Grexit wäre für Euro Anfang des Endes

14. März 2015 / Aktualisiert: 14. März 2015 / Aufrufe: 2.268

Pierre Moscovici warnt, Griechenlands Ausscheiden aus dem Euro würde für diesen den Anfang seines Endes bedeuten.

In einem an die deutsche Zeitschrift Spiegel gegebenen Interview warnte der Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici, die Gefahren, welche ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone erheben würden, dürfen nicht unterschätzt werden, da – wie er betonte – ein solcher Zug das Ende der einheitlichen Währung bedeuten könnte.

Griechenlands Euro-Austritt wäre für alle eine Katastrophe

Unter dem Strich werden wir alle in Europa darin einig sein, dass ein Grexit eine Katastrophe wäre – für die griechische Wirtschaft, aber auch für die Eurozone als Gesamtheit„, äußerte Pierre Moscovici laut einem vorab veröffentlichten Auszug des in der aktuellen Ausgabe enthaltenen Interviews an den Spiegel und erklärte: „Wenn ein Land diese (Währungs- Union verlässt, werden sich die Märkte sofort fragen, welches Land das nächste sein wird, und das vermag sich als Anfang des Endes zu erweisen.

Die Kommentare wurden einen Tag nach der von dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble bei einer öffentlichen Veranstaltung in Wien geäußerten Einschätzung publik, Griechenland könnte aus der Eurozone ausscheiden, weil seine Regierung darin gescheitert sein wird, zu verhandeln um neue Kredite sicherzustellen.

(Quelle: To Pontiki)

Relevante Beiträge:

  1. Ronald
    14. März 2015, 10:43 | #1

    Niemand hat mir bisher einen Mechanismus erklären können, wie ein Austritt Griechenlands aus dem Euro die Währungsunion beenden würde. Auch Herr Moscovici tut das nicht und stellt dies einfach als These in den Raum. Niemand kann letztlich sagen, wie sich die Märkte verhalten würden.

  2. Jörg
    14. März 2015, 14:43 | #2

    nun der Euro hat in den letzten Monaten schon eine Menge an Kaufkraft verloren und geht in Richtung Parität. Im Verhältniss zu Amerika sind die griechischen Schulden die bei einem Austritt aus er EU entstehen würden, eher als Peanuts zu bezeichnen.Der Einbruch wird aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr so gravierend sein, wie er von griechischer Seite gern dargestellt wird. Da auch mit jeder neuen Botschaft aus Griechenland der Euro ein Stück sinkt, wäre sogar eine Erholung des Euros nicht so ganz abwegig. Hier kann man allerdins nur vermuten, feste Prognosen wird es dafür nicht geben. Ich denke jeder der sich mal auf die Prognosen von irgendwelchen Fachleuten verlassen hat und meist danach weniger Geld hat wie vorher, der wird hier beipflichten.

  3. Peter
    14. März 2015, 14:57 | #3

    Das sieht jeder zum Glück anders. Ich sehe kaum Gefahren für Europa. In Deutschland befürworten mittlerweile über 80% einen Grexit. Das ist deutlicher Rückenwind für Schäuble.

  4. Omnipraesent
    14. März 2015, 15:40 | #4

    Man muss den Gegner in Zugzwang bringen, aber das hat die neue Regierung Griechenlands noch nicht begriffen, denn wie es jetzt ist, hat die EU Griechenland in der Hand, und Griechenland hat schon verloren. Griechenland sollte auf den Exit aus der EU bestehen, aber das kann sich die EU auf gar keinen Fall erlauben lassen, denn dann waere die EU am Ende. Aber so wie ich das bisher verfolgen konnte, fehlt es den Griechen an Schneid das durchzuziehen. Wie sagte doch der Politiker Scheuer in Bayern, „Leute die mit heraushengendem Hemd, und offener Hose, sagen uns nicht was wir machen sollen“, dieser Scheuer ist zwar ein Depp, aber in diesem Punkt hat er recht, die Griechen agieren Zahnlos.

  5. Rene
    14. März 2015, 16:19 | #5

    Ich denke der Grexit würde mittel- und langfristig den Euro stabilisieren. Griechenland wird zunehmend von allen Akteuren als Belastung der Euro-Zone gesehen – zumindest dies hat die neue griechische Regierung geschafft…

  6. OTMAR
    14. März 2015, 16:24 | #6

    Ein Grexit mit Zusammenbruch des Euros ist ein Gewinn! Egal wie teuer, es ist jede Mark wert.

  7. harry
    14. März 2015, 18:34 | #7

    Ich glaube ebenso, dass der Grexit der griechischen Wirtschaft die Selbständigkeit zurückgeben und den Aufschwung für das wunderbare Land fördern würde. Selbstverständlich würden viele Länder Geld verlieren, aber nicht so viel, als wenn man dieses Land weiter finanziert.

  8. Kleoni
    14. März 2015, 19:28 | #8

    Interessant die Spekulationen zu lesen – ja die Spekulanten warten auf einen Grexit, damit die Hedgefonds in GR wüten können, so wie sie es in Argentinien getan haben. Ich habe das Gefühl, dass viele, die hier schreiben Griechenland nur aus der Presse oder im meistens abgeschirmten Urlaubsparadies kennen.
    Wir leben die Hälfte des Jahres in Griechenland und wissen um die Not der 90% Normalbürger. Und nochmals, finanziell runtergewirtschaftet wurde Griechenland nicht durch die jetzige gewählte Regierung, sondern von den Vorgängerregierungen, die vor allem in die eigenen Taschen und die der Günstlinge auf Kosten des griechischen Volkes gewirtschaftet haben.

