Juncker an Griechenland: Begeht keinen Selbstmord!

30. Juni 2015 / Aktualisiert: 06. Februar 2017 / Aufrufe: 2.658

Kommissions-Chef Juncker beschwor die Bürger in Griechenland, keinen Selbstmord zu begehen und bei dem Referendum am 05 Juli 2015 mit Ja und für Europa zu stimmen.

Eine klare Botschaft an Griechenland bezüglich einer „sperrangelweit geöffneten Verhandlungstür“ schickte aus Brüssel Kommissions-Chef Jean-Claude Juncker während seiner Pressekonferenz, bei der er die Protokolle der Vereinbarung bekannt gab, die Griechenland nicht mehr zu sehen bekam, weil es die Durchführung einer Volksabstimmung am kommenden Sonntag (05 Juli 2015) beschloss.

Den Beschluss Europas unterstreichen wollend, die Verhandlungen fortzusetzen, sagte er spezieller, „die Tür steht sperrangelweit offen„. Mit seiner Botschaft zog Herr Juncker ein Resümee der Bemühungen, die er selbst, aber auch Europa unternahmen um zu einer Einigung mit Athen zu gelangen.

Juncker will niemals Lohn- und Rentenkürzungen gefordert haben

Seiner persönlichen Enttäuschung und Besorgtheit Ausdruck verleihend enthüllte Jean-Claude Juncker, niemals Kürzungen der Löhne und Renten verlangt zu haben, und merkte an, die griechische Seite habe völlig ungerechtfertigt die Beratungen im schlimmsten Moment verlassen. Laut den Behauptungen des Kommissions-Chefs habe das griechische Volk zu erfahren, dass die Vereinbarung die Finanzierung an das Land „deblockiert“ hätte. Nachdem Herr Juncker unterstrich, „wir werden die Griechen nicht verloren gehen lassen„, rief er im weiteren Verlauf die Griechen auf, bei dem Referendum am kommenden Sonntag mit „Ja“ zu stimmen und keinen Selbstmord zu begehen, da „Nein“ ein nein zu Europa bedeutet.

Aus dem Umfeld des Leiters der Kommission gelangten derweilen signifikante Informationen ans „Licht“. Spezieller gab es den Informationen zufolge in der Vereinbarung abgesehen von den Zugeständnissen der Institutionen bei der Mehrwertsteuer in der Gastronomie und bei den Hotels eine „Fußnote“ auch bezüglich der Verschuldung. Es sei angemerkt, dass Alexis Tsipras von den Partnern verlangt hatte, dass in der Vereinbarung eine Regelung über die Verschuldung, die Finanzierung und das Konjunkturpaket enthalten ist, zumal dies auch die „Verhandlungskarte“ des Premierministers war, um die schmerzhaften Maßnahmen leichter durch das griechische Parlament zu bringen.

Wiederaufnahme der Verhandlungen liegt allein bei Griechenland

Es sei in Erinnerung gerufen, dass Berlin und Europa das Verlangen des griechischen Premierministers zurückgewiesen hatten und betonten, die Verschuldung sei tragfähig und die wie immer gearteten Diskussionen darüber haben in dem gegebenen Moment keinen Vorrang. Informationen aus Berlin besagen derweilen, Jean-Claude Juncker werde einen finalen Vorschlag an die griechische Regierung richten, sich zu den Institutionen zu begeben, damit die Verhandlungen wieder beginnen.

Es sei angemerkt, dass Frankreich und Deutschland sich auf die selbe Linie hinzubewegen scheinen. Sowohl der französische Präsident Francois Hollande als auch Bundeskanzlerin Angela Merkels Sprecher betonten, es gebe einen „Spalt“ für eine Verhandlung mit Athen, wenn und sofern Herr Tsipras es beschließe. Die deutsch-französische Achse strafft jedoch Griechenland den Zeitrahmen, wobei der französische Präsident in seinen Erklärungen sogar klarstellte, die Wiederaufnahme der Beratungen sei eine Entscheidung allein Griechenlands, die es noch innerhalb des Tages zu treffen habe.

(Quelle: sofokleous10.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. Bella
    30. Juni 2015, 10:25 | #1

    Das ist die Stunde der Bewährung. Jetzt zeigt sich, wer wirklich ein Freund des griechischen Volkes ist. Jeder muß selbst entscheiden, auf welcher Seite er stehen will.

