Bessere Zukunft für Griechenland – ohne Euro

2. März 2015 / Aufrufe: 3.608

In einem von BILD auch auf Griechisch publizierten eher hämisch anmutenden Kommentar wünscht Kai Diekmann Griechenland eine bessere Zukunft ohne den Euro.

Griechenland ist misshandelt. Die Menschen leiden wegen der großen Schulden und der schwersten wirtschaftlichen Krise in der Geschichte des vereinten Europas. Die Arbeitslosigkeit löscht bei einer ganzen Generation die Hoffnung und die Zukunft aus. Dem Staat fehlen die Strukturen, die Institutionen, aber hauptsächlich die uneigennützigen Politiker und Eliten, die helfen könnten, dass das Land aus dieser Katastrophe heraus kommt.

Die Milliarden der – sich fortsetzenden – Hilfe aus Europa helfen einfach nur bei der Bedienung der ungeheuren Schulden. Sie können nicht zum Wachstum beitragen. Im Gegenteil, sie verhindern einen wahren Neuanfang. Der Griechenland von Europa zugeworfene Rettungsring ist aus Blei.

Griechenland braucht einen Neuanfang ohne Euro

Die Zeitung BILD wird nicht müde werden, die verfehlte Politik Deutschlands und Europas für Griechenland zu kritisieren. Die Zeitung BILD wird nicht aufhören, die Tatsache zu betonen, dass die Zusagen sowohl der unsrigen als auch der griechischen Politiker nicht eingehalten wurden. Die Position der Zeitung BILD ist klar: Griechenland braucht einen Neuanfang ohne den Euro.

Die Zeitung BILD steht jedoch nicht nur an der Seite Deutschlands, sondern auch an der Seite der Menschen Griechenlands. Wir haben Mitleid mit den Menschen, die unter dieser Krise leiden und alles verloren haben. Unsere Reporter informieren kontinuierlich über die Verelendung eines ganzen Landes, die öffentlichen Tafeln, die mittellosen Menschen, die Müllberge durchwühlen müssen um Nahrung zu finden.

Die Zeitung BILD schrieb wahre Reportagen über die Mittellosigkeit, aber auch die Unverschämtheit der Eliten und der Regierungen Griechenlands. Es ist nicht leicht, Verständnis zu zeigen, wenn Demonstrationen stattfinden, bei denen Deutschland verhöhnt wird, bei all den Beleidigungen der griechischen Politiker in Zusammenhang mit der deutschen Solidarität, es ist nicht leicht, Solidarität zu zeigen, wenn die Bürger für die rechten, die linken, die radikalen Parteien Griechenlands sind, die solche Politiken befolgen.

Außerdem ist es nicht unser Ziel, wegen politischer Korrektheit über katastrophale Entwicklungen hinwegzusehen. Eins ist jedoch völlig klar und unbezweifelbar: wir wünschen den Menschen Griechenlands, „den Griechen“, eine bessere Zukunft. Eine Zukunft, in der die Menschen für ihre Kinder sorgen können und die jungen Leute nicht in der Verzweiflung versinken. Eine Zukunft, in der ein wirtschaftlich starkes Griechenland seine Menschen stolz machen wird. Eine solche Zukunft ist für Griechenland, seine Menschen und Europa das beste.

[Quelle: Bild (griechische Version), Bild (deutsche Version), Autor: Kai Diekmann]

  1. Simeon Batts
    2. März 2015, 13:18 | #1

    Es gibt in Deutschland ja kaum einen größeren Hetzer und Menschenfeind als Diekmann. Er ist als Chefredakteur der BILD verantwortlich für die Pöbeleien und Häme gegen Griechenland. Und natürlich schert es ihn einen Dreck wie es der Bevölkerung in GR geht,und natürlich steht er in keinster Weise an der Seite der Menschen dort. Eins sollten die Griechen aber nicht vergessen, Diekmann ist das Sprachrohr der Rechts-Konservativen in D., ausgestattet mit der unfassbaren Macht der BILD-ZEITUNG, ihre Leser in ihrem Sinn zu steuern.

  2. Kleoni
    2. März 2015, 14:21 | #2

    Herr Diekmann muss wohl seine BLÖD äh BILD als Herausgeber als das darstellen, was dieses Blatt nun wirklich nicht ist, eine seriöse Tageszeitung. Hauptsache die Auflage, ob und wie recherchiert wird ist in D sehr wohl bekannt.

