Merkel will Griechenlands Premierminister isolieren

4. Februar 2015 / Aufrufe: 3.401

Laut einem Artikel bei Bloomberg will Bundeskanzlerin Angela Merkel den griechischen Premierminister Alexis Tsipras international isolieren.

In einem Artikel der Nachrichtenagentur Bloomberg wird berichtet, es werde nicht damit gerechnet, dass der griechische Premierminister Alexis Tsipras sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem 12 Februar 2015 treffen wird, an dem auch die geplante Gipfelkonferenz der Europäischen Union stattfindet

Die deutsche Kanzlerin will vermeiden, sich in eine direkte Konfrontation mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras ziehen zu lassen, und es ist unwahrscheinlich, dass sie einem beiderseitigen Treffen mit ihm am Rand der Gipfelkonferenz in der kommenden Woche zustimmen wird„, berichtet Bloomberg unter Berufung auf anonyme deutsche Regierungsquellen.

Griechenland will keine neuen Kredite, sondern einen neuen Deal

Laut Bloomberg ist das Ziel der deutschen Kanzlerin, dem griechischen Premierminister zu zeigen, dass er isoliert ist. Zusätzlich sieht sie selbst geringe Spielräume für Manöver hinsichtlich der Bedingungen, die zu vereinbaren sind, damit die Hilfe an Griechenland weiterläuft, führt Bloomberg an. Gleichzeitig begegnet Merkel mit Skeptizismus den Ankündigungen des griechischen Premierministers, er werde die Korruption bekämpfen und die Steuern bei den Reichen erhöhen. „Die Eurozone wird darin fortfahren, Solidarität mit Griechenland und anderen Ländern zu zeigen, die von der Krise beeinträchtigt werden, jedoch unter der Voraussetzung, dass die Länder zu Reformen schreiten und Ausgaben kürzen„, erklärte Angela Merkel in einem Interview in der Sonntagsausgabe der Hamburger Zeitung Abendblatt.

Der Artikel bezieht sich weiter auch auf die Suche nach einer neuen Vereinbarung zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern bezüglich der Verschuldung des Landes und stellt das Hauptthema auf der Website der Nachrichtenagentur Bloomberg dar.

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras sucht nach Verbündeten gegenüber den deutschen Forderungen nach Austerität zu einer Stunde, wo die neu zusammengetretene Regierung sich an die Europäische Zentralbank wendete, um die Liquidität der Banken zu stärken„, wird in dem Artikel von Jonathan Stearns und Mark Dean für Bloomberg betont. „Finanzminister Yanis Varoufakis erklärte, sein Land werde keine weitere finanzielle Hilfe unter der gegenwärtigen Vereinbarung annehmen und wünsche einen neuen Deal mit den Gläubigern„, fährt der Artikel von Stearns und Dean fort. Zur selben Stunde versucht – immer laut Bloomberg – Griechenland, von den Gläubigern Zugeständnisse in Zusammenhang mit der Verschuldung zu erreichen, um Konjunkturpolitiken zu finanzieren.

Wir werden keine weiteren Kredite verlangen„, erklärte der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis nach seinem Treffen mit Michel Sapin in Paris und fügte laut dem Bloomberg-Artikel an: „Während der Dauer dieser Periode ist es mit der Mitwirkung der EZB möglich, dass wir dem Banksystem die notwendige Liquidität gewährleisten.“ Die Agentur betont, Premierminister Alexis Tsipras habe unterstrichen, Griechenland werde seinen finanziellen Verpflichtungen entsprechen – und zwar, wie Bloombergs hervorhebt, zu einer Stunde wo die Spreads der griechischen Staatsanleihen „emporschossen“ und die Bankaktien „abstürzten“.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

  1. Erich Schwarz
    4. Februar 2015, 09:27 | #1

    Typisch Merkel: Auf Tauchstation gehen, anstatt sich der Konfrontation zu stellen. Sieht so die angeblich mächtigste Frau der Welt aus? Merkel’s Devise: Wer nichts tut, kann auch nichts verkehrt machen …

  2. BravoZulu
    4. Februar 2015, 14:16 | #2

    Von einem, der Auszog das Fürchten zu lernen. (Neubearbeitung von Alexis Tsipras im Januar 2015)
    Das Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen ist ein modernes Märchen geworden. Es handelt von einem furchtlosen jungen Mann (Alexis Tsipras), der auf Reisen (in die EU) geht, um das Gruseln kennen zu lernen. Er nächtigt beispielsweise unter einem Galgen, (den Frau Merkel hat aufstellen lassen) und es verschlägt ihn schließlich in ein Spukschloss (EU-Parlament). Doch auch dort lernt er unter den bösen Geisten (die von Deutschlands geschickt worden sind) das Gruseln nicht und erlöst damit das Schloss (das EU-Parlament) von ihnen (der Schreckensherrschaft der Deutschen Kanzlerin). So bekommt er vom König (Junkers) zur Belohnung (den gewünschten Schuldenschnitt) und dessen Tochter zur Frau.

  3. Windjob
    4. Februar 2015, 19:38 | #3

    Wie ich schon gesagt hatte. Im Moment schmollt Mami. Spätestens wenn Sie ihre Felle davonschwimmen sieht, macht sie die ihr eigenen 180 Grad Wende und lenkt ein. Es würde mich nicht wundern, wenn sie dann selbst einen Schuldenschnitt vorschlägt. Bei ihr ist alles möglich und dies haben wir mehrfach erlebt. Siehe Energiewende oder Maut.

  4. LiFe
    4. Februar 2015, 20:50 | #4

    Wer Fortschritte avancieren möchte braucht viele Kontakte! Isolationen haben die Griechen zu genügend gelitten!

  5. Heidi Preiss
    4. Februar 2015, 21:24 | #5

    Griechenland sollte fragen: Frau Merkel, wo bleibt ihre Solidarität? Es ist tragisch, EU-Kommission, EZB und die Kanzlerin vorneweg forderten immer noch mehr Sparsamkeit. Ausgerechnet wir Deutschen! Wir, die wir in den vergangenen Jahren so sehr auch an Griechenland verdient haben. 380 Millionen Euro an Zinsen gab es von Athen für einen deutschen Kredit, über die Geschäfte der Rüstungsindustrie erst gar nicht zu reden. Im Schnitt wurden Rüstungsexporte in Höhe von 300 Millionen Euro pro Jahr nach Griechenland genehmigt. Und jetzt gehen alle auf Tauchstation, alle die, die so gut an dem Land verdient haben, das jetzt am Boden liegt.
    Der Punkt ist der, dass Solidarität in Europa bedeuten muss, dass sich nicht nur Politiker, sondern auch all die großen Unternehmen verantwortlich fühlen müssen, dass es auch ihre Sache ist, wenn nicht nur griechische Jugendliche sondern die Bevölkerung keine Perspektive mehr haben. Die Griechen müssten heute von dieser „Dame“ hören: Europa schadet Euch nicht, Europa hilft Euch! Aber da wird man lange warten können; deren kernige Sprüche bezüglich Griechenland sind ja hinreichend bekannt. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass der Ministerpräsident Griechenlands sowie der Finanzminister es schaffen werden. Ich denke, in den übrigen westlichen Regierungen wird man kaum bzw. überhaupt nicht so qualifizierte Politiker finden.

  6. Ronald
    4. Februar 2015, 21:54 | #6

    Ach, die Merkel … die ist doch nur (ich zitiere Alexis Tsipras) „eine von 28 Regierungschefs der EU„. Wie sollte sie einen amtierenden Ministerpräsidenten Griechenlands isolieren können?

  7. pyramis
    4. Februar 2015, 23:44 | #7

    Verdächtig ruhig in Germanien. Könnte mir vorstellen, dass die neue GR-Regierung vor allem am Ego der Kanzlerin und Co. nagt – das ist gefährlich. Vorbei die Solidaritätsbekundungen? War der Wahlsieg von syriza denn wirklich soo unvorsehbar?

  8. Vestago
    5. Februar 2015, 10:04 | #8

    Tsipras & Co spielen Poker mit der deutschen Regierung. Eine sehr gefährliche Idee, wenn man bedenkt, dass bei diesem Pokerspiel jeder die Hand des Gegners bereits kennt. Auf der einen Seite ein kleines Pärchen, auf der Anderen ein Full House. Es wird nicht lange dauern, bis auch der Letzte erkennt, dass Tsipras am Ende noch froh sein kann, wenn er von Merkel die Möglichkeit bekommt, sein Gesicht zumindest national zu wahren. Und selbst diese Option könnte ihm leicht genommen werden.

  9. Thomas
    6. Februar 2015, 02:15 | #9

    Ich sehe es genau anders herum: Tsipras will Merkel isolieren.
    Warum reist er denn nach Italien und Frankreich und versucht sie zu überzeugen Europarecht zu brechen??

  10. Uwe Ceglarek
    7. Februar 2015, 14:32 | #10

    Wir, wir Deutschen, dürfen doch wirklich nicht vergessen, dass gerade die Griechen in den 1950 Jahren die Schulden erlassen haben. Es wären heute so ca. 128 Milliarden Euro. Herr Rau seiner Zeit hat sich nur nett bedankt und entschuldigt. Na prima.

  11. LiFe
    8. Februar 2015, 13:45 | #11

    Wir Europäer müssen uns an die verzweifelte Versuche der Griechen 1962 erinnern, wie sie agrarwirtschaftlich bemüht war gewinnbringend Produkte verkaufen wollten, um Wachstum im Land zu beschleunigen. Nach Europa waren die Abnahmen gering, dagegen in Russland fanden sie starke Abnehmer. Dies mißfiel dem Westen, da er sich auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges befand. Griechenland hatte historisch einfach Pech gehabt. Die Folge sehen wir heute.

  12. Jipi
    12. Februar 2015, 00:05 | #12

    Ich bin nicht Deutscher, sondern Belgier. In erster Linie möchte ich sie für den Beitrag loben, nur wenige verstehen das Kapitalistische System. Ich beobachte das Vorgehen eurer Mutti ziemlich genau. Ich hoffe, nein, ich bin überzeugt, dass die Herren Tsipras Varufakis sich durchsetzten werden. Sie haben alle Argumente auf ihrer Seite. Der Unmut in den anderen EU-Ländern wächst von Tag zu Tag. Die Griechen müssen nur bis Ende des Jahres durchhalten. Im Oktober sind Wahlen in Portugal und im November in Spanien. Das gibt wieder einen Ruck auf die neoliberale deutsche Politik. Die deutsche Bevölkerung wird dank ARD und ZDF so richtig an der Nase rumgeführt und manipuliert. Lügenpresse ist schon richtig, auch wenn es alte Wunden aufreisst. Deutschland hat an Symphatien durch die Europameister gewonnen, aber im Moment werden diese durch die deutsche dominante Politik zerstört. Laut Aussage eines gr. Journalisten sind in 90% der Korruptionsfälle in GR Deutsche beteiligt. Durch die sture Haltung der Deutschen riskieren die Deutschen eine Isolation in der EU. Ich hoffe, dass die neue Regierung aus Athen den Anstoß zu einem sozialen Europa gibt.

Kommentare sind geschlossen