Schulz droht Griechenland mit Bankrott

5. Februar 2015 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 2.352

Der Präsident des EU-Parlaments droht unverblümt, Griechenland werde in den Bankrott getrieben werden, wenn es seine Verpflichtungen nicht einhält.

Eine gemeinsame Linie mit der deutschen Regierung hält auch der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz ein, der sich in seinen Erklärungen wenige Stunden nach seiner Begegnung mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras an Athen richtete und verlangte, es solle seine Zusagen (sprich die zwischen Griechenland und der Euro-Zone geschlossenen Verträge) einhalten.

In dem von Reuters veröffentlichten strengen Statement unterstrich Martin Schulz, die griechische Regierung habe keine andere Wahl, als ihre Verpflichtungen einzuhalten, während – wie das deutsche „Handelsblatt“ meldete – der Präsident des EU-Parlaments äußerte, auch Griechenlands Partner werden nicht mehr verpflichtet sein, ihre eigenen Zusagen einzuhalten, falls das Land einseitig handeln sollte und seine Verpflichtungen nicht einhält.

Wie Schulz betonte, werde Griechenland in diesem Fall keine weitere Finanzierung erhalten und das Land könne nicht mehr die erforderlichen Mittel für seine Finanzierung sicherstellen. Er unterstrich sogar, über Zugeständnisse nur sprechen zu können, wenn die griechische Regierung ihre Verpflichtungen erfüllt, die sie gegenüber der EU hat.

(Quelle: Imerisia)

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  1. windjob
    5. Februar 2015, 12:45 | #1

    Wenn ich die letzten beiden Artikel lese schäme ich mich deutscher zu sein. Sollte hier wirklich eine Deutschfeindlichkeit aufkommen, die ich in 32 Jahren nicht verspürt habe, wäre ich nicht überrascht. Es ist unglaublich, wie massiv sich die deutsche Politik und der deutsche Schulz sich in die inneren Angelegenheiten eines Staates einmischen.

    Verdammt nochmal (Entschuldigung), gebt doch diesen jungen engagierten Leuten das minimum einer Chance und würgt sie nicht sofort ab. Wart ihr den nie jung? Übrigens ich bin 64 und bin viel rumgekommen. Hier ist doch nur jemand beleidigt, weil er nicht sofort hoffiert wurde. Ich hoffe, Merkel kommt nie nach Athen, weil dann gibt es in ganz Griechenland keine Eier mehr. War Spass oder besser Galgenhumor.

  2. 5. Februar 2015, 13:55 | #2

    Ach wie possierlich! Der Schwanz wackelt mit dem Hund! Wird etwa die Europäische Gendarmerietruppe aufmarschieren? Oder wird jetzt mal wieder der Bündisfall ausgerufen? Der Warschauer Pakt ist aufgelöst, warum die NATO immer noch nicht? Herr Putin, Sie sind am Zug! Schach! … und matt! Der Europäische König ist auf dem absteigenden Ast.

  3. LiFe
    5. Februar 2015, 14:34 | #3

    Griechenland hatte historisch einfach Pech gehabt. Hätte Onassis statt in Monaco in Griechenland investiert … hätten Griechen Landmaschinen zur Zeit Metaxa besessen hätten sie Weizen anbauen können, hätte es keine Kriege und Diktatur gegeben, ich denke den Griechen wäre es besser gegangen. Tja Herr Schulz, seien sie froh, dass sie kein Grieche sind.

  4. h.kuebler
    5. Februar 2015, 14:38 | #4

    Wundert sich darüber wirklich jemand? Das war doch zu erwarten, so dämlich und tolldreist sich die neue Regierung verhalten hat. Das fällt ihnen jetzt bei ihrer Betteltour durch die EU natürlich vor die Füße. Merke: Vergifte nie das Klima vor einer wichtigen Verhandlung, bei der du auf das Entgegenkommen der anderen Seite angewiesen bist.

  5. Ronald
    5. Februar 2015, 15:38 | #5

    Wenn man einen Vertrag kündigt entbindet dies auch die andere Seite von den vertraglich zu erbringenden Leistungen. In der deutschen Headline „drohte“ Herr Schulz nicht „mit“ sondern „warnte vor“ einem Bankrott Griechenlands. Als Herr Varoufakis die Troika vor den Kameras der Presse „rausschmiss“ musste er sich im klaren darüber sein, dass mit dem Ende der Kontrollen auch das Ende der Zahlungen einherging. Und dessen war er sich ja auch bewusst, denn er sagte ganz deutlich, dass Griechenland auf die letzte ausstehende Tranche des zweiten Hilfspaketes verzichten würde. Ich hoffe einfach `mal das der smarte Finanzminister noch ein paar Asse hinsichtlich der Finanzierung des griechischen Staatshaushalts im Ärmel hat.

