Griechenland bläst zum Krieg gegen Steuerhinterziehung

1. März 2015 / Aufrufe: 1.764

Obligatorische Vermögensdeklarationen und Erfassung aller Finanztransaktionen sind Griechenlands neue Waffen im Krieg gegen die Steuerhinterziehung.

Das zentrale Vermögensregister für alle Steuerpflichtigen, das bis Juni 2015 aktiviert werden wird, sowie auch das „elektronische Auge“ des Finanzamts nicht nur auf alle Bankguthaben, sondern auch Kredite und Börsengeschäfte in Griechenland werden 2015 zwei der neuen Waffen des Generalsekretariats für öffentliche Einnahmen (GGDE) in der „Schlacht“ gegen die Steuerhinterziehung sein.

Der am 26 Februar 2015 an die Öffentlichkeit gegebene Operative Prüfungsplan des Generalsekretariats für öffentliche Einnahmen für das Jahr 2015 sieht vor, dass das Register der Bank- und Zahlungskonten, das derzeit die Bewegungen aller Bankkonten der Steuerpflichtigen beobachtet, bis zum 30 September 2015 auf alle Kreditgeschäfte und bis zum 31 Dezember 2015 auch auf alle Börsenprodukte ausgeweitet werden wird.

Steuerprüfungen und präventive Kontrollen

Ebenfalls soll bis Ende 2015 das Register der Offshore-Gesellschaften aktiviert werden, während auch die Aktivierung eines automatisierten System für Verwaltung und Beitreibung von Verbindlichkeiten vorangetrieben wird. Insgesamt plant für dieses Jahr das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen, mehr als 100.000 Steuerzahler telefonisch zu benachrichtigen, während auch das automatisierte System zur monatlichen Erinnerung an (fällige) „Verpflichtungen“ per E-Mail in Betrieb genommen werden wird.

Der sogenannte Operative Steuerprüfungsplan des Generalsekretariats für öffentliche Einnahmen sieht eine Flut von Kontrollen zur Erfassung der Steuerhinterziehung vor. So sind unter anderem vorgesehen:

  • 400 vollumfängliche und 500 partielle Prüfungen bei Großunternehmen. Das Prüfzentrum für Großunternehmen veranschlagt, Einnahmen von über 2,9 Mrd. Euro feststellen zu werden.
  • 900 Prüfungen bei Steuerpflichtigen mit großem Reichtum, mit Überweisungen und großem Immobilienvermögen. Das Zentrum für Kontrollen Steuerpflichtiger mit großem Reichtum hat die Feststellung im Vergleich zum vergangenen Jahr um 30% höherer Einnahmen aus Steuern zum Ziel gesetzt.
  • 2.000 Prüfungen von Kapitalsteuersachen.
  • 15.000 Präventivkontrollen in Branchen oder Unternehmen mit hoher Deliktquote.
  • 5.000 präventive Prüfungen durch die Dienststelle für Erforschung und Sicherstellung öffentlicher Einnahmen.
  • Vollendung von wenigstens 200 Ermittlungsfällen wegen Steuerhinterziehung und Schwarzhandel.
  • Beitreibung von 1,7 Mrd. Euro aus den bis 2014 aufgelaufenen fälligen Verbindlichkeiten und 25% der neuen fälligen Verbindlichkeiten, die in diesem Jahr entstehen werden.

(Quelle: To Pontiki)

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  1. V 99%
    2. März 2015, 23:17 | #1

    Na auf das Ergebnis bin ich mal gespannt. Besonders wie viele Menschen von der Lagarde Liste ermittelt werden …

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