  9. Heidi Preiss
    14. März 2015, 21:06 | #9

    Griechenland sollte aus dem Euro raus. Wenn nicht, werden sie bis zum St. Nimmerleinstag unter der Knute dieses Mafiasystems stehen. Man sollte doch sehen, die EU ist verkommen zur Geldtransferunion der Nordsektion zu den Kreditoren der Südsektion unter Oberaufsicht des IWF vulgo USA zum Zwecke der sozialpsychologischen Kulturzerstörung der Südländer. So macht man Kontinente gefügig.
    Lieber ein Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende. Und, nur ein Staat mit eigener Währung ist ein souveräner Staat. Sollen die Kreditgeber doch auf den Schulden sitzen bleiben, und zwar deshalb, weil diese Überschuldung beabsichtigt war, um das Land auf die anschließende Plünderung vorzubereiten.

  10. Michael
    14. März 2015, 23:46 | #10

    Es liegt allein bei Griechenland, ob es den Euro verlässt oder nicht. Falls es die mit den Krediten verbundenen Auflagen nicht erfüllt, wird es gehen müssen. Der Euro würde sich in jedem Fall nach der griechischen Komödie kräftig erholen. Auch wenn Griechenland rausfliegt. Das griechische Volk hat mit seinen Steuersparmodellen GR runtergewirtschaftet. Tatkräftig unterstützt durch korrupte Beamte, die auch Teil des Volkes sind. Nicht irgendwelche Parteien, die sind letztlich bedeutungslos. Weltweit.

  11. Bella
    15. März 2015, 10:24 | #11

    Die deutsche Politik das Griechenland in den Spartod getrieben, sowie sie es mit anderen Krisenländern wie Portugal und Spanien auch tut. Wenn alle sparen, geht die Wirtschaft unter. Griechenland erleidet eine Rezession wie Europa 1930. Wenn alle sparen, spart niemand. Diese einfache volkswirtschaftliche Wahrheit verstehen viele Leute in Deutschland leider nicht. Und noch was, Grexit führt zum,Zusammenbruch Griechenlands und die Krise wird dann auch Deutschland erreichen, dafür sorgen schon die Spekulanten. Es gibt keinen Grund für deutsche Selbstgerechtigkeit….

  12. Schweizer
    15. März 2015, 10:29 | #12

    Der Ausstieg Griechenlands wäre ein Triumph für die Rechten in ganz Europa, erstens weil er ihnen Recht geben würde, zweitens, weil damit bewiesen wäre, dass Europa scheitert, drittens, weil das internationale Vertrauen in sämtliche mit Billionen verschuldeten Länder verspielt wäre und viertens, weil die linken Parteien erwartungsgemäß keine Antwort auf die ökonomischen Probleme finden würden. Denn mit Umverteilung oder Enteignung der „Reichen“ lassen sich die Probleme dann nicht mehr lösen. Wenn Griechenland bankrott geht, müsste die linke Regierung entweder – völlig ungewollt – radikal sparen, etwa bei Migranten, oder sie müsste radikal inflationieren. Da eine Demokratie ein Rechtsstaat ist und in einem Rechtsstaat kein kollektives Unrecht begangen werden kann, müsste man – gezwungenermaßen – am Ende feststellen, dass das griechische Volk als Souveräne an seiner Misere selbst schuld ist. Denn eine volle Verantwortung trägt in der Demokratie nur das Volk.

  13. h.kuebler
    15. März 2015, 12:05 | #13

    Der Grexit wär ein Segen. Kurzfristig sicher eine Verschlechterung für die griechische Bevölkerung, aber langfristig gut, richtig und die einzige Alternative. So kann es ja nicht weitergehen. Milliarden über Milliarden in ein schwarzes Loch. Die Griechen und die anderen EU-Länder sind verfeindet, Schuldzuweisungen überall. Griechenland muss sein Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen, nur so bekommt es seinen Stolz zurück. Natürlich sollte die EU dem Land nach dem Grexit helfen, wie anderen Entwicklungsländern auch. Dass die Eurozone auseinanderbricht, ist unsinnige Panikmache. Der Euro würde stabiler, weil die Eurozone homogener wäre.

  14. jensen
    15. März 2015, 12:07 | #14

    Wir haben auf der Welt Länder groß wie Kontinente mit Hunderten Millionen Menschen und gewaltigen Märkten. Religiöse Konflikte zwischen Weltreligionen und nun auch wieder den Russen im Keller. Wie kommt man darauf, dass sich all diese Mächte gerade für Griechenland interessieren? Ist die Welt etwa doch eine Scheibe mit Griechenland als Zentrum?Glaubt hier wirklich einer, dass sich Herr Obama auch nur eine Stunde wöchentlich geistig mit Griechenland beschäftigt? Die republikanischen Senatoren würden Griechenland nicht auf bem Globus finden. Und sollten die doch mal anfangen sich intensiv mit Griechenland zu beschäftigen, kommt da garantiertnichts gutes bei raus. Also seit froh, das ihr unwichtig seid und macht alles, dass das so bleibt.

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