Polizeibeamte in Griechenland bleiben Chrysi Avgi treu

28. Januar 2015 / Aufrufe: 2.762

Die Auswertung der Ergebnisse der Parlamentswahlen im Januar 2015 in Griechenland dokumentiert erneut die nachhaltigen neonazistischen Strömungen im Polizeiapparat.

Als „treue“ Wähler der neonazistischen Chrysi Avgi in Griechenland scheinen sich die Polizeibeamten zu zeigen, die bei den Parlamentswahlen am 25 Januar 2015 wieder – und zwar massenweise, zu einem Anteil von 40% bis 50% – das nazistische Konstrukt wählten.

Trotz des Wirbels, den es bei den Parlamentswahlen im Jahr 2012 wegen der Wahl der rechtsextremistischen Partei von fast der Hälfte der Polizeibeamten gab, zeigen die Wahlen im Januar 2015, dass trotz der (internen) Untersuchungen der Griechischen Polizei (ELAS) bezüglich der Aktivität der Chrysi Avgi tausende Polizeibeamte darin fortfahren, die in Rede stehende Partei „heimlich“ zu unterstützen.

Fast die Hälfte der Polizeibeamten in Attika wählte wieder die Neonazis

Etwa 3.000 in der Region Attika ihren Dienst versehende Polizeibeamte wählen auf Basis spezieller Wählerverzeichnisse hauptsächlich im Umfeld des Gebäudes der „Polizei-Generaldirektion“ (GADA) in der Alexandra-Allee in Athen.

So erhielt im Wahllokal 801 (die Nummern der in Rede stehenden Wahlbezirke änderten sich seit dem vorherigen Wahlgang im Jahr 2012) an der Ampelaki-Straße, das eins der Wahllokale ist, in denen bei dem diesjährigen Wahlgang die Polizeibeamten ihre Stimme abgaben, die Chrysi Avgi 15,04%, gegenüber 6,32%, die sie in dem in Rede stehenden Wahllokal im Jahr 2012 erhielt, als dort jedoch damals die Uniformträger der GADA nicht wählen gingen.

Etwas Entsprechendes, und zwar unter … Verdreifachung der Stimmanteile der Chrysi Avgi zeigt sich im Wahllokal 802, wo die rechtsradikale Organisation am (vergangenen) Sonntag 14,37% erhielt, gegenüber gerade einmal 4,47% im Jahr 2012, als es damals in dem in Rede stehenden Wahllokal wieder keine Polizeibeamten gab. Das Selbe geschah auch im Wahllokal 803, wo die Chrysi Avgi 13,3% erhielt, gegenüber 7,67% im Jahr 2012, und im Wahllokal 805, wo die in Rede stehende Organisation bei den diesjährigen Wahlen 12,67% der abgegebenen Stimmen erhielt, gegenüber 6,57% im Jahr 2012.

Wenn berücksichtigt wird, dass im Durchschnitt in jedem dieser Wahllokale ungefähr 500 bis 600 Personen wählen gehen und die Anzahl der dort wählenden Polizeibeamten zwischen 15% und 30% der Gesamtheit der Wähler liegt, bewegt sich mit der entsprechenden Reduktion der Anteil der Polizeibeamten, welche Chrysi Avgi wählen, zwischen 40% bis 50%.

Damit der „Einfluss“ der Stimme der Uniformträger bei den Wahllokalen erkennbar wird, in denen sie wählen gehen, sei in Erinnerung gerufen, dass in Wahllokalen wie dem des Bezirks 806, wo sie 2012 wählen gingen, die Chrysi Avgi damals 21,99% erhalten hatte. In dem selben Wahllokal, wo nun (sprich im Januar 2015) die Polizisten nicht wählen gingen, erhielt die Organisation jetzt nur 9,45%. Entsprechende typische Rückgänge wurden auch in anderen Bezirken verzeichnet, in denen sich 2012 die Polizeibeamten einstellten und bei den Wahlen am 25 Januar 2015 woanders wählten.

(Quelle: To Vima, Autor: Vasilis G. Lampropoulos)

KategorienPolitik
Tags: ,
  1. Sigi
    29. Januar 2015, 19:16 | #1

    Na ja toll. Ich möchte nicht wissen, wie es in Griechenland aussehen würde, wenn wesentlich weniger Kredite zur Verfügung stünden. Dann müsste die Regierung, die jetzt am Ruder ist, ihre eigenen Leute kaputt sparen. Dann würden gewisse Parteien ihren Stimmenanteil verdoppeln und verdreifachen, denn dann wäre Griechenland wirklich arm.

Kommentare sind geschlossen