Will die Opposition in Griechenland einen Bank Run?

25. April 2015 / Aktualisiert: 12. Oktober 2018 / Aufrufe: 3.143

Manolis Kefalogiannis, EU-Abgeordneter der Nea Dimokratia, soll öffentlich dazu ermuntert haben, Guthaben von den Banken in Griechenland abzuziehen.

Funktionäre der – nunmehr in der parlamentarischen Opposition befindliche – Nea Dimokratia (ND) scheinen mit dem höheren Ziel ihrer Rückkehr an die Macht die Taktik der Einschüchterung des Volkes zu befolgen.

Nach der vor den Wahlen erfolgten „berühmten“ Ermunterung des (damaligen Gesundheitsministers) Adonis Georgiadis, die Leute sollen ihre Guthaben von den Banken abheben, falls die SYRIZA an die Macht käme, schlug (nunmehr nach den Parlamentswahlen am 25 Januar 2015) und mit der SYRIZA an der Regierung) der Europa-Abgeordnete der Nea Dimokratia, Manolis Kefalogiannis ohne Skrupel und zweite Überlegung den Bürgern vor, zu den Banken zu gehen und ihr Geld abzuheben.

Systematische Terrorisierung der Bürger …

Laut koutipandors.gr zugetragenen Informationen schlug der in (wie in einer von seinem politischen Büro ergangenen Pressemitteilung charakterisierte) die Gesellschaft beschäftigenden Themen „sensible“ Herr Kefalogiannis während seiner Präsenz auf Kreta und konkret bei seinem Treffen am vergangenen Samstag (18 April 2015) mit den Winzern der Präfektur Heraklion den Bürgern vor, ihr Geld von den Banken abzuheben, da … ein Schnitt der Guthaben ab dem ersten Euro anstehe!

Der Europa-Abgeordnete der Nea Dimokratia scheint – wie etwa der „verängstigte“ ehemalige Finanzminister Gikas Chardouvelis (der ND) – eine Welle „terrorisierter Bürger“ schaffen zu wollen, damit kein einziger Euro bei den Banken verbleibt.

Es ist tragisch, dass in dem selben Moment, wo eine griechische Regierung Lösungen für eine Einigung in der Verhandlung mit den Partnern ohne die Adoption von Maßnahmen bezüglich neuer Kürzungen bei Löhnen und Renten, ohne neue Wellen von Massenentlassungen und Aufschreie von Seite der vorherigen Regierung zu finden versucht, die gegen keinerlei Austeritäts-Maßnahme und Missachtung der Rechte der Arbeitnehmer Widerstand leiste.

Besonderen Eindruck ruft sogar die Tatsache hervor, dass derartige Stimmen aus dem Landesinneren kommen. Es ist logisch, solche organisierten Aktionen der Einschüchterung aus dem Ausland und spezieller von Seite der Gläubiger zu erwarten – jedoch nicht aus dem Inneren des Landes selbst, das sich in Verhandlungen befindet.

Kefalogiannis‘ Dementi

koutipandoras.gr kommunizierte mit dem Europa-Abgeordneten der Nea Dimokratia, der anführte, sich nicht zu erinnern, bei der konkreten Konferenz etwas Derartiges gesagt zu haben, und meinte charakteristisch: „An so etwas kann ich mich nicht erinnern. Wie soll man schon ein Gespräch über wirtschaftliche Themen führen? Es handelte sich nicht um eine Wirtschafts-, sondern eine Landwirtschafts-Konferenz.

Jedenfalls ist anzumerken wert, dass Manolis Kefalogiannis auf unsere Frage antwortend, ob er die in Rede stehende Erklärung dementiere, anfänglich unterstrich, nicht er mache die Reportage. Seine Position zu stützen versuchend sagte er sogar, „wer von den Bauern versteht nun schon etwas davon, was ich über die Wirtschaft sage?„, und betonte, dies seien technische Themen, während es bei der Unterhaltung klar um landwirtschaftliche Themen ging. „Dort drüben (auf Kreta) wurde so etwas sicher nicht gesagt„, fügte er an.

„So wie die Dinge laufen und weil Griechenland die Liquidität ausgeht, ist die einzige Quelle der Regierung, sich Geld zu besorgen, die Besteuerung der Guthaben“, äußerte der Europa-Abgeordnete der ND und verwies uns auf seine entsprechenden Erklärungen gegenüber dem TV-Sender SKAI.

(Quelle: Büchse der Pandora)

  1. Götterbote
    25. April 2015, 14:44 | #1

    Die griechischen Politiker beweisen einmal mehr, dass es ihnen nicht ums Land und dessen Einwohner geht, sondern einzig und alleine um die eigenen Bedürfnisse. Daher habe ich auch weiterhin kein Mitleid, wenn (hoffentlich) ein paar Leute auf die Idee kommen, genau diese Leute erbärmlich an einem Baum aufzuhängen.

  2. platt gesagt
    25. April 2015, 23:58 | #2

    „Griechische“ (bzw. deutsche und französische) Banken wurden (vorübergehend) gerettet, nur der „Rattenschwanz“ ist offensichtlich nicht enden wollend. Was in dem „Rettungssystem“ stört, ist die derzeitige Regierung in GR. Das „Rettungssystem“ läuft praktisch aus dem Ruder, ist mit der neuen Regierung nicht kalkulierbar, und da ist es nicht wirklich verwunderlich, dass der eventuell vergeßliche EU-Abgeordnete Manolis Kefalogiannis den griechschen Bürgern einen solchen „Ratschlag“ erteilt. Wie eine neue Regierung den hinterlassenen Sumpf binnen kürzester Zeit trocken legen kann, ist die Frage, die sich dringend stellt (die Antwort ist recht einfach). So lange die Bürger Vertrauen in die neue Regierung haben, könnte es gut laufen.

  3. Moppel
    28. April 2015, 20:53 | #3

    Passt nahtlos in die Terrorstrategie: Theodoros Pangkalos kündigte an, Selbstmord zu begehen, Sofia Voultapsi riet den Griechen, sich mit Toilettenpapier einzudecken, Adonis Georgiadis posaunte, er werde sein Geld ins Ausland bringen usw. etc. pp

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