Griechenlands Forderungen an Deutschland sind nicht erledigt

15. März 2015 / Aufrufe: 1.824

Eberhard Rondholz vertritt, das Thema der Forderungen Griechenlands an Deutschland sei nicht erledigt und müsse Gegenstand politischer Verhandlungen darstellen.

Der deutsche Journalist und Philhellene Eberhard Rondholz bringt die Ansicht zum Ausdruck, das Verlangen Griechenlands nach Zahlung von Kriegsentschädigungen und Rückzahlung der Besatzungs-Zwangsanleihe sei trotz der Bemühung der deutschen Regierung, dies so darzustellen, nicht erledigt.

Der deutsche Journalist kommentiert bei der Deutschen Welle die Erklärung des Regierungssprechers Steffen Saibert, durch dessen Mund Berlin am Mittwoch (11 März 2015) erneut signalisierte, das Thema als erledigt zu betrachten. „Aus juristischer Sicht gilt dies nicht„, merkt Eberhard Rondholz an.

Gegenstand politischer Verhandlungen und nicht der Gerichte

Es handelt sich um ein Thema, das Gegenstand einer Verhandlung darstellen muss. Wenn die eine Seite stetig meint, sie spreche nicht darüber, bedeutet dies nicht, dass das Thema als erledigt gilt. Es ist selbstverständlich, dass es zwischen Gläubigern und Schuldnern unterschiedliche Tangierungen gibt. Es wäre jedoch vorzuziehen, die deutsche Seite hätte mit der griechischen – abseits des Lichts der Öffentlichkeit – verhandelt anstatt kontinuierlich zu vertreten, das Thema gelte wegen Verstreichens der Zeit als erledigt. Juristisch gilt das nicht. Das Thema hat Gegenstand des politischen Schachbretts und nicht der Gerichte darstellen, wo es sich jahrelang, wenn nicht gar jahrzehntelang befand. Das Thema hat bereits 15 Gerichte beschäftigt, bis hin zu den Haag„, erklärt Eberhard Rondholz charakteristisch.

Leider wird die Frage uns noch lange beschäftigen, wenn nicht endlich Gespräche erfolgen und es keine Verhandlungen gibt. Vielleicht wird die Debatte im griechischen Parlament dazu führen. Ich weiß jedoch nicht, wie Berlin reagieren wird„, ergänzt der deutsche Journalist und merkt abschließend an, es sei nicht das erste Mal, dass die griechische Seite das Thema an Berlin stellt. „Dass es nun dermaßen große Publizität erlangt hat, liegt vielleicht an dem Umstand, dass die neue griechische Regierung in Deutschland keinen sehr guten Ruf hat„, kommentiert er charakteristisch.

(Quelle: tvxs.gr)

Relevante Beiträge:

  1. HJM
    15. März 2015, 12:42 | #1

    „Juristisch gilt das nicht“. Das ist purer nonsense. Die Fragen können nur sein: was gilt in welcher Form und mit welchem Gewicht zu wessen Gunsten oder Ungunsten. „Juristische Fragen“! Auf einem ganz anderen Blatt wiederum stehen „politische Fragen“.

  2. Fritz Huber
    15. März 2015, 16:40 | #2

    auf diesem Blog zu diskutieren ist sinnlos …

  3. Team
    15. März 2015, 18:01 | #3

    @ Fritz Huber
    Ein Blog […] stellt im Gegensatz zu Boards und Foren per Definition keine (öffentliche) Diskussionsplattform dar. Streitdiskussionen zwischen einzelnen Lesern […] sind ausdrücklich unerwünscht.“ Was ist daran unverständlich?

  4. Weekend01
    16. März 2015, 15:12 | #4

    Historiker, wie Professor Fleischer aus Athen, koennen das sehr wohl belegen, dass Deutschland diese Zahlungen leisten muss. Was fuer ein Armutszeugnis und ich finde es menschlich komplett verwerflich – Griechenland wurde zerbombt und ausgeraubt, – danach fuer dieses Verbrechen nicht aufkommen wollen. Nicht nur in Griechenland, auch in Deutschland wurden und werden die Menschen belogen, dass es diese Verpflichtung gibt. Das, was auch total nicht in Ordnung ist, in Comedies und Nachrichten werden die Menschen dahingehend beeinflusst, dass Griechenland etwas moechte – was ihnen nicht zusteht und dies ins Laecherliche gezogen wird. Psychologische Meinungsmacherei und Respektlosigkeit gegenueber den Mitmenschen.

  5. 18. März 2015, 16:05 | #5

    Nachstehender Leserkommentar wurde vom Team hierher verschoben und richtet sich speziell an Leser, die haltlose Behauptungen zu verbreiten versuchen und sich obendrein über die Löschung ihrer Kommentare mokieren:

    Ich empfehle Euch diese Seite mit Fakten zu lesen: Der Bankrott Deutschlands droht – Versaille II. Wer daran interessiert ist, die rechtliche Wahrheit zu lesen, der sollte es prüfen. Kurz gesagt: Griechenland hat grundsätzlich recht zu fordern!

  6. Team
    18. März 2015, 22:30 | #6

    @ Hans
    Netter Versuch, mentale Legastheniker sind jedoch gegen Fakten gefeit. Laut der neuesten Latrinenparole soll es nun die Zwangsanleihe gar nicht gegeben haben – obwohl das NS-Regime nachweislich sogar mit deren Tilgung begonnen hatte. Im Gegensatz zu ihren politischen Nachfolgern schien den Nazis zumindest ihr Wort bzw. ihre Unterschrift doch noch was wert gewesen zu sein.

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