  3. hubi stendahl
    2. März 2015, 16:56 | #3

    Nicht von ungefähr hat die BILD in ihren Satzungen den wichtigsten Punkt, nämlich mit der Berichterstattung das transatlantische Bündnis zu fördern, an aller erster Stelle. Übersetzt bedeutet dies nämlich, dass sie als Sprachrohr der anglo-amerikanischen Geldelite fungiert.
    Trotzdem wäre es für Griechenland überdenkenswert ein Szenario durchzuspielen, dass neben dem Euro eine Parallelwährung zuläßt, denn ohne massiven Schuldenschnitt wird es eine Quälerei ohne Ende für den größten Teil der Bevölkerung. Möglicherweise steht am Ende die Erkenntnis, dass die kleinen Länder besser ohne Euro dran wären, denn Flexibilität und Innovation auf der Basis eines neuen Wirtschaftsmodells können in diesem Land nicht enstehen, wenn die Konzerne das Land zerstören. Eine solche Zerstörung ist aber mit einem Schuldenschnitt eine Zwangsläufigkeit als Gegenleistung. Dieckmanns Kommentar signalisiert dies ja zwischen den Zeilen.

  4. Rita
    2. März 2015, 19:19 | #4

    Man stelle sich vor: Griechenland führt die Drachme wieder ein und es funktioniert … Vor diesem Szenario haben die selbsternannten „überzeugten EUropäer“ Angst!

  5. Frank-Uwe Albrecht
    2. März 2015, 21:57 | #5

    Der Artikel von Herrn Diekmann ist nichts als pure Heuchelei. Das beweist auch die jüngste Aktion gegen neue „Hilfsgelder“, wie sie im Vorfeld der Abstimmung im Bundestag vom Zaun gebrochen wurde. Dieses Lügenblatt interessiert es nicht einen Moment, wie es den Menschen in Griechenland ergeht und wie sie ihr Leben gestalten können. Die ständige Hetze gegen Griechenland ist zunehmend unerträglich. Schade, dass so ein Schmierblatt wie diese „Zeitung“ durch die Pressefreiheit geschützt ist. Zu den ersten Entscheidungen zur Wiederherstellung eines guten Rufes der Presse müsste das Verbot dieses Blattes gehören.

  6. volxwirt
    2. März 2015, 22:28 | #6

    Die Drachme wäre Unsinn und auch nicht mehr zeitgemäß. Besser wäre eine elektronische Währung nach dem Vorbild des Bitcoin, allerdings mit Banknoten-Äqvivalent und in weitaus größerem Umfang. Das könnte sich sogar als weltweites Zahlungmittel etablieren. Eine dritte Weltwährung neben Dollar und Euro hätte revolutionäres Potential und könnte Griechenland einen gewaltigen Wirtschaftsboom verschaffen.

  7. Konstantin
    2. März 2015, 23:08 | #7

    Diekmann hat etwas eingelenkt, weil er vom Deutschen Journalistenverband (DJV) gerüffelt wurde, konkret hat der Verband das Springer-Blatt aufgefordert, diese Aktion gegen die Verlängerung der Griechenland-Hilfen sofort zu stoppen. Ferner wurde angemerkt, dass es „medienethisch bedenklich“ sei, ein ganzes Volk für die finanzpolitischen Fehlentscheidungen seiner Politiker zu diffamieren.

  8. Ronald
    3. März 2015, 00:08 | #8

    Blicke in die Boulevardpresse, sei sie nun deutsch oder griechisch, versperren nur die Sicht

  9. 3. März 2015, 12:38 | #9

    Sie lassen Griechenland nicht aus dem EURO & EU ..Griechenland könnte viel höher pokern.. 1. Bei Grexit folgen weitere Länder = sicher & das EU Abzock-Projekt ist Geschichte — 2. Bei Grexit verlieren viele Länder viel Geld sofort = Richtig Theater des Mittelstands, Schlafschafe (es gibt sie noch) — 3. Geostrategie: Griechenland + Zypern sind für die NATO extremst wichtig, eine Zuwendung nach Russland wäre deren Albtraum und EU ist NATO und NATO ist EU

  10. Max Dieter
    11. März 2015, 22:20 | #10

    Falsch gedacht die EU ist nicht die NATO ist die USA und die Weltanschauung der USA ist langfristig der Untergang der Menschlichkeit. Die USA bestimmen die Weltpolitik und alle anderen sind nur Marionetten. Die Griechen haben derzeit die richtige Regierung gebildet und können auf diese Stolz sein ein Schuldenschnitt wäre sicherlich der richtige Weg in die Zukunft. Aber auch Grichenland selber hat in der Vergangenheit sicherlich vieles versäumt was die Erhebung von Steuern angeht, Kuruptionen muss bekämpft werden. Bevor Grichenland zu sehr an der Kriese leidet. Ein Land das unter so einem enormen Druck steht macht Fehler in der Politik. Man sollte jedoch nicht mit Steinen nach Brüssel und Deutschland werfen das ergibt keinen Sinn. Ein vereintes Europa wäre nur möglich wenn die USA auf Russland zugehen.