  6. manifuchs
    5. Februar 2015, 16:35 | #6

    Schulz droht Griechenland … allein dafür sollte man Stolz zeigen. Wenn ich mir die Ja-Sager in Deutschland und in Österreich anschaue … weshalb drohen sie nicht den USA mit ihren Forderungen? Hoffe, dass die griechische Regierung jetzt endlich die Politiker hat, auf die sich die Bevölkerung verlassen kann und nicht via EU-EZB an die Wallstreet verraten und verkauft wird. Neue Che Guevaras sind längst überfällig.

  7. werner
    5. Februar 2015, 17:24 | #7

    Ich bin selbst auch vor Jahren in Konkurs gegangen. Die Schulden haben mich langsam erdrosselt
    Rückblickend gesehen war es das Beste was mir passieren konnte. Neuanfang mit Null Euro, das war hart. Null Schulden, das war als hätte ich einen Rucksack voller Steine abgelegt 🙂
    Griechenland sollte es genauso machen. Geht in Konkurs und fangt bei Null an. Ganz Europa wird euch dafür beneiden. (Nach 2 harten Jahren)

  8. 5. Februar 2015, 19:58 | #8

    EU ist im Panik-Modus, weil Spanien, Portugal etc. genau hinschauen – Bleibt standhaft Griechen, pokert weiter, sie können euch nicht fallenlassen ohne das die ganze verhasste EU zerfällt, und das wollen alle echten Europäer !!!

  9. Peterpoly
    5. Februar 2015, 20:57 | #9

    Martin Schulz hat sein wahres antidemokratisches Gesicht gezeigt und gleichzeitig seine Hörigkeit gegenüber der Finanzmafia eingestanden. Es ist die Zeit gekommen wo Merkel und Ihre Ja – Sager ihr wahres Gesicht zeigen müssen. Aus dieser Nummer wird keiner der Faschistenbande ungeschoren rauskommen. Die Griechen haben den ersten Schritt gemacht und ihre korrupte Eliten demokratisch abgewählt. Das sollte in ganz Europa geschehen, damit die Bürger wieder Luft zum Atmen haben. Schluss mit der Verdummung der Bürger! Weg mit diesen Faschisten, die auf die Rechte und Bedürfnisse der Bürger „scheißen“! Es ist eine Schande, dass wir solche Leute auch noch mit unseren Steuergeldern bezahlen müssen.

  10. Wolfgang
    5. Februar 2015, 22:25 | #10

    Die Frage ist, ob Europa nur die Sprache der Macht versteht oder ob eine Verhandlung Erfolg haben kann. Angesichts der rabiaten Vorgehensweise der EZB (vgl. auch Irland) könnte die griechische Regierung mit dem Schlimmsten rechnen und sich vorbereiten:
    – Sie könnte eine Bank mit einem großem Filialsystem und möglichst wenig griechischen Anleihen verstaatlichen, um den Zahlungsverkehr abzusichern.
    -Die Griechen könnten diese Woche ihre Konten räumen, um ihr Geld zu retten.
    – Die griechische Regierung könnte ELA nicht mehr zulassen, um weitere Schulden zu vermeiden.
    – Die griechische Regierung könnte ihre laufenden Ausgaben mit einem russischen Kredit absichern, um nicht mehr von der EZB abzuhängen.
    – Die griechische Regierung könnte darauf verzichten, private Bank zu retten, um weitere Schulden zu vermeiden.
    – Die griechische Regierung könnte Zinszahlungen für Anleihen einstellen, um die EU an den Verhandlungstisch zu zwingen.
    – Die griechische Regierung könnte unter allen Umständen im Euro bleiben, damit Euroland die griechischen Banken retten bzw. abwickeln kann.

  11. Thomas
    6. Februar 2015, 02:12 | #11

    Ich kann mich nur wundern dass hier viele Herrn Schulz kritisieren. Es gehört zu einem Vertrag, dass Pflichten eingehalten werden. Oder würden sie als Privatmann beispielsweise akzeptieren wenn eine Bank ihren Kreditzins auf einmal erhöht, sie aber nicht den Vertrag kündigen können? Wenn die eine Seite ihre vertraglichen Pflichten bricht kann man doch nicht im Ernst erwarten das die andere Seite unverändert ihren Pflichten nachkommt

  12. louisa luges
    6. Februar 2015, 10:37 | #12

    Dem Herrn Schulz muss der Ar… maechtig auf Grundeis gehen, wenn er *nach* einer Internen Unterredung mit Herrn Tsipras in Bruessel, derartig unverschaemte Kommentare in die Welt hinausposaunt.

