Besteuerung von Auslandszinsen in Griechenland

16. März 2015 / Aufrufe: 1.302

Die Abführung der Quellsteuer für ausländische Zinseinkünfte erfolgt in Griechenland ab 2015 vereinfacht im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung.

In Griechenland (als Steuerinländer) steuerpflichtige natürliche und juristische Personen, die Bankguthaben im Ausland führen, haben 2015 die erwirtschafteten Zinsen im Formular E1 ihrer Einkommensteuererklärung anzugeben.

Konkret müssen die in Rede stehenden Steuerpflichtigen die (ausländischen) Guthabenzinsen in ihrer Steuererklärung auch in dem Grad anzuführen, in dem sie diese (Zinserträge) nicht mittels einer Bank nach Griechenland eingeführt haben, und werden die Steuer von 15% auf die Zinsen mit der Abrechnung ihrer Steuererklärung im Sommer entrichten.

Zinseinkünfte natürlicher Personen werden pauschal mit 15% besteuert

Die ausländischen Banken haben ihren Kunden inzwischen die einschlägigen (Zins- bzw. Kaüitalertrags-) Bescheinigungen zugeschickt und in Griechenland werden die Steuerpflichtigen in den letzten Tagen massenweise bei den lokalen Finanzämtern vorstellig um – gemäß dem bisherigen Verfahren – die einschlägigen Deklarationen zur Abführung der Steuer zusammen mit den Bescheinigungen der Banken einzureichen.

Das neue Verfahren wird mit einem von der Generalsekretärin für öffentliche Einnahmen, Äkaterini Savvaidou, gegen Ende Januar 2015 unterzeichneten Runderlass beschrieben. Konkret bestimmt der Runderlass, dass „falls ein Steuerinländer – sprich eine natürliche Person – Einkünfte aus Zinsen im Ausland erzielt, bezieht sie diese in ihre Einkommensteuererklärung (E1) ein. Für die Guthabenzinsen in einer anderen Währung als dem Euro wird für ihre Umrechnung in Euro der Wechselkurs zum Datum der Gutschrift der Zinsen in Devisen berücksichtigt.

Wenn – laut dem selben Runderlass – die Guthabenzinsen (mittels eines einschlägigen Trägers) nach Griechenland eingeführt worden sind, erfolgt die Einbehaltung der Steuer auf den Bruttobetrag der Zinsen und die Abführung der einbehaltenen Steuer je nach Fall durch das inländische Finanzinstitut oder den Portefeuille-Verwalter, die vermitteln und als Auszahlungsträger fungieren. Mit dieser Einbehaltung ist die steuerliche Verpflichtung der natürlichen Person erschöpft.

Falls kein Auszahlungsträger vermittelt oder die Zinsen nicht nach Griechenland eingeführt werden, wird die (Quell-) Steuer (15%) mit der jährlichen Einkommensteuererklärung der natürlichen Person erhoben und auf dem im Sommer ergehenden Einkommensteuerbescheid aufgeführt werden. (Anmerkung: In Griechenland gibt es für Zinseinkünfte keinerlei Steuerfreibetrag, die 15%ige Quellsteuer wird ab dem ersten Euro fällig.)

Quellsteuer für juristische Personen beträgt minimal 26%

Im Gegensatz zu den natürlichen Personen impliziert für Unternehmen, die Zinsen aus Auslandsguthaben einnehmen, die Erhebung des Steuersatzes von 15% nicht die Ausschöpfung ihrer steuerlichen Verpflichtung, da die Zinsen als Einkommen aus einer unternehmerischen Aktivität betrachtet werden. Die einbehaltene Steuer wird folglich mit der insgesamt mit einem Satz von (minimal) 26% geschuldeten Steuer zur Verrechnung gebracht.

Für die Unternehmen bestimmt der Runderlass, dass „wenn eine inländische juristische Person Einkommen aus Auslandszinsen erwirbt, die im weiteren Verlauf nach Griechenland eingeführt werden, erfolgt wie vorstehend die Einbehaltung der Steuer auf den Bruttobetrag der Zinsen und die Abführung der einbehaltenen Steuer je nach Fall durch das inländische Finanzinstitut oder den Portefeuille-Verwalter, die vermitteln und als Auszahlungsträger fungieren.

Mit dieser Einbehaltung tritt keine Erschöpfung der steuerlichen Verpflichtung der inländischen juristischen Person ein, sondern diese Einkommen werden als Einkommen aus unternehmerischer Aktivität besteuert und die einbehaltene Steuer wird unter Anwendung der Bestimmungen des Paragraphen 4 des Artikels 64 des Gesetzes N. 4172/2013 mit der Einkommensteuer verrechnet. Verbleiben die in Rede stehenden Einkommen im Ausland, erfolgt keine Einbehaltung der Steuer und die Einkommen werden zusammen mit ihren sonstigen Einkommen als Einkommen aus einer unternehmerischen Aktivität besteuert werden.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Bürokratie trieb viele Bürger zur Steuerhinterziehung …

Erklärend sei angemerkt, dass aus im Ausland geführten Konten herrührende Zinserträge bisher in Griechenland in einem gleichermaßen extrem bürokratischen wie ineffizienten Prozedere bei dem zuständigen (griechischen) Finanzamt zu deklarieren waren, und zwar nicht nur ausschließlich in „Papierform“, sondern nach Ermessen des Sachbearbeiters  oder Dienststellenleiters auch noch unter Beibringung offizieller / amtlicher Übersetzungen sämtlicher Bescheinigungen und Unterlagen (Stichwort: Formular F-01.024 / N.131-a).

Um ihren steuerlichen Verpflichtungen zu entsprechen, mussten somit ausnahmslos alle Inhaber im Ausland geführter Guthaben, also beispielsweise sogar Studenten, deren im Land ihres Aufenthalts geführten (Giro-) Konten nur ein einziger Cent an Zinsen gutgeschrieben wurde, im Extremfall (sprich bei monatlicher Verzinsung) 12 Mal im Jahr persönlich bei dem in Griechenland lokal zuständigen Finanzamt antanzen oder einen Steuerbevollmächtigten beauftragen, um einen „Kapitalertrag“ ab 0,01 Euro zu deklarieren und die entsprechende Quellsteuer in Höhe von 15% abzuführen. Angesichts des (im übrigen nicht nur für die Bürger) völlig absurden finanziellen Aufwands führten zahlreiche Steuerpflichtige die Quellsteuer überhaupt nicht ab: irgendwann „erwischt“ und mit Strafsteuern belegt zu werden, würde immer noch billiger zu stehen kommen als alle Nase lang zum Finanzamt zu pilgern.

Das bisherige Prozedere nebst dem enormen Verwaltungsaufwand hätte schon lange allein nur per Festsetzung eines angemessenen Steuerfreibetrags „rationalisiert“ werden (und zahllose Betroffene zur Abführung auch geringer Steuerbeträge – Kleinvieh macht auch Mist – motivieren) können, was jedoch diametral mit dem offensichtlichen politischen Willen der bisherigen Regierungen kollidierte, nicht endlich die „Reichen“, sondern in bewährter Manier lieber weiterhin speziell die Kleinsparer abzuzocken … .

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