  2. Catalina
    30. Juni 2015, 10:31 | #2

    Der Chefwirtschaftsredakteur der Financial Times hat gestern Abend noch gesagt, dass sich Juncker selbst übertroffen habe. So unverschämt gelogen vor laufenden Kameras und Mikrophonen hat noch kaum jemand zuvor!

  3. happy
    30. Juni 2015, 12:34 | #3

    Junker an GR : „begeht keinen Selbstmord“, nimmt bitte die Euthanasipille der EU.

  4. GR-Block
    30. Juni 2015, 14:14 | #4

    „Juncker an Griechenland: Begeht keinen Selbstmord!“
    Wow, die Verzweiflung ist inzwischen groß bei den EUlern. Jetzt wird schon a la Mafia gedroht. Gab es das nicht schon mal zu den Wahlen 2012? Dieses mal aber zeigt der Angegriffene seine Zähne und wetzt die Krallen.
    Es werden Karrieren rollen in der EU – das ist sicher – und der byzantinische Doppeladler zeigt keine Anzeichen von Furcht. Die Entscheidung rein oder raus obliegt einzig dem Souverän. Tsipras und Varoufakis haben sich eindeutig und unmissverständlich geäußert. Am Sonntag werden die Griechen entscheiden, welche Rechte die EU-Völker in Zukunft bei der Gestaltung ihrer Beziehungen zur EU haben werden. Ja, die Sache ist tatsächlich so groß geraten, aus Versehen. Denn eigentlich wollte die Regierung ihre Kompromisse mit der Troika genehmigen lassen. Jetzt wird es darum gehen, OB DIE EU IN GR BLEIBT. Was für ein Wahnsinn! Diese Verzweiflung. Tsipras konnte nur mit der Ankündigung reagieren, gerichtlich gegen einen Ausschluss vorzugehen. Was bilden sich die arroganten Brüsseler Lobbyisten ein, wenn sie die Volksabstimmung verfälschen wollen.
    Die Diskussion GR-raus-aus-dem-EURO oder wehe-ihr-wollt-raus-aus-dem-EURO ist eine deutsche Diskussion. Die Griechen hatten nur zaghaft die Möglichkeit erwogen, ob die damalige Entscheidung, im EURO zu sein, falsch war. Bis auf die KKE (5%) hat keine Partei die Drachme auf dem Programm gehabt. Warum die EU auf Anraten Deutschlands sich auf eine junge Partei eingeschossen hatte, war für die Griechen unbegreiflich. Wir wissen den Grund. Kein Parlament darf im Handstreich die alteingesessenen Lobbys ausbooten und neu anfangen. Milliardenschwere Investitionen und Schmiergelder würden dadurch verbrannt werden. Zum Teufel mit der Demokratie.“ (Diskussion um Griechenlands Euro-Austritt ist eine deutsche Diskussion)

  5. Omnipraesent
    30. Juni 2015, 17:49 | #5

    Und wieder sind es die Deutschen an vorderster Front, wenn es gilt Europa zu zerstoeren, 2 (zwei) Mal ist es ihnen in der Vergangenheit schon gelungen, und nun unter Federfuehrung von Frau BK Merkel und Herrn FM Schaeuble, werkeln diese beiden daran, es ein drittes Mal zu schaffen.
    Wie sagte der Englaender Winston Churchill ueber die Deutschen so treffend, „Entweder sie liegen dir zu fuessen, oder sie haengen dir an der Gurgel“. So ist es, wenn sie nicht an der Leine sind, dann springen sie dir an die Gurgel.

  6. Al-Harakiri
    30. Juni 2015, 17:59 | #6

    «Wenn es ernst wird, muss man lügen» J.C.Juncker

  7. Omorfos
    30. Juni 2015, 21:10 | #7

    Begeht keinen Selbstmord, gönnt uns doch den Spass euch Stück für Stück dem Ende entgegen zu bringen. Solangsam entwickelt sich das zu einem Fetisch der EU. Erst gestern betonten alle die Tür stehe den Griechen weiterhin offen und heute nachdem die griechische Regierung einen neuen Antrag stellt, kommt man wieder mit, das sein Tricks, was erlauben sich die Griechen, haben die den Verstand verloren. Wieso sagen sie einen Tag zuvor Griechenland wäre der Weg nicht versperrt wenn ein Tag später wieder auf sie getreten wird wenn sie eine solche Anfrage stellen.

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