  11. jensen
    11. März 2015, 23:29 | #11

    Ein Grexit hätte sicher Vor- und Nachteile für beide Seiten, aber am meisten zu verlieren haben sicherlich die Griechischen Bürger. Niemand bei Verstand würde sich in so eine Lage bringen, es kann zwar gut, aber auch katastrophal schlecht laufen. Man schaue sich die linksregierten Staaten Mittel- und Südamerikas an, ich glaube da möchte niemand hin. Am Ende ist es eine Preisfrage. Leider sind die Griechen in der schlechteren Verhandlungsposition, deshalb geben sie auch Stück für Stück nach. Das muss man der deutschen Regierung lassen, dadurch, dass dafür gesorgt wurde, dass sich auch andere Krisenländer erheblich an der Griechenlandrettung beiteiligen mussten, wie Spanien und Portugal und die EU-Kommission außen vor gelassen wurde, steht Griechenland allein dar und findet keine Verbündeten gegen die Sparpolitik (daher bleiben auch Tsipras Antrittsbesuchsreisen erfolglos). Am Ende bleiben wir natürlich auf einem großen Teil der Rechnung sitzen, aber dieser Teil ist winzig im Vergleich zu dem, den wir sonst aufgebrummt bekommen hätten. Da muss man die Bundesregierung auch mal loben.

  12. Dieter.
    12. März 2015, 00:26 | #12

    Warum tut man den Grichenland das an, wer die Diskusion in der ARD verfolgt kann nur den Kopf schütteln außer der klaren Gedanken von der tollen Sarah Wagenknecht. Ich habe gerade abgeschaltet. Es wird mit zweierlei Maß gemessen die USA waren mehrfach Pleite und mit neuem gedrucktem Geld wird weiter gewirtschaftet. Die Griechen leiden bittere Not in allen sozialen Bereichen. Stoppt den Wahnsinn Schuldenschnitt und gut ist. Auch Deutschland hat nach dem Krieg harte Zeiten erlebt durch eigenverschulden, aber wir leben in einem neuen Jahrhundert. Die richtige Regierung wurde gewählt aber alles mit Besonnenheit. Schuldenschnitt für Grichenland. Der Europäische Gedanke darf nicht zu Lasten der Armen und sozial Schwachen gehen. Der Wahnsinn muss gestoppt werden.

  13. jensen
    13. März 2015, 10:00 | #13

    Man sollte nicht vergessen das Deutschland nach dem Krieg mit sehr geringen sozialen Standards neu gestartet ist. Gerade von diesen Standards wollen sich die Griechen aber nicht trennen. Mit den jetzigen Arbeitsbedingungen (werden ja seit Agenda 2010 immer schlechter) in Deutschland ließe sich der Wiederaufbau wohl nicht wiederholen. Auch mit schuldenschnitt bleibt die griechische Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig und die Neuverschuldung beginnt umgehend bis es wieder kracht.

  14. Frank
    1. Juli 2015, 20:17 | #14

    Die letzten Tage haben gezeigt das ein Staat alle anderen versucht zu erpressen und es wir nur hingehalten von einen Tag bis zum anderen. Zudem sind unsere Politiker nicht in der Lage eine klare Position zu beziehen, müssen wir uns das gefallen lassen.
    Nach einer Aktuellen Umfragen sind mehr als 50 % der Deutschen dagegen weitere Gelder nach Griechenland zugeben. Unsere Kanzlerin soll die Mehrheit des Deutschen Volkes repräsentieren dieses macht Sie bekanntlich schon lange nicht mehr, wir brauchen solche Menschen wie Merkel und ko schon lange nicht mehr wenn sie nicht den willen des Volkes umsetzen, einfacher wäre hier wie es Griechenland macht das Deutsche Volk abstimmen zulassen (wo es hier doch um Milliarden geht) Jeder Bürger wird es später spüren wenn alles platzt.

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