen“ der Gesellschaft ab 1.000 bis zu sogar 20.000 Euro hervorzugehen, wenn die Bestellungen sich auf große Mengen von Medikamenten zur Deckung der Bedürfnisse von Krankenhäusern bezogen. Allein in der Region Attika verzeichneten die Staatsanwälte 43 Fälle von Ärzten, die jedoch nicht strafrechtlich verfolgt werden, da sie kleinere Beträge als Geschenke angenommen zu haben scheinen und somit die diesbezüglichen Anschuldigungen als Vergehen verjährt sind.

Die Sache wird einem Untersuchungsrichter zur Durchführung einer Hauptuntersuchung angetragen werden.

(Quelle: Imerisia)

  1. windjob
    18. Juni 2015, 13:40 | #1

    Naja, da reden deutsche Politiker von Korruptionsbekämpfung. In der Realität genehmigen sie Geschäfte über U-Boote obwohl damals schon bekannt war, dass Griechenland überschuldet ist. Da kann Siemens ungehindert Schmiergelder bezahlen. Da werden Banken unterstützt, da wird gelogen und betrogen. Warum sperrt die griechische Regierung nicht all diese Firmen aus. Hauptsächlich Siemens hätte dann Riesenprobleme mit Geschäften in Amerika. Dies zeigt doch einmal mehr, wie verlogen unsere ganze Politik ist.

  2. Weekend01
    18. Juni 2015, 19:40 | #2

    Leider ist es in Deutschland schon eine grosse Ausnahme, wenn nicht gelogen, betrogen oder bestochen wird, die Reichsten werden am meisten subventioniert und die Aermsten sollen die Zeche zahlen, egal ob sie noch ein Dach ueber dem Kopf haben oder nicht, ob sie wissen, wie sie noch satt werden koennen, wer fragt von den Politikern wirklich danach – jede sogenannte Anteilnahme muss man schon als scheinheilig bezeichnen, wenn man sieht, wie es hier in Griechenland und in armen Laendern praktiziert wird.

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