Zahlungsstopp Griechenlands würde für Deutschland teuer werden

2. Mai 2015 / Aktualisiert: 04. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.014

Wie viel die Gläubiger die Rettung Griechenlands kosten wird und sie im Fall eines Zahlungsstopps verlieren werden.

Die deutsche Zeitung Frankfurter Allgemeine bezog sich in einem am 29 April 2015 publizierten Artikel auf die Kosten der Rettung Griechenlands für Deutschland. Wie in der Zeitung betont wird, hat die Rettung Griechenlands die internationalen Gläubiger (Europäische Union, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds) 240 Milliarden Euro gekostet.

Trotz allem unterstreicht die Frankfurter Allgemeine, der deutsche Steuerzahler sei bisher von den Kosten nicht berührt worden, weil die Gelder von der deutschen staatlichen Entwicklungsbank KfW kamen.

Griechenland ist pleite, das Geld können wir abschreiben

Wie der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble erklärt hat, beginnt die Tilgung der von Berlin an Athen geliehenen Gelder im Jahr 2020 und für einen Teil der Schulden sogar erst im Jahr 2030. Was wird jedoch im Fall eines Zahlungsstopps von Seite Griechenlands geschehen? Wie die Zeitung einschätzt, wird so etwas Deutschland teuer zu stehen kommen.

Von den 142 Mrd. Euro, die Griechenland mittels der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) gegeben wurden, gehören 27% Deutschland. Von den bilateralen Krediten in Höhe von insgesamt 52,9 Mrd. Euro, die Griechenland von den Ländern der EU erhielt, kam ungefähr ein Viertel ebenfalls von Deutschland. Hinzu kommen die 35,4 Mrd. Euro von dem IWF. Laut Schätzungen der Frankfurter Allgemeine hat Deutschland mit ungefähr 65 Mrd. Euro zu Griechenlands Rettung beigetragen.

Wenn Griechenland einen Zahlungsstopp verhängt, wird dies seinen Gläubigern signifikante Verluste bescheren. Marcel Fratzscher, Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), schätzt ein, die Kosten für Deutschland werden 40 bis 50 Mrd. Euro betragen. Wie er anmerkte, gehe es um Kosten, die Deutschland verkraften könne.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn ist von seiner Seite überzeugt, der Bankrott Griechenlands könne nicht vermieden werden. „Griechenland ist pleite. Das Geld wird nicht zurückgezahlt werden, wir können es abschreiben„, hat er charakteristisch erklärt und unterstrichen: „Deutschland wird Verluste von bis zu 85 Mrd. Euro haben. Wenn wir darin fortfahren, ein Paket nach dem anderen zu geben, werden die Kosten größer sein.

(Quelle: Imerisia)

  1. Realist
    2. Mai 2015, 09:30 | #1

    Wer in der Ökonomie Gewinne auf der Basis von Währungsmanipulationen macht, muss den Profit, den er daraus zieht, irgendwann zurückzahlen. Genau darum ist der Euro Schwachsinn.

  2. Klaus Kastner
    2. Mai 2015, 10:46 | #2

    Dieses Gerede „Griechenland wird seine Schulden nie zurückzahlen“ ist kaum mehr zu ertragen. KEIN Staat, bzw. kaum ein Staat, zahlt jemals seine Schulden zurück. Alleine um die Schulden nicht mehr zu erhöhen, müssten die meisten Länder erhebliche Sparmaßnahmen umsetzen. Der einzige Unterschied ist, dass Griechenland derzeit und b.a.w. seine Schulden am Markt nicht mehr refinanzieren kann.

    Der deutsche Staat hat bisher keine Barkredite gewährt, sondern lediglich Haftungen für die Barkredite von anderen erstellt. Den Steuerzahler wird es erst dann etwas kosten, wenn diese Haftungen schlagend werden. Der Staat hat viele Möglichkeiten, über „kreative Buchhaltung“, etc., die Fälligstellung der Haftungen hinauszuzögern. Aber richtig ist: wenn einmal diese Haftungen schlagend werden, dann wird es die deutschen Steuerzahler arg schmerzen!

  3. Imandra
    2. Mai 2015, 15:59 | #3

    „…in einem am 29 April 2016 publizierten…“
    das dürfte schwer möglich sein !

    • Team
      2. Mai 2015, 16:13 | #4

      Danke für den Hinweis.

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