Griechenland will Bargeld aus dem Verkehr ziehen

4. April 2015 / Aufrufe: 5.129

Griechenland will Bargeschäfte im Wert von über 150 Euro global verbieten und damit praktisch den Umlauf von Bargeld in der Wirtschaft abschaffen.

Auf der Liste des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, die der sogenannten „Brussels-Group“ vorgelegt wurde, ist die Einführung elektronischer Zahlungen bei allen Geschäftsvorgängen der Bürger und Unternehmen und sogar auch für die Begleichung von Rechnungen der öffentlichen Unternehmen und Organismen (DEKO) vorgesehen, um der Steuerhinterziehung bei der Mehrwertsteuer zu begegnen.

Konkret wird auf der Varoufakis-Liste angeführt, es werden eine Neuplanung und Änderungen bei der bereits etablierten obligatorischen Bezahlung von Rechnungen in Höhe von über 500 Euro und der ebenfalls obligatorischen Begleichung von Käufen und Dienstleistungen im Wert von über 1.500 Euro sogar auch bei den Privatpersonen untersucht.

Obligatorische bargeldlose Bezahlung ab 150 Euro

Mit dem in Rede stehenden Vorschlag der sogenannten Varoufakis-Liste wird die Senkung der Grenze von derzeit 1.500 Euro und die obligatorische Durchführung der Zahlungen mittels Debit- und Kreditkarten für alle Käufe im Wert von über 150 Euro vorgeschlagen.

Auf Basis der verfügbaren statistischen Daten verlor – immer laut der Liste Varoufakis‘ – im Jahr 2013 die griechische Wirtschaft 24% des BIP. Obwohl die Geschäftsvorgänge zwischen Unternehmen in Höhe von über 500 Euro und die allgemeinen Geschäftsvorgänge von über 1.500 Euro per Bank oder auf ein Konto der Zahlungsdienste zu entrichten sind, wird der derzeitige gesetzliche Rahmen nicht als völlig erfolgreich betrachtet, wie charakteristisch das griechische Finanzministerium (YPOIK) Finanzministerium anführt. Somit sind gegenüber Europa bessere Praktiken zu adoptieren.

Vorgeschlagene Maßnahmen: Die griechische Regierung wird den „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) nutzen um auf allen Handels- und Berufsbereichen das POS-System zu finanzieren und zu adoptieren. Ziel ist, dass alle elektronischen Zahlungen obligatorisch über POS erfolgen, speziell auf dem gewerblichen Sektor.

  • Es wird nicht gestattet sein Steuern, Geldstrafen oder jede andere Art von Zahlungen an die Regierung und die DEKO in bar zu entrichten. Barzahlungen werden nur mittels Banken und anderer Finanzdienste gestattet sein und danach wird es eine Eintragung geben.
  • Das Finanzministerium hat eine Gruppe 4 ergänzender Maßnahmen geschaffen, um seine politischen Ziele zu erfüllen.

Zeitplan: Juni bis Ende 2. Halbjahr 2015

Gemäß dem Vorstehenden möchte die griechische Regierung, dass das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen (GGDE) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission innerhalb des Jahres 2015 ein Pilotprogramm umsetzt, dessen Resultate ausgewertet werden, damit das Finanzministerium die zukünftigen Einnahmen realisieren können wird, die sich aus der allgemeinen Ausweitung der elektronischen Zahlungen ergeben könnten.

Von dem Wirtschaftsstab der griechischen Regierung wird anfänglich die Pilotumsetzung der Maßnahme vorgeschlagen, und wenn die Maßnahme erfolgreich ist, wird das Finanzministerium Gemeinschaftsmittel verwenden, damit bei allen Unternehmen das POS-System installiert wird. Das System elektronischer Zahlung POS wird an allen Punkten für Verkäufe und Erbringung von Dienstleistungen im ganzen Land installiert werden, damit es fortan bei keinerlei Geschäftsvorgang eine Abwicklung in bar gibt.

Wie in der in Rede stehenden Varoufakis-Liste angeführt wird, hegt das griechische Finanzministerium die Zuversicht, dass diese Maßnahme den staatlichen Kassen ab 2016 und nachfolgend von 200 bis zu 266 Mio. Euro einbringen wird.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Dieter Sendker
    4. April 2015, 09:34 | #1

    Absolut richtig, den bargeldlosen Zahlungsverkehr weiter auszuweiten . Nicht nur dier Erschwerung der Steuerhinterziehung wird damit erreicht sondern auch die Bankkonten werden langsam wieder aufgefuellt . Vorraussetzung ist natuerlich, dass alle Kontenpfaendungen und Sperrungen vorher aufgehoben werden muessen, denn nur so koennen diese Zahlungen abgewickelt werden.

