Schäuble ist gefährlicher als Tsipras

2. Februar 2015 / Aufrufe: 3.814
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Es existiert die Ansicht, der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble stelle für die Eurozone eine größere Gefahr dar als Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras.

Thomas Wright, Leiter des „Project on International Order and Strategy“ bei der amerikanischen Denkfabrik „Brooking Institution“, erklärt in seiner in der amerikanischen Zeitschrift Newsweek veröffentlichten Analyse, „der neue Premierminister Griechenlands, Alexis Tsipras, hat einen klaren Auftrag zur Neuverhandlung der griechischen Verschuldung und der Beziehung zu der Europäischen Zentralbank„, und fügt an, „in den kommenden Wochen wird Viel über die wirtschaftlichen Themen geschrieben werden, die in den Verhandlungen umfasst sind„.

Im übrigen lässt er unmissverständlich durchklingen, dass nicht Griechenland, sondern das deutsche Dogma der Austerität den wahren Grund der Krise in der Eurozone darstellt.

Deutschland will gar keine Einigung mit Tsipras

Thomas Wright vertritt in seinem Artikel in der amerikanischen Zeitschrift Newsweek:

Erstens wird die Überzeugung, die ungeheuren Folgen eines Ausscheidens aus der Eurozone können kontrolliert werden, ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro mehr und nicht weniger wahrscheinlich machen. Laut einer Veröffentlichung meint die deutsche Regierung, die Eurozone könne ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone handhaben. Wie jedoch unter anderem betont wird, bleibt ein Ausscheiden Griechenlands unwahrscheinlich, und zwar weniger, weil Deutschland das Experiment wohl noch nicht durchziehen will, sondern weil die Situation wirklich an den Rand des Abgrunds geführt werden und die Reaktion der EZB und die Aktivierung der ihr zur Verfügung stehenden Mechanismen hervorrufen würde, wie die Einstellung der Bereitstellung von Liquidität an die griechischen Banken.

Zweitens existiert die Ansicht, dass der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble eine größere Gefahr für die Eurozone darstellt als Alexis Tsipras. In den kommenden Wochen wird Herr Tsipras als der Anlass der Probleme der Eurozone charakterisiert werden, obwohl in den letzten fünf Jahren Wolfgang Schäuble der Eurozone die deutsche wirtschaftliche Orthodoxie aufzwang, worin die Austerität, die strukturellen Reformen, die Stützung auf eine rezessive Währungspolitik und die Nationalisierung der Bankenverschuldung umfasst sind.

Drittens wird Deutschland anstreben, die populistischen Parteien in Europa zu schwächen. Das schlimmste Ergebnis für Deutschland wäre eine Einigung mit Griechenland, da sie die populistischen Parteien auch in anderen europäischen Ländern stärken würde. Gemäß der deutschen Sicht wäre das beste Resultat die Herabwürdigung der SYRIZA in Griechenland, als Warnschuss auch für die anderen Länder. Scheitert jedoch die SYRIZA und wird Griechenland aus der Eurozone hinausgedrängt, wird auch dies eine schallende Ohrfeige für Deutschland darstellen.

Abschließend betont der Autor, „es gibt natürlich auch eine mittlere Option, eine einvernehmliche Vereinbarung mit Europa, die auf alle Mitgliedstaaten zur Anwendung kommen wird. Deutschland weist jedoch auch diese Option zurück.

(Quelle: dikaiologitika.gr, Thomas Wright’s englischer Artikel kann hier nachgelesen werden: Will Syriza’s Victory in Greece Mean Easing Austerity?)

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  1. Erdmann
    3. Februar 2015, 09:21 | #1

    Ja, ja Deutschland / Schäuble ist Schuld. Wer jedoch hinter den Aktionen von Merkel & Co steckt, wird mit keiner Silbe erwähnt. Deutschland ist nicht souverän und hat den Weisungen Washingtons zu folgen. Es ist ja für VSA so praktisch, wenn Deutschland wieder dämonisiert wird. Der Artikel ist nur vordergründig zusammengeschustert und sagt nichts über die Tatsachen aus. Es kommen also die Entvölkerung der Deutschen, die Ausländerschwemme und die Dämonisierung zusammen und ergeben ein neues ? Hassbild der Deutschen. Rechnet man noch die Verunglimpfung der PEGIDA – Bewegungen hinzu, dann bleibt von Deutschland nur noch ein Feindbild für die Welt übrig, das es zu bekämpfen gilt. Merkt denn wirklich keiner, was hier gespielt wird ?

  2. Iannis
    12. Februar 2015, 16:08 | #2

    Na ja, wer nicht hören will, muss fühlen, das gilt nicht nur für die Deutschen, sondern für alle Mitglieder der Eurozone, letztlich auch für Griechenland, obwohl die schon mehr als genug „gefühlt“ haben. Insofern kann man nur beten, dass Wolfgang Schäuble für seine Pläne in der EWU keine Mehrheiten findet und Griechenland, wenn auch langsam so doch wieder einen Platz an der Sonne findet.

  3. LiFe
    12. Februar 2015, 21:59 | #3

    Also ich habe mich mit der Geschichte Griechenland befasst und festgestellt, dass Griechenland immer schwierige Zeiten durchleben musste. Viele Griechen suchten ihr Glück in Australien, Amerika, Ägypten oder Kanada. Die Befreiung von einer Diktatur fand 1976 statt. Ich denke, die Bevölkerung musste lernen, wie sie ihr Leben organisiert. Die Jahre vergingen und ab der Finanzkrise 2008 ging es wieder abwärts. Ich weiß nicht, was andere europäische Länder verlangen. Sparprogramme und Austerität haben ein ganzes Land lahmgelegt. Fachkräfte wanderten 2010 ins Ausland ab. Auch Unternehmen. Wer kann bei Null und mit Verschuldung eines Staates von vorne starten? Griechenland braucht einen Schuldenschnitt und Konjunkturhilfe.

  4. xsajk
    16. Februar 2015, 20:55 | #4

    Ja ja. Ihr könnt diesen Kommentar immer wieder löschen. Das ist nur wieder der Beweis dass ich mit den Folgenden vollkommen richtig liege! Ihr gehört also auch dazu.

    Weiter so Tsipras. Hoffentlich lässt du dich von den Kapitalistenverbrechern Schäuble und Co., die deutsche wirtschafltiche Eroberung Europas voll unterstützen und mit den griechíschen oberen 10000 korrupte Geschäfte gemacht haben, nicht klein kriegen oder kaufen. Deutsche Medien incl. deutsches Internet sind alle von den deutschen Wirtschaftmachthabern durchsetzt. Es gibt keine öffentliche Neutralität mehr in Deutschland. Volksverhetzung wird bei Bild und Co groß geschrieben. Das deutsche Volk wird hier voll für dumm verkauft. Das wird einem gerade jetzt mit der aktuellen Situation bzgl. Griechenland deutlich vor Augen geführt.

  5. Team
    16. Februar 2015, 21:27 | #5

    @ xsajk
    Trotz des ausdrücklichen Hinweises auf die ausstehende Moderation den selben Kommentar ein halbes Dutzend Mal unter wechselnden Fake-Daten zu posten, zeugt nicht gerade von übermäßiger Intelligenz.

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