  13. malocher
    6. Februar 2015, 11:04 | #13

    Was ich als Deutscher von Schulz halte behalte ich besser für mich. Wir sollten uns von dem EU Gesindel nicht weiter terrorisieren und gegeneinander aufhetzten lassen.

  14. Götterbote
    6. Februar 2015, 11:05 | #14

    In den letzten Tagen wurde mehr als offensichtlich, dass die Bundesregierung mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und Kontakten versucht, die neue demokratische Regierung in die Knie zu zwingen. Lieber Tsipras, lieber Varoufakis, bitte, bitte haltet durch!!!

  15. Dimi
    7. Februar 2015, 09:52 | #15

    Also ganz ehrlich, ich mag Politiker wie Martin Schulz … ich mag ihn wirklich. Er errinert mich immer wieder an das Kasperletheater, das ich als Kind so lustig fand … also ich meine er errinert mich inzwischen fast jeden Tag daran. Er, der Herr Schulz und sein Kompagnon der ehrenwerte Herr Oettinger. Die zwei sind die allerbesten EU- Politiker seit es das Wort EU gibt. Die beiden haben es sogar fertiggebracht, nach noch nicht einmal 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale in Griechenland, die griechischen Wähler wie auch die neue Regierung öffentlich zu beleidigen und ihre Respektlosigkeit zu demonstrieren. Zitat Schulz „Mit den Griechen werde ich die nächsten Tage TACHELLES reden„. Oettinger nannte die Griechen gar „frech und unverschämt“ und fühlte sich „von den Griechen brüskiert„. Ausgerechnet der Herr Oettinger und ausgerechnet der Herr Schulz … zwei die seit sie in die Politik eingetreten sind, nichts, aber auch rein gar nichts bewegt oder geleistet haben. Oettingher musste gar seinen Posten als Ministerpräsident von BW auf Wunsch von Fr. Merkel räumen, nachdem auch sie unschwer erkennen konnte wessen Geistes Kind der Günter ist.

    Schulz und Oettinger sollen dankbar sein, dass man für sie zwei hochbezahlte Frühstücksdirektorenposten gefunden hat. Und besonders Oettinger möge mal nachdenken, wieso er als Vertreter des mit Abstand größten EU-Mitglieds gerade mal zuständig für die Webseiten sein darf. Wir in D sind bedeutungslos und die Griechen demonstrieren das nun … indem sie mit allen EU-Mitgliedern reden, nur mit unseren Volksverkäufern in Berlin als letzte und das auch nur weil es das Protokoll erfordert. Die Stimmung wird auf dem ganzen Kontinent gegen D kippen. Das ist der Preis für die Selbstaufgabepolitik Berlins. Man hätte erst gar keine Begehrlichkeiten wecken dürfen.

  16. Wolfgang
    7. Februar 2015, 17:28 | #16

    Ja, rechtmäßige Verträge sind einzuhalten. Anders ist es bei der Ausnutzung des schwachen Willens oder der Unerfahrenheit. Etwa wenn ein Überschuldeter noch neue Kredite bekommt. Dann sind diese Verträge nicht einzuhalten, sondern werden durch den Konkurs davon gespült.

  17. Kleoni
    8. Februar 2015, 09:13 | #17

    Natürlich müssen Verträge zur Rückzahlung eingehalten werden, aber die Umsetzung muss sich GR nicht vorschreiben lassen. Korruption u. Steuerhinterziehung bekämpfen bringt Geld, die Reichen mit in die Verantwortung ziehen – sie bezahlten bisher kaum Steuern. D und die andern Geldgeber verdienen an GR – die Zinszahlungen Griechenlands sind ein Teil der schwarzen Null in D. Deshalb werden immer neue Kredite aufgezwungen. Von der aktuellen Regierung verlangt man, dass sie innert knapp 3 Wochen die Fehler von 40 Jahren Klientelpolitik umkrempeln müssen, man besteht auf Zahlung und lässt ihr keine Zeit zur Umsetzung ihres Programms. Die Banken auch Klientel der Deutschen, wollen wieder einen treuen Untertan, der brav und ohne Murren nicht ihren Zehnten sondern fast ihr gesamtes Einkommen abgeben. Das ist schlicht und einfach Landvogtpolitik.

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