  2. rote_pille
    4. April 2015, 17:45 | #2

    An diese gesetze wird sich niemand halten und keiner wird sein geld zu einer bank tragen der er nicht traut. der schwarzmarkt wird aufgebläht und die regierung wird immer weniger bekommen. wie können sie jemandem vermitteln, dass es unmoralisch ist, bar zu bezahlen? gar nicht, niemand wird dadurch geschädigt, und gesetze hinter denen keine moralischen werte stehen werden am leichtesten unterlaufen. wenn doch nur ein politiker die eier hätte seinem volk zu sagen: „leute, die regierung kann nur das verteilen, was sie von euch nimmt, und da ihr freiwillig weniger gebt als ihr verlangt, müssen wir die ausgaben zusammenstreichen. uns abzuwählen wird euch nichts bringen, da das an der realität nichts ändert.“

  3. hubi stendahl
    4. April 2015, 19:38 | #3

    Wenn man den Abschaffern des Bargelds, man könnte sie auch selbsternannte Eliten der EU nennen, in den Allerwertesten kriechen will, nur um weiter Zeit zu schinden, statt die Probleme aktiv anzupacken, dann wird Varoufakis und eine sonderbaren Ideen noch schneller eine Bruchlandung machen. Gerade in einem Land, in dem es Tradition ist, Kleingeschäfte über Handschlag und Austausch von Bargeld zu regeln, kann dies nur nach hinten losgehen. Es würde Umgehungsmöglichkeiten in vielfacher Form auslösen, die das Land noch weiter in Abhängigkeit bringen.
    Ich schrieb es schon einmal: Hier hilft nur noch eine Parallelwährung und folgende Verhandlung zur Erzielung eines Schuldenschnitts von mindestens 70%. Bei Ablehnung durch die Gläubiger eben Insolvenz und Umorientierung Richtung Osten.

  4. Skeptiker
    4. April 2015, 20:18 | #4

    Das schlimmste was der Demokratie in Europa passieren könnte, wäre ein Bargeldverbot. Wenn das kommt, dann haben wir eine Diktatur, denn in diesem Fall wird unser ganzes Leben vollständig vom Staat kontrollierbar. Darüber sollten wir uns mal ernsthaft Gedanken machen.

  5. V 99%
    4. April 2015, 21:19 | #5

    Das ganze Leben vieler Menschen wird sowieso schon laengst von Funkzellen, Facebook und Whatsapp kontrolliert. Die NSA laest grüssen. Da waere eine derartige Kapitalkontrolle nur noch eine Erweiterung. Es ist immer wieder erschreckend, wie wenig mancher das wahrhaben will. Wenn man dann noch ein Auto neuester Bauart faehrt, eCall laesst gruessen, und einen SAMSUNG Smart-TV sein eigen nennt, ist die Geldkontolle nur noch eine Lappalie. Warum hat man nicht, sofort nach Regierungsantritt, etwas gegen den grossangelegten Kapitalabfluss gemacht? Herr Varoufakis, aufwachen!

  6. obi
    4. April 2015, 22:56 | #6

    Mit der Abschaffung des Bargelds entfernt Varoufakis die letzte „Kontrollinstanz“, die die Banken davon abhält, Giralgeld ohne Limitierung zu schöpfen. Der Traum eines jeden Bankers! Davon profitieren nur die Banken und der Staat (der sich dadurch leichter entschulden kann). Verlierer sind auf lange Sicht die Bürger. Von einer linken Regierung hätte ich das genaue Gegenteil erwartet, nämlich strikte Regulierung des Bankensektors. Dass wird die EU-Oberen sehr erfreuen …

  7. Silvia
    5. April 2015, 12:29 | #7

    Und wie ist das mit den Touristen,muss ich,wenn ich für eine Woche Urlaub in Griechenland machen möchte,extra eine Kreditkarte haben um die kleinen Extras im Hotel usw zu begleichen,oder ich habe nur für zb.für 2 Tage ein Hotelzimmer ,tut mir leid ohne mich

  8. Milan
    6. April 2015, 15:20 | #8

    Mir egal, was die Bankster nun auch noch mit den Salonmarxisten an weiteren Ausplünderungen verbrechen, wenn das griechische Volk weder Finger noch A. für einen Neustart hochkriegt. (Nein, das deutsche macht es nicht besser, diese Trottel zahlen Fahrscheine und Aldiwein ohne Not mit Karte, einfach aus Bequemlichkeit.)

  9. ToyX
    6. April 2015, 16:16 | #9

    Sowas für unweigerlich zu Krieg

  10. LiFe
    6. April 2015, 23:50 | #10

    Europa ist gegenüber Kenia rückständig. In Kenia ist der bargellose Zahlungsverkehr bereits seit 8 Jahren am Gemüsemarkt, Taxi und zum Buchen eines Tickets Usus. Dank M-Pesa, M steht für Mobil und Pesa für Geld, brauchen die Kenianer keine Portemonnaies und Kreditkarten. Keine Warteschlangen an den Banken und vor allem keine Taschendiebe brauchen die Verkäufer oder Kunden am Gemüsestand befürchten, weil sie kein Geld haben. Das Geld steckt sozusagen im Telefon. Eigentlich verdienen die Banken sogar weniger, denn Überweisungen kosten Gebühren. Also wird Geld gespart. Sogar mobile Überweisungen von Gehältern funktionieren ganz gut. Diese Art des mobilen Zahlungsverkehrs finden wir auch in Rumänien, Ägypten, Afghanistan, Mosambik, Indien und Tansania.

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