Griechenland nimmt Millionäre in die Zange

8. Februar 2015 / Aufrufe: 4.655

Das Finanzministerium in Griechenland nimmt erneut hohe Bankguthaben und Auslandsüberweisungen ins Visier, um den enormen Einnahmeausfällen zu begegnen.

Angesichts eines wegen der „Flexibilität“ der Steuerprüfungsmechanismen während der Wahlkampfperiode und der Steuervermeidung allein im Januar 2015 verursachten Einnahmelochs von über 1 Mrd. Euro ordnete das griechische Finanzministerium gründliche Überprüfungen der Vermögensverhältnisse tausender Steuerpflichtiger an.

Auf Anweisung der Führung des Finanzministeriums beginnen im kommenden Zeitraum das Dezernat für Wirtschaftskriminalität (SDOE) und das Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen (GGDE) Kontrollen vorrangig bei natürlichen und juristischen Personen, die große Guthabenbeträge ins Ausland schafften.

Klares Signal in alle Richtungen …

Ein besonderer Schwerpunkt wird bei den Überweisungen gesetzt, die aus Guthaben ins Ausland geschickt wurden, die in den letzten Monaten inmitten heftiger politischer Entwicklungen von den griechischen Banken abgezogen wurden. Politische Analytiker unterstreichen, die Erstellung einer Liste mit Steuerpflichtigen wie jener, die mit den Daten 54.000 griechischer Bürger geschaffen wurde, die in dem Zeitraum 2009 – 2011 mehr als 22 Mrd. Euro zu Banken im Ausland transferierten, gliedere sich in die Züge kommunikativen Charakters der neuen Regierung ein, die bezüglich der Bekämpfung der Steuerhinterziehung ein klares Signal in jede Richtung senden möchte.

In diesem Rahmen beginnen auch präventive Kontrollen auf dem Markt bei der Bewegung von Produkten und Gütern, mit ersten Zielen den Transport von Waren, die Vergnügungszentren und die Ausstellung von Quittungen durch Ärzte und Rechtsanwälte.

Im Mikroskop die Auslandsguthaben mit vielen … Nullen

Das SDOE schreitet zu Überprüfungen des „Vermögensnachweises“ griechischer Bürger mit hohen Guthabenbeträgen, die aus den in ihren Steuererklärungen ausgewiesenen Einkommen nicht gerechtfertigt sind. In die „Zange“ des SDOE werden ebenfalls Großanleger geraten, die sowohl in den letzten Monaten als auch in den vergangenen Jahren hohe Beträge auf Auslandskonten transferierten und in die Pflicht genommen werden, die Herkunft der Gelder zu rechtfertigen.

Zu diesem Zweck ist die Erstellung einer Liste mit Unternehmen und Bürgern im Gang, die Überweisungen der Größenordnung von 1 Mio. Euro und mehr tätigten. Angesichts der Tatsache, dass in den letzten 45 Tagen von den Banken ungefähr 15 Mrd. Euro … entflogen, herrscht im Finanzministerium intensive Nachdenklichkeit. Praktisch handelt es sich um die entsprechende Liste, die 2012 der (damalige) Finanzminister Giorgos Mavraganis erstellte und die Angaben zu 54.000 Griechen umfasste, die in der Periode 2009 – 2011 Überweisungen in Höhe von insgesamt über 22 Mrd. Euro zu ausländischen Banken transferierten.

Die Identität der Anleger, ihre Steuer-ID, die berechtigten Empfänger und das Zielland der Überweisungen sind einige der Angaben, welche die vier systemischen Banken Griechenlands (obligatorisch!) an GGDE und SDOE übermitteln.

(Quelle: www.zougla.gr)

  1. GR-Block
    8. Februar 2015, 14:39 | #1

    … Liste, die 2012 der (damalige) Finanzminister Giorgos Mavraganis erstellte und die Angaben zu 54.000 Griechen umfasste, die in der Periode 2009 – 2011 Überweisungen in Höhe von insgesamt über 22 Mrd. Euro zu ausländischen Banken transferierten.

    Natürlich ist es ein wichtiger erster Schritt, die Auslandsguthaben zu suchen, um deren Besitzer und sein Steuerparadies zu identifizieren. Das eigentliche Problem kommt dann allerdings erst. Ohne Amtshilfe wird die Steuerbehörde und Staatsanwaltschaft nicht wirklich Druck ausüben können. Hier müssen die Steuerparadiese aktiv werden, um sich selbstverständlich ins eigene Fleisch zu schneiden. Das geht natürlich nicht ohne politischen Druck. Es ist wirklich Zeit für eine Europäische Steuerfahndung und einen dazugehörigen Gerichtshof. Die Steuerparadiese sind bekannt (siehe Financial Secrecy Index). Im EURO-Land ist es natürlich D mit seinen Satelliten LUX und AUS. Ich bin sicher, dass die Schulden des griechischen Staates an den deutschen allein durch die direkte Steuerabfuhr vor Ort beglichen werden können. Dann müsste GR zum ersten Male seit seiner Gründung 1821 keine Zinsen an das deutsche Finanzsystem abführen. Aber wer will das schon? … evtl. ein Herr Prof. Varoufakis, oder ein Herr Tsipras? Aber wer weiß, wie lange noch.

  2. rote_pille
    8. Februar 2015, 22:02 | #2

    die hohen bankguthaben sind längst aus gr raus. sie können jetzt höchstens noch bei der mittelschicht